Test Kurzhandschuhe Teaser Tobias Beyl

10 wasserdichte Kurzhandschuhe im Test

Sind die überhaupt sicher?

Können Kurzhandschuhe von sicherheitsbewussten Motorradlern überhaupt in die Hand genommen werden, oder braucht man dann erst gar keine Handschuhe zu tragen? Nein, denn gut gemachte Exemplare sind sicher und punkten obendrein mit Nässeschutz, Belüftung und Komfort. Zehn kurze Paare im Test.

Kurze Motorradhandschuhe, kombiniert mit einer wasserdichten, atmungsaktiven Membran – so lauteten unsere Anforderungen an die Teilnehmer dieses Handschuhtests. Preislich gab es keine Vorgaben, weshalb das Testfeld von günstigen 70 bis hin zu durchaus gerechtfertigten 150 Euro streut.

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Test Kurzhandschuhe Teaser
Ein Paar Kurze - 10 Kurzhandschuhe im MOTORRAD-Test
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Große Unterschiede bei der Ausstattung

Relativ unabhängig vom Preis zeigen sich je nach Philosophie des Herstellers teils deutliche Unterschiede in der Ausstattung: Eine Gummilippe an der linken Hand, um Regentropfen vom Visier zu wischen, haben viele Testteilnehmer, aber eben nicht alle. Sturzgefährdete Stellen können durch Textil, Leder oder Kunststoff verstärkt werden, der Knöchelprotektor ist mal aus Karbon, mal aus Kunststoff und ein andermal gar nicht vorhanden. Für eine Zertifizierung als Motorradhandschuh ist dieser übrigens nicht zwingend nötig: Die beispielsweise in Frankreich erforderliche Zulassung kann auch ohne Knöchelprotektor erreicht werden, unter dem wichtigen Motorrad-Piktogramm im Handschuh steht in diesem Fall dann nur die Angabe des Schutzlevels, nicht jedoch das zusätzliche Kürzel KP. Dieses bescheinigt dem Protektor auf dem Handrücken normenkonforme Schlagdämpfungseigenschaften. In unserem Test verzichten Macna und Spidi auf diese Zertifizierung, Difi kommt überraschend komplett ohne Zulassung. In Deutschland stellt letzteres rechtlich zwar kein Problem dar, im Ausland kann das aber unter Umständen ganz anders aussehen.

Motorradhandschuhe im Nässetest

Apropos Ausland: Alle Handschuhe in diesem Test wurden in Asien produziert, auch wenn die Entwicklung in Deutschland, Italien oder Belgien stattfindet. Das muss natürlich kein Problem sein, fast alle Testteilnehmer gefallen mit ordentlicher Verarbeitung. Zumindest zunächst. Beim Nässetest sieht es dann leider anders aus: Nur drei Paare überstanden Tauchbad und Befüllungstest ohne Probleme! Leichte bis mittelstarke Regenschauer dürften zwar auch die anderen Kandidaten meistern, dennoch ein trauriges Ergebnis.

Contra Kurzhandschuhe

Ein zentrales Sicherheitsmerkmal in diesem Test – und ein oftmals angeführtes Argument gegen Kurzhandschuhe – ist der Abstreifschutz: Bei einem Sturz muss der Handschuh selbst bei längeren Rutschpartien sicher auf der Hand bleiben. So mancher Klettverschluss im Test scheitert hier, andere Handschuhe wiederum stehen hier den Varianten mit langer Stulpe in nichts nach.

Den kompletten Test der zehn Kurzhandschuhe in ausführlicher Beschreibung gibt es als PDF zum Download.

1. Alpine Stars "Belize Drystar"

Alpinestars "Belize Drystar" Kurhandschuhe im Test
mps-Fotostudio

Anbieter: Alpinestars
Preis:
149,95 Euro
Farben: Schwarz/Grau/Rot, Schwarz/Braun/Rot
Größen: S bis 3XL
Materialien: Rindsleder, Polyamid, Knöchelprotektor aus Karbon, Finger- und Handflächenschleifer aus TPU-Kunststoff, Futter aus Polyester
Klimamembran: Drystar
Herstellungsland: Indonesien
Zertifizierung: Level 1 mit Knöchelproktektor

Fazit: Der Belize Drystar von Alpinestars ist der sicherste und sportlichste Handschuh im Test, leider zeigt er Schwächen beim Nässetest. Die Finger fallen verhältnismäßig lang aus, also eher ein Handschuh für schmale Hände.

MOTORRAD-Urteil: gut

2. Dainese "Solarys Short Gore-Tex"

Dainese "Solarys Short Gore-Tex" Kurzhandschuhe im Test
mps-Fotostudio

Anbieter: Dainese
Preis:
139,95 Euro
Farben: Schwarz
Größen: XS bis 3XL
Materialien: Polyester und Polyamid mit Ziegen- und Wildleder, Stretcheinsätze aus Spandex, Knöchelprotektor aus Kunststoff, Futter aus Polyester
Klimamembran: Gore-Tex
Herstellungsland: Vietnam
Zertifizierung: Level 1 mit Knöchelproktektor

Fazit: Der Dainese Solarys Short ist ein sehr komfortabler Handschuh mit Schwächen beim Abstreifschutz. Durch die nur mittelmäßige Belüftung und das warme Futter empfiehlt er sich vor allem für die Übergangszeit in Frühjahr und Herbst.

MOTORRAD-Urteil: gut

3. Difi "Troy Aerotex"

Difi "Troy Aerotex" Kurhandschuhe im Test
mps-Fotostudio

Anbieter: Motoport
Preis:
74,95 Euro
Farben: Schwarz
Größen: S bis 3XL
Materialien: Ziegenleder, Polyamid, Polyurethan, Knöchelprotektor aus Karbon, Futter aus Polyester
Klimamembran: Aerotex
Herstellungsland: China
Zertifizierung: Keine

Fazit: Hätte der Difi Troy Aerotex eine Zertifizierung als Schutzhandschuh für Motorradfahrer und einen weiteren Einstieg mit Stretchmaterial, wäre er ein sehr angenehmer Kurzhandschuh. So bleibt allerdings noch Raum zur Verbesserung.

MOTORRAD-Urteil: befriedigend

4. Held "Madoc"

Motorradhandschuhe, Kurzhandschuhe, Test, Vergleichstest
mps-Fotostudio

Anbieter: Held
Preis:
99,95 Euro
Farben: Schwarz
Größen: 7 bis 12
Materialien: Nyspan-Stretchgewebe mit Rindslederbesatz, Unterhand und Schichtel aus Ziegenleder, Strickstulpe aus Polyester, Hartschalen-Knöchelprotektor mit Leder überzogen, Futter aus Polyester
Klimamembran: Gore-Tex
Herstellungsland: Indonesien
Zertifizierung: Level 1 mit Knöchelprotektor

Fazit: Tolle Qualität und zahlreiche überzeugende Features – der Held Madoc sichert sich die volle Punktzahl im Bereich Ausstattung/Verarbeitung und punktet auch sonst in allen Bereichen mehr als ordentlich. Verdienter Testsieger!

MOTORRAD-Urteil: sehr gut, MOTORRAD-Testsieger

5. iXS "Tour ST-Plus Kurz"

IXS "Tour ST-Plus Kurz" im Vergleichstest
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Anbieter: Hoststettler
Preis:
79,95 Euro
Farben: Schwarz
Größen: S bis 3XL
Materialien: Ziegenleder, Polyester, Polyurethan und Elasthan, Knöchelprotektor aus TPU-Kunststoff, Futter aus Polyester/Silberionen
Klimamembran: Solto-Tex
Herstellungsland: China
Zertifizierung: Level 1 mit Knöchelproktektor

Fazit: Der auch mit langer Stulpe erhältliche iXS Tour ST-Plus überzeugt mit Sicherheit, Verarbeitungsqualität, Komfort und angenehmer Passform. In einem von vier Nässetests patzte er leicht, deshalb verpasst er knapp das Urteil "sehr gut"

MOTORRAD-Urteil: gut

6. Macna "Passage"

Macna "Passage" Kurzhandschuhe im Test
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Anbieter: Macna
Preis:
69,95 Euro
Farben: Schwarz
Größen: S bis 3XL
Materialien: Ziegenleder, Polyester, Polyamid und Polyurethan, Knöchelprotektor aus TPU-Kunststoff, Futter aus Polyester und Polyurethan
Klimamembran: Raintex
Herstellungsland: China
Zertifizierung: Level 1 (kein Knöchelproktektor)

Fazit: Der Macna Passage ist ein warmer Handschuh für die Stadt oder Kurzstrecke. Er ist bequem und gut verarbeitet, scheitert aber an der Schlagdämpfungsprüfung – denn einen Knöchelprotektor besitzt er nicht.

MOTORRAD-Urteil: befriedigend

7. Modeka "Sonora Dry"

Modeka "Sonora Dry" Kurzhandschuhe im Test
mps-Fotostudio

Anbieter: Modeka
Preis:
79,90 Euro
Farben: Schwarz
Größen: 6 bis 12
Materialien: Ziegenleder und Polyester an der Oberseite, Känguruleder an der Innenhand, Polyamid und Polyurethan, Verstärkungen aus Epoxidharz ("Super-Fabric"), Futter aus Polyester
Klimamembran: Porelle
Herstellungsland: Pakistan
Zertifizierung: Level 1 mit Knöchelproktektor

Fazit: Der Modeka Sonora Dry ist ein toller, bequemer, wertiger und vor allem günstiger Handschuh für vornehmlich wärmeres Wetter. Er ist alternativ auch ohne Membran erhältlich, dann auch in Kurz- und Langgrößen mit farbigen Akzenten.

MOTORRAD-Urteil: sehr gut, MOTORRAD-Kauftipp

8. Rev'it "Hydra H20"

Revit "Hydra H20" Kurzhandschuhe im Test
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Anbieter: Rev'it
Preis:
84,99 Euro
Farben: Schwarz
Größen: S bis 4XL
Materialien: Ziegenleder, Polyamid, Polyester und Polyurethan, Hartschalen-Knöchelprotektor mit Nitrilkautschuk, Futter 3M Thinsulate
Klimamembran: Hydratex
Herstellungsland: China
Zertifizierung: Level 1 mit Knöchelproktektor

Fazit: Rev’it ordnet den Hydra H2O selbst als Winterhandschuh ein, doch auch im Frühling oder Herbst macht er eine gute, sichere Figur. Punktabzug gibt es wegen Druckstellen an den Fingern und leichten Schwächen beim Nässetest.

MOTORRAD-Urteil: gut

9. Richa "City Gore-Tex"

Richa "City Gore-Tex" Kurzhandschuhe im Test
mps-Fotostudio

Anbieter: Richa
Preis:
99,00 Euro
Farben: Schwarz
Größen: S bis 4XL
Materialien: Ziegen- und Rindsleder, Polyamid, Knöchelprotektor aus PVC, Futter aus Polyester
Klimamembran: Gore-Tex
Herstellungsland: China
Zertifizierung: Level 1 mit Knöchelproktektor

Fazit: Der Richa City GTX ist ein gut gemachter, zuverlässiger und bequemer Handschuh. Bei hohen Temperaturen ist er zwar zu warm, in Frühling, Herbst und Winter jedoch ist er genau richtig. Nur der Abstreifschutz müsste enger sein.

MOTORRAD-Urteil: gut

10. Spidi "Bora H2Out"

Spidi "Bora H2Out" Kurzhandschuhe im Test
mps-Fotostudio

Anbieter: Spidi
Preis:
89,90 Euro
Farben: Schwarz, Schwarz/Grau/Neongelb
Größen: S bis 3XL
Materialien: Ziegenleder, Kunstleder, Polyamid, Polyurethan, Velours-Mikrofaser, Knöchelprotektor aus Karbon, Futter aus Polyester und Nylon
Klimamembran: H2Out
Herstellungsland: China
Zertifizierung: Level 1 (keine Zertifizierung für Knöchelproktektor)

Fazit: Im Kurztest in MOTORRAD 26/2018 zeigte sich der Bora H2Out zuverlässig wasserdicht, diesmal scheiterte er aber sowohl im Tauchbad als auch beim Befüllungstest. Schade, denn ansonsten ist er ein rundum großartiger Handschuh.

Fazit

Fast alle Kurzhandschuhe gefallen mit ordentlicher Verarbeitung. Leider überstehen nur drei Paare das Tauchbad und den Befüllungstest ohne Probleme. Leichte bis mittelstarke Regenschauer dürften aber auch die anderen Kandidaten meistern. Beim zentralen Sicherheitsmerkmal – dem Abstreifschutz – scheitert so mancher Klettverschluss im Test. Andere Handschuhe wiederum stehen hier den Varianten mit langer Stulpe in nichts nach. Insofern können sich Motorradfahrer beruhigt ein Paar Kurze gönnen.

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