Nuviz Head-up-Display für Motorradfahrer Louis
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Praxistest Nuviz Head-up-Display für Motorradfahrer

Nuviz Head-up-Display für Motorradfahrer Praxistest von MOTORRAD Online

Als erster Anbieter eines Head-up-Displays (HUD) für Motorradfahrer wagte sich 2017 der US-Hersteller Nuviz auf den Markt. Mittlerweile ist der Hersteller nicht mehr am Markt vertreten und stellte still und leise den Support komplett ein.

Das außen am Kinnbügel anzubringende Gerät hatte einen kleinen LCOS-Bildschirm (Liquid Crystal on Silicon), der rechts unten vor dem Visier im Blickfeld des Fahrers platziert war und Informationen liefern sollte, ohne vom Verkehrsgeschehen abzulenken. Das laut Hersteller inklusive Akku 240 Gramm schwere Nuviz Head-up-Display bot eine Navi- und eine Kamera-Funktion (Foto und Video, 16 GB interner Speicher). Es wurde mittels einer am Lenker anzubringenden Schalteinheit über Bluetooth bedient.

Nuviz nicht mehr am Markt

Ebenfalls über Bluetooth konnte sich das Nuviz Head-up-Display mit dem Smartphone des Fahrers verbinden, so dass man damit auch telefonieren und gespeicherte Musik hören konnte. Ein Headset war im Lieferumfang enthalten. Das Nuviz Head-up-Display gab es für um die 699 Eurobei Louis, in den Shops und online.

Wir haben damals ein Nuviz Head-up-Display bestellt und es ausgiebig getestet. Im Folgenden lest ihr den Praxistest aus dem Jahr 2017 dazu. Aber wie gesagt – der Hersteller ist nicht mehr am Markt vertreten und das System wird nicht mehr unterstützt. Bereits 2019 war die Homepage nicht mehr zu erreichen und der Kunden-Support wohl schon zuvor mangelhaft.

Praxistest Nuviz Head-up-Display von 2017

Plug and Play ist nicht: Will man sich vom Nuviz den Weg zeigen lassen, ist Vorbereitung gefragt. 24 Stunden muss das Klebepad aushärten, mit dem das Nuviz (abnehmbar) am Kinnbügel befestigt wird. Der App-Download am zwingend notwendigen Smartphone oder Tablet und die Erstinstallation mit Karten- und Sprachen-Download gelingen mit einer guten WLAN-Verbindung recht einfach. Auch die Installation des Controllers an der linken Lenkerarmatur ist in 20 Minuten erledigt. Das Headset mit zwei Lautsprechern und Mikro ist mit Kletthaken kinderleicht im Helmpolster zu befestigen. Das Laden des Nuviz-Akkus funktioniert wie beim Smartphone per USB-Kabel.

Jetzt heißt‘s Helm auf und los. Dabei macht sich das 240 Gramm schwere Gerät nicht negativ bemerkbar und beeinträchtigt den Tagekomfort nicht. Nur beim Schulterblick nach rechts bzw. beim Zurückdrehen des Kopfes wird bei Autobahntempo ein höherer Winddruck spürbar.

Auf einer kombinierten Stadt-, Landstraßen- und Autobahn-Tour über 300 Kilometer bei Regen und Sonne lieferte das in der Helligkeit einstellbare Display zuverlässige Routen-Infos, berechnete bei Abweichungen sehr schnell neu, zeigte aber auch einen Abzweig an, der faktisch nicht existierte. Der Minibildschirm sitzt im Blickfeld rechts unten, lässt volle Sicht aufs Verkehrsgeschehen. Wahlweise können die GPS-gemessene aktuelle Fahr-Geschwindigkeit (mit Warnfunktion bei Übertretung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit) oder eine Kartengrafik als Hauptmotiv dargestellt werden. Ein Blick drauf kostet in etwa so viel Aufmerksamkeit wie einer in den Rückspiegel.

Die Bedienung mittels Bluetooth-Controller ist intuitiv. Bloß bei sehr hellem, direktem Gegenlicht wird das Display schlecht ablesbar und spiegelt. Die getrennt für alle Funktionen (Telefon, Musik, Routenanweisungen) einstellbare Lautstärke ist bis ca. 140 km/h ausreichend, je nach Windschutz und Helm.

Wer will, kann mit dem Nuviz im Handy abgespeicherte Musik hören, die Titelwahl erfolgt über den Controller. Ebenso die Auswahl der Telefonkontakte und das Anwählen, Annehmen oder Wegdrücken von Gesprächsverbindungen. Klang- und Sprachqualität von Telefonaten sind überraschend gut. Eine Internet-Verbindung des über Bluetooth mit dem Nuviz verbundenen Smartphones ist unterwegs nur dann nötig, wenn man eine neue Route planen will.

Fazit

Funktioniert als Navi und Freisprechanlage einwandfrei und stört so gut wie gar nicht. Die Akkulaufzeit reicht für Tagestouren aus. Ob’s die Kamera (Foto und Video) wirklich braucht, sei dahingestellt. Eine um die Kamerafunktion abgespeckte, leichtere und entsprechend günstigere Version wäre sicher auch sinnvoll.

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