Honda CB 1000 R (2018) im Fahrbericht

Erste Testfahrt mit dem Naked Bike

Foto: Honda 20 Bilder

2016 war die Honda CB 1000 R noch im MOTORRAD-Katalog vertreten, 2017 nicht mehr. Nun kehrt das große Naked Bike für's Modelljahr 2018 in neuem Gewand zurück. Wir durften uns von den Qualitäten der neuen CB auf einer ersten Probefahrt in Spanien überzeugen.

Was für ein Kurvenrausch. Mit der neuen Honda CB 1000 R von Marbella hoch in die Berge Richtung Ronda, dann flugs einen Abstecher auf dem Ascari-Racetrack eingelegt und im Anschluss wieder das scheinbar endlose Korkenzieher-gleiche Kehren-Wirrwarr Richtung Mittelmeerküste zurück gefahren. Geraden? Fehlanzeige! Und wie hat sich Hondas neues Naked Bike der ein-Liter-Klasse dabei geschlagen? Richtig manierlich.

Das Fasten hat der CB 1000 R gut getan

Wer einen Blick aufs neue Nakedei wirft, erkennt sofort: Hier ist Honda nicht nur mit dem kleinen Staubwedel für eine dezente Modellpflege rübergegangen, sondern hat sich der Honda CB 1000 R sehr intensiv angenommen. 220 Kilogramm wog das alte Modell, 212 Doppelpfund versprechen die Japaner für die neueste Ausgabe. Runter ging es mit den Pfunden unter anderem beim Bodywork. Den LED-Scheinwerfer eng an die Gabel gerückt, das Heck so knapp wie möglich gestaltet, viel Feinarbeit im Detail, dazu noch den Auspuff um 4,5 Kilogramm erleichtert und den Rahmen um deren 2,5. Das Fasten hat der CB 1000 R richtig gut getan. Willig folgt sie jedem Lenkbefehl über den breiten, nur wenig gekröpften Lenker, taucht lässig bis in tiefe Schräglagen ab. Nur wenn es richtig tieffliegend ums Eck gehen soll, ist ein wenig Nachdruck gefordert.

CB 1000 R+ noch einen Tick schärfer

Druck ist ein gutes Stichwort, weil Honda bei der CB 1000 R nicht nur die Pfunde purzeln ließ, sondern dem Inline-Four auch ein Plus an Leistung eingehaucht hat. 145 PS soll der weiterhin in seinen Grundzügen auf der Fireblade des Typs SC 57 (2005-2007) basierende Motor nun leisten. Die glaubt man ihm gerne. Kombiniert mit einer leicht gekürzten Übersetzung marschiert die Honda CB 1000 R ordentlich voran. Dabei lässt sie sich gerne schaltfaul bewegen, ist aber dem Ausdrehen der Gänge nicht abgeneigt. Dem gibt sich der Fahrer gerne hin, besonders wenn er auf der bei der Präsentation zur Verfügung stehenden CB 1000 R+ (14.485 Euro plus NK, normales Modell 12.985 plus NK) sitzt. Die besitzt neben Heizgriffen, einigen optischen Extras wie kleines Alu-Windschild, Kühlerabdeckung und weiteren Show- und Shine-Bauteilen einen Blipper. Mit dem flutschen die Gänge ohne den Griff zur leichtgängigen und prima dosierbaren Kupplung nur so von unten nach oben und zurück.

Foto: Honda
Drei Lackierungen stehen bei der neuen CB 1000 R zur Auswahl.

Das weckt den Sportsgeist, den Fahrwerk und Bremsen auf der Landstraße ohne Tadel voller Tatendrang unterstützen. Allenfalls der direkt angelenkte Dämpfer dürfte seine sensible Seite stärker zur Schau stellen. Ansonsten liegt die Honda CB 1000 R richtig gut auf der Straße. Zeit für einen Schlusswort von Herr Uchida, dem Projektleiter hinter der neuen Honda CB 1000 R: „Wir wollten mit der CB 1000 R ein minimalistisches Naked Bike auf die Räder stellen, das erfreulich einfach zu fahren ist.“ Das ist Honda auf jeden Fall gelungen. Und dank kleiner Fastenkur und einem Power-Zuschlag zieht der Fahrspaß die Mundwinkel jetzt noch weiter nach oben.

Video - Display und Modi der Honda CB 1000 R:

Honda CB 1000 R - Display und Modi
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