EU-Vergeltungszölle für US-Bikes

Harley-Davidson und Indian wollen Produktion verlagern

Foto: Harley-Davidson 40 Bilder

Weil die EU auf die US-Strafzölle auf Stahl und Aluminium mit Vergeltungszöllen für US-Produkte reagiert hat, will Harley-Davidson einen Teil seiner Produktion aus den USA in andere Länder verlagern. Auch Indian denkt über Produktionsverlagerungen nach.

Wie der Spiegel berichtet, verteuern die von der EU ab dem 22.6.2018 verhängten Vergeltungszölle Maschinen von Harley-Davidson für europäische Kunden deutlich. Durch die Anhebung der EU-Zölle von bisher sechs auf 31 Prozent werden Harley-Motorräder in Europa im Schnitt um 2.200 Dollar teurer. Um diese Preiserhöhung zu dämpfen will der US-Hersteller Teile seiner Produktion aus den USA in andere Länder binnen 18 Monaten verlagern. Bis die Produktionsverlagerung abgeschlossen ist, will Harley-Davidson diese Kosten selbst tragen, schreibt der Spiegel weiter. Das bedeute allein für den Rest dieses Jahres eine Belastung von voraussichtlich 30 bis 45 Millionen Dollar. Harley-Davidson hat Werke außerhalb der USA in Brasilien, Indien und Thailand. Und seit dem 4. Juli auch ein Angebot aus Berlin. Wie der Spiegel berichtet, hat  der Geschäftsführer der landeseigenen Wirtschaftsfördergesellschaft Berlin dem US-Unternehmen den Vorschlag unterbreitet, die Produktion nach Berlin zu verlegen. In Berlin würden schon Motorräder gefertigt (A.d.R.: BMW Motorrad fertigt in Berlin) und auch Fördergelder könnten in Aussicht gestellt werden.

US-Präsident Donald Trump reagierte mit Kritik auf die Ankündigung von Harley-Davidson. Er habe mit aller Macht für eine Stärkung der US-Unternehmen gekämpft und jetzt schwenke Harley quasi die "weiße Flagge". Wie der Spiegel meldet, hat Trump in einem weiteren Tweet als Reaktion auf die von Harley-Davidson angekündigte Verlagerung von Teilen seiner Produktion ins Ausland angedroht, andere Hersteller ins Land holen. "Meine Regierung arbeitet mit anderen Motorradfirmen zusammen, die in die USA umsiedeln wollen", schrieb der US-Präsident auf Twitter.

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Schaden für Europa-Geschäft befürchtet

Mit knapp 40.000 verkauften Harley-Motorrädern im vergangenen Jahr sei Europa nach den USA der zweitwichtigste Markt für die Harley-Davidson gewesen. Würde man die Preiserhöhung durch die Strafzölle an die Kundschaft weitergeben, so befürchtet Harley-Davidson einen "sofortigen und langanhaltenden" Schaden für das Europageschäft.

Auch Indian erwägt Verlagerung

Nach Harley-Davidson denkt nun auch der zweite große US-Hersteller Indian über eine Produktionsverlagerung nach, um vor den Strafsteuern zu flüchten. Indian, das zum großen Polaris-Konzern gehört, erwägt Werke von Polaris in Polen für die Motorradfertigung für das Europageschäft zu nutzen. Bislang werden diese Modelle in Iowa gebaut. Polaris verfügt aber auch über Fertigungsstandorte in Mexiko, zudem sein ein Werk in Indien bereits geplant.

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