Die besten 125er-Bikes: Jugend testet – Teil 1 des großen Vergleichstests

Jugend testet – Teil 1 des großen Vergleichstests
Diese 4 Bikes belegen die Plätze 11 bis 8

ArtikeldatumVeröffentlicht am 16.10.2026
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Elf 125er-Bikes, acht jugendliche Tester und ein klares Ziel: der Testsieg unseres großen 125er-Vergleichstest 2026. Alle Modelle treten von Beginn an gegeneinander an – unabhängig davon, ob Naked Bike, Enduro, Supermoto oder Cruiser. In mehreren Abstimmungsrunden verkleinern die Teilnehmer das Feld, bis am Ende nur noch ein Motorrad übrig bleibt. Die Redaktion beobachtet, misst und analysiert – entschieden wird allein von den Jugendlichen.

Für 4 Bikes endet der Vergleichstest in der ersten Runde

Wer den Titel holen will, muss im Alltag überzeugen: beim Antritt, in Kurven, bei der Ergonomie und natürlich auch beim Preis. Für vier Motorräder endet der Titelkampf allerdings schon früh. Sie konnten die jugendlichen Tester im direkten Vergleich nicht vollständig überzeugen. Den Anfang macht die Rieju NKD 125 auf Platz elf, gefolgt von der Yamaha WR 125 R, der Aprilia SX 125 und der KTM 125 SMC R.

Die besten 125er-Bikes von MOTORRAD getestet, 125er-Champs (2026), Leichtkrafträder
Tyson Jopson

11. Platz: Rieju NKD 125

Mit der Rieju NKD mischt seit Kurzem ein neues 125er-Naked-Mobil in der Achtelliterklasse mit. Das bringt gleich ein besonders attraktives Verkaufsversprechen mit: Aktuell steht das Naked Bike ab 3.499 Euro beim Händler. Beim Blick aufs Preisschild schnauft die etablierte 125er-Konkurrenz kurz durch – nur um wenig später in den Raum zu werfen: Kann die auch was? Nach den ersten Kilometern wenden wir uns mit genau dieser Frage an die Teilnehmer der 125er-Champs. Isabell schnappt sich das Mikro: "Der Preis der NKD ist natürlich richtig heiß. Wenig Geld ausgeben, draufsetzen, Motorrad fahren lernen, glücklich werden – dafür steht die Rieju."

Die besten 125er-Bikes von MOTORRAD getestet, 125er-Champs (2026), Leichtkrafträder
Tyson Jopson

Traktionskontrolle und nur 810 mm Sitzhöhe

Was aus dem Stand für so viel Zuspruch sorgt, muss einiges richtig machen. Da lässt sich die NKD 125 nicht lumpen. Neben dem angesagten, zart von KTM abgekupferten Design mit klaren Kanten von vorne bis hinten spart die Rieju auch bei der Ausstattung nicht. Vorne sitzt eine 41er-Upside-down-Gabel samt Nissin-Bremse. Ein ABS überwacht den Bremsvorgang, während eine Traktionskontrolle kontrolliertes Rausfeuern mit dem 15 PS starken Single selbst auf nicht perfekt grippendem Untergrund unterstützt.

Daneben informiert ein klar ablesbares TFT-Display über Geschwindigkeit, Drehzahl und mehr, während rundum LED-Leuchten strahlen. Das alles klingt richtig lecker. Noch besser wird’s beim Platznehmen in gemessenen 810 Millimetern Sitzhöhe. Auch die Ergonomie stimmt. "Die Sitzposition fällt top aus, der Knieschluss am Tank ist schön eng", diktiert Lisa dazu in die Kamera. Eine Einschätzung, die auch die anderen Gasttester der 125er-Champs teilen.

Manko Motorabstimmung

Trotz der vielen Lobeshymnen landet die Rieju bei den Jugendlichen in der Gunst der 125er-Champs 2026 nur auf dem letzten Platz. Da wird’s Zeit für eine Ursachenforschung. Bei der fällt häufig das Wort "Motorabstimmung". Klar, 125er reißen den Asphalt nicht mit Macht auf, dennoch gibt es zwei Ansprüche, die die jugendlichen Teilnehmer beim Thema Motor immer wieder äußern. Zum einen wünschen sie sich eine möglichst lineare Leistungsentfaltung, die über das gesamte Drehzahlband kontinuierlich Power zulegt – ohne Einbrüche. Zum anderen steht druckvolles Antreten schon bei niedrigen Drehzahlen bei den Jugendlichen hoch im Kurs. Auch wenn 125er an dieser Stelle wegen ihres Hubraums und der begrenzten Maximalleistung keine Bäume ausreißen, sind im diesjährigen 125er-Champs-Testfeld Unterschiede spürbar.

Die NKD 125 punktet mit guter Ausstattung und dynamischem Design, ihr Einzylinder wirkt beim Mitschwimmen und beim Antritt aber immer eine Spur bemühter als die Motoren der Mitbewerber. Wenn Rieju der NKD 125 an dieser Stelle ein Update spendieren könnte, sähe die Sache für den Neuling im 125er-Feld schnell anders aus. So aber bleibt’s dabei: Die Rieju muss als Erste gehen.

10. Platz: Yamaha WR 125 R

Comeback des Jahres – diesen Titel hat sich die WR 125 R schon vor den 125er-Champs gesichert. Warum? Weil sie bis 2016 bereits zum Programm von Yamaha zählte, die damals eingeführte Euro-4-Abgasnorm aber nicht packte und verschwand. Bis 2026. Seit diesem Jahr mischt sie wieder munter mit im Reigen der 125er-Klasse. Der Ansatz der WR 125 R lautet dabei: Ich bin für alle Wege zu haben. Ihr Enduro-Look beherbergt das Versprechen, dass am Ende des Teerbandes die Fahrt ruhig weitergehen darf. Um jenseits des Asphalts nicht die Contenance zu verlieren, stattet Yamaha die WR mit Stollenpneus von Dunlop aus. Auf den Felgen sitzen D605 in der Spezifikation "J".

Die besten 125er-Bikes von MOTORRAD getestet, 125er-Champs (2026), Leichtkrafträder
Tyson Jopson

Erste Enduro-Erfahrung für die meisten

"Wenn man sich einmal an die Stollenreifen und die nicht ganz so stabile Kurvenlage gewöhnt hat, macht die WR schon richtig Spaß", wirft Carlos ein. Er spricht damit bereits einen zarten Kritikpunkt an. Die groben Reifen der WR lassen die Enduro in Kurven nicht ganz so stabil liegen wie die Wettbewerbsmodelle. Alte Hasen behaupten an dieser Stelle gerne, dass das doch von vornherein klar sei. Für fast alle Jugendlichen war die WR aber der Erstkontakt mit dem Thema Enduro – von daher hat diese Stimme Gewicht, weil sie den Erfahrungsschatz von 16- bis 18-jährigen 125er-Fahrern widerspiegelt.

Sitzhöhe über dem 125er-Standard

Ebenso typisch wie die Pneus ist für Enduros eine Sitzhöhe, die über dem 125er-Standard liegt. Das gilt auch für die WR. Luftige 875 Millimeter befindet sich ihr Polster über dem Grund. Wer allerdings eher kürzere Beine hat, kommt damit weniger gut zurecht. "Die WR ist schon relativ hoch, da muss ich als kurze Person schauen, wie ich das Bike im Stand ausbalanciere", schildert Isabell. "Aber wenn ich ein paar Zentimeter längere Beine hätte, dann wäre die Yamaha-Enduro schon sehr interessant für mich." Da sie ihre unteren Gliedmaßen nicht tauschen kann, ist es bei ihr jedoch Essig mit der Favoritenrolle im 125er-Champs-Umfeld für die Yamaha-Enduro.

"Durchaus bequemes Reisemobil"

Wer über lange Gräten verfügt und dem Thema straßenzulässiges 125er-Offroad-Mobil offen gegenübersteht, erhält mit der WR einen Einzylinder samt variabler Ventilsteuerung und geringem Verbrauch sowie üppige Federwege mit 217 Millimetern Arbeitsweg vorne und 187 hinten. Und ein durchaus bequemes Reisemobil, wie Carlos ergänzt: "Mir gefällt die Sitzhaltung auf der WR: Ich hocke mit offenem Kniewinkel sehr bequem drauf, das würde mir auch für längere Strecken taugen." Bei den 125er-Champs 2026 neigt sich die Tour mit der WR 125 R allerdings dem Ende entgegen, weil die Teilnehmer sie auf Platz zehn aus dem Feld wählen. So muss die R 125 allein das Projekt Titelverteidigung für Yamaha in Angriff nehmen.

Vergleichstest Fantic Stealth 125 & CFMOto 125 NK

9. Platz: Aprilia SX 125

Was braucht es, um 125er-Piloten glücklich zu machen? Einen Motor, der das 15-PS-Limit bestmöglich ausschöpft, wenig Gewicht auf den Rippen, ein sauber abgestimmtes Fahrwerk und keine Zickereien, wenn es darum geht, die 100-km/h-Marke zu überspringen. Wenn diese Zutaten dann noch in einem Supermoto-Paket Platz finden, gibt’s sofort Applaus von den jugendlichen Co-Testern. "Ich fahre die Aprilia ja auch selbst, deshalb bin ich ein wenig voreingenommen. Trotzdem bleibe ich dabei: Sumos rocken, und die SX macht auf der Landstraße einfach richtig Laune. Mir taugt auch die Sitzhöhe", merkt Carlos schon nach den ersten Metern an.

Die besten 125er-Bikes von MOTORRAD getestet, 125er-Champs (2026), Leichtkrafträder
Tyson Jopson

Höchste Sitzhöhe im Test: 880 Millimeter

Weil mit der Höhe des Polsters bereits ein erster Hinweis auf die technischen Daten gefallen ist, folgen noch ein paar weitere Infos aus dem SX-Kommandoraum: Wer seinen Hintern auf dem Sitzmöbel der SX platzieren möchte, muss 880 Millimeter überwinden. Höher liegt der Pilotensessel bei keinem anderen Bike der 125er-Champs 2026. Ein Arrangement, das nicht jedem 125er-Teilnehmer taugt. "Für mich zählt die Aprilia nicht zu den Favoriten, weil ich dieses hohe Sitzen mehr auf als in dem Motorrad nicht so schätze. Ich komme damit nicht gut zurecht", erklärt Lisa, die Naked Bikes bevorzugt.

Viel Power, viele Vibrationen

Eigentlich schade, denn der Aprilia-Motor meint es richtig gut mit den 125er-Testern. Schließlich liegt er auf dem Prüfstand sogar leicht über dem erlaubten 15-PS-Limit. Leistungsmangel herrscht an Bord der SX also keinesfalls. Es ist neben der erwähnten Sitzhöhe eher die Abstimmung des Italo-Singles, die Probleme bereitet. Der Einzylinder lebt nämlich. Und zwar so richtig. Egal, welche Drehzahl anliegt: Mit spürbaren Vibrationen ist er immer zur Stelle. Unten, in der Mitte, oben raus. Selbst SX-Fan Carlos findet das nicht gut: "Die starken Motorvibrationen nerven auf Dauer. Das merkt man vor allem in den Spiegeln, die dann stellenweise kaum noch einen vernünftigen Blick nach hinten zulassen."

ABS, LED und nur 141 Kilogramm

Von dieser Scharte erholt sich Aprilias Sumo-125er nicht mehr. Dabei macht sie an anderer Stelle vieles richtig: Im Vorderrad rotiert eine fette 300er-Scheibe, die von einem ABS überwacht wird. Die Lichter der SX strahlen mit LED-Technik, ihr langhubiges Fahrwerk liefert einen guten Kompromiss aus Stabilität und Komfort. Mit 141 Kilogramm vollgetankt gehört sie zudem zu den Leichtgewichten im Feld. Dank des neuen, farbigen Displays sind seit dieser Saison alle wichtigen Infos im Cockpit sofort zu erkennen – und Design können sie auch in Italien.

Aprilia SX 125 ab 4.600 Euro

Ergänzend zu diesen Features kommt der attraktive Preis. Ab 4.600 Euro rückt der Aprilia-Händler die SX 125 heraus. Das schont das Sparbuch. Ein Fakt, der bei den 16- bis 18-Jährigen gut ankommt. Es reicht aber nicht, um die Scharte rund um den rappeligen Motor auszugleichen. Daher heißt es jetzt: Ciao, Aprilia – für dich endet das Rennen um die beste 125er 2026 hier leider.

125er-Cruiser Hyosung GV 125i X ABS und Benda Rock 125

8. Platz: KTM 125 SMC R

Was lange währt, wird endlich gut – dieses Motto passt wie die Faust aufs Auge zur 125er SMC R von KTM. Die Österreicher gelten samt ihren Submarken als Sumo-Verfechter vor dem Herrn und hauen zulassungsfähige Driftgeräte in vielen Hubraumklassen raus. Nur in der Einstiegskategorie A1 blieb das Sumo-Feld bislang unbestellt. Doch dann taucht sie endlich auf der 125er-Bühne auf – KTMs kleine SMC R. Und wie ihre großen Schwestern bringt sie richtig viel mit für schrägen Spaß im Winkelwerk.

Die besten 125er-Bikes von MOTORRAD getestet, 125er-Champs (2026), Leichtkrafträder
Tyson Jopson

ABS, gut ablesbares TFT-Display, LED-Beleuchtung

Das fängt beim gut ablesbaren TFT-Display an, setzt sich beim ABS fort, das auch einen Supermoto-Modus besitzt, und reicht von der LED-Beleuchtung bis hin zum optional erhältlichen Quickshifter/Blipper. Für dieses Feature ruft KTM aktuell 249 Euro Aufpreis auf, die sich aber absolut lohnen, wie David berichtet: "Ich bin richtig positiv überrascht von der KTM. Mit dem optionalen Quickshifter/Blipper gelingen Gangwechsel superlässig."

Im Kurvenleben heißt das: mit viel Schwung auf den nächsten Knick zusteuern, hart ankern, was die 320er-Scheibe problemlos mitmacht, und dann die Gänge nur mit dem linken Fuß nach unten durchsteppen, um perfekt um jede Biegung zu wischen. Eben typischer Supermoto-Stil. Hart am 125er-Gas, auf Attacke gebürstet. Das mag die SMC R.

Häufigster Kritikpunkt: Motorabstimmung

Wer es lässiger angeht und die in typischer KTM-Designsprache gestaltete Einstiegs-Supermoto nicht nur im Vollgasmodus vorantreibt, entdeckt an ihr aber auch das eine oder andere Härchen in der österreichischen Sumo-Suppe.

Häufigster Kritikpunkt: die Motorabstimmung. Zwar drückt der KTM-Single auf dem Prüfstand 15,7 PS und übertrifft damit das 125er-Limit, die Leistungskurve selbst arbeitet sich aber wellig in Richtung ihres Höhepunkts bei 10.000/min vor. Und vor allem die Täler hinterlassen bleibenden Eindruck bei den 125er-Champs-Testern: "In unteren und mittleren Drehzahlen hat der KTM-Motor vergleichsweise wenig Power, will immer hochgedreht werden", kommentiert Lisa. David ergänzt: "Unten herum kommt bei der KTM zwar nicht allzu viel, aber etwa ab 8.000 Umdrehungen brennt’s in der Single-Hütte."

Genau an dieser Auslegung der 153 Kilogramm wiegenden KTM scheiden sich die Geister bei den 125er-Champs. Wer die SMC R ausquetscht, erlebt Fahrfreude pur und ein Sumo-Wetzeisen, dessen Fahrwerk jeden schrägen Spaß locker wegsteckt, satt liegt und mit feinem Feedback durch jeden Radius wischt. Wer zaghafter am Gasgriff spielt, vorm Wohlfühlbereich schaltet, muss stellenweise die Mitbewerber ziehen lassen. In diesem Zwiespalt befindet sich die 125er SMC R permanent, wobei das Pendel am Ende zu Ungunsten der KTM ausschwenkt.

Leistungskurven der vier 125er-Bikes

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Tyson Jopson
  • Die WR von Yamaha startet im 125er-Reigen fulminant, ihr Elan ebbt kurz nach ihrem Drehmoment-Peak bei 6.400/min aber spür- und erfahrbar wieder ab.
  • Die SX von Aprilia leidet ein wenig unter ihrem Drehmomentverlauf bis 6.000 Umdrehungen. Erst danach nimmt ihr Single mehr Fahrt auf und legt mit 16 PS einen Spitzenwert aufs Parkett.
  • Manierlich ins Zeug legt sich die Rieju beim Erklimmen der Drehzahlleiter. Nur gibt‘s bereits knapp über 4.000 Touren einen zarten Einbruch. Von da an dreht der Einzylinder zwar schön linear, aber mit 14 PS in der Spitze auch nicht übermäßig forsch seinem Leistungszenit entgegen.
  • Bleibt noch die KTM. Die liefert mit 16 PS in der Spitze einen Top-Wert ab, ihre Leistungskurve gleicht aber einem Berg-und-Tal-Diagramm. Das wirkt sich auch im Fahrbetrieb aus. Erst wenn der Single so um 8.000 Umdrehungen ein finales Mal durchatmet und die Leistungskurve noch einmal etwas senkrechter stellt, stimmt der Fahrspaß. Nur bleiben dann knappe 2.500/min, bis der Begrenzer der Gaudi den Saft abdreht. Eine Abstimmung für Drehzahljünger.

Fazit