Motorradmesse in Mailand
EICMA 2019
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Interview mit dem EICMA-Präsidenten Antonello Montante

Erfolgsrezept und Zukunftspläne der Mailänder Motorradmesse

Seit Jahren steigen die Besucherzahlen der Mailänder Motorradmesse EICMA. Dahinter steht eine ausgefeilte Strategie, wie der Präsident der EICMA S.p.a., Antonello Montante, im MOTORRAD-Interview verrät.

Die EICMA wächst und wächst, während viele andere Messen schrumpfen. Was macht die EICMA so erfolgreich?

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Das Geheimnis des EICMA-Erfolges ist, dass wir nicht mehr von einer einfachen Handelsmesse sprechen können. Heute ist diese Messe in jeder Beziehung ein echtes Event. Sie ist ein Schmelztiegel von aktuellen und fortwährenden Angeboten. Deren Programm reicht von der Mode bis zum Design, von großem Kino bis zu Motoren, von internationalen Wettbewerben bis zu akrobatischen Shows, von der Ausbildung bis hin zum Thema Sicherheit. Die EICMA ist ein exzellenter Schaukasten und außerdem die älteste Messe in der Zweiradwelt. Aber damit wollen wir uns wirklich nicht zufriedengeben. Die Rekorde, die wir mit der 75. Ausgabe feierten, machten sie zur besten der letzten Jahrzehnte, und zwar von allen Seiten betrachtet: Das reicht von der Zahl der Aussteller über die belegte Ausstellungsfläche bis hin zur Zahl der Fach- und natürlich der regulären Besucher. Wir wissen um die Herausforderungen der letzten Jahre und der Erfolge, die wir erreicht haben. Aber wir sind uns auch sicher, dass wir die Anforderungen der nahen Zukunft erfüllen können.

Wollen Sie Ihre Strategie denn auch in andere Bereiche oder vielleicht sogar in andere Länder exportieren?

Schauen Sie, die EICMA ist doch wirklich ein Modell, das exportiert gehört, ein Schatz und ein Kapital für Europa und die Welt. Sie ist eine Referenz für Firmen und große Gesellschaften wie auch angesehener Gesprächspartner für Institutionen. Dank der geplanten Strategie bewegt sich die EICMA im Gleichklang mit der Industrie, die die Richtung vorgibt. Wir nehmen dabei eine entscheidende, aber zurückhaltende Rolle ein. Dabei arbeiten wir täglich mit den meisten akkreditierten Unternehmen und internationalen Organisationen zusammen. Für 2019 erwarten wir, dass wir unseren Ausstellern neue Dienstleistungen anbieten und sie auf internationalem Level bei ihrer Arbeit unterstützen können. So hat uns die NIAF, die National Italian American Foundation, zu ihrem wichtigsten Event nach Washington eingeladen, wo jedes Jahr italienische Höchstleistungen gefeiert werden. Das ist ein Projekt, das der Welt zeigen soll, zu welchen Produkten Italien fähig ist. Diese Einladung beweist für mich unsere Präsenz im Ausland und wie erfolgreich der Weg der EICMA hin zu einer internationalen Ausrichtung inzwischen ist.

Wir haben tatsächlich beobachtet, dass dieses Jahr nahezu jeder Motorradhersteller der Welt auf der EICMA ausstellte. Mit welchen Angeboten genau locken Sie diese Aussteller?

Die Verdienste der internationalen Messe liegen in ihrer Geschichte, in ihrem Knowhow von über 100 Jahren. Das ist auch attraktiv für die Motorradbranche weltweit. Während andere Wirtschaftssektoren an Attraktivität verloren haben, konnte der Zweiradbereich seine hervorragenden Werte bestätigen. Da sind Unternehmer und Manager am Werk, die ihre Kenntnisse und Fähigkeiten mithilfe der Messe der gesamten Welt präsentieren. Sie fungieren als Botschafter, die wissen, was zu tun ist, die in der Lage sind, Märkte dank Aktionen oder Marken erfolgreich zu bedienen. Mit unserer harten Arbeit waren wir in der Lage, das Vertrauen all jener Hersteller zu gewinnen, die die EICMA nun als Weltbühne nutzen, um ihre Produktneuheiten zu präsentieren. Marken, die für Exzellenz stehen, ohne die es unmöglich wäre, den Erfolg der Veranstaltung zu garantieren und für die wir Engagement und Zuwendung, Unterstützung, Sichtbarkeit und Kontaktmöglichkeiten 365 Tage im Jahr bieten. Unsere Vision ist ein neues Modell von Handelsplattform, das neue Möglichkeiten des Wachstums für alle Unternehmen bietet, von den kleinen bis zu den großen Namen der Branche. Eine Situation, die alle Arten von Verbindungen und Netzwerke auf allen Ebenen ermöglicht. Ich meine damit ein Networking, das eine simple Handelsmesse zu einem internationalen Rendezvous wachsen lässt, wo Ideen und innovative Lösungen geboren werden. Diese werden in den nächsten Jahren erst spürbar, aber sie werden unser Verständnis und unsere Erfahrung von Mobilität auf zwei Rädern verändern. Das ist nicht nur Networking zwischen Menschen und Unternehmen, sondern auch zwischen Ideen und Projekten.

Wir beobachten inzwischen auch eine steigende Zahl von Fahrrad­ausstellern. Wird diese auf der Messe noch weiter steigen, und wie wichtig ist der Sektor elektrisch betriebener Zweiräder für die EICMA?

Die Marktzahlen und die deutliche Präsenz der Elektrofahrradindustrie auf der EICMA zeigt doch, wie die Nachfrage für das Zweirad weltweit steigt. Die Hersteller traditioneller Fahrräder werden daran in großer Zahl teil­haben und so wieder Mitglieder der großen EICMA-Familie werden. Unsere 103 Jahre Geschichte sind zwar schon ein Wert an sich. Aber unsere Absicht ist, der internationalen Messe Instrumente zu geben, um mit den ständigen und manchmal plötzlichen Veränderungen klarzukommen. Dieses Jahr sind wir sehr zufrieden damit zu sehen, wie das, was letztes Jahr noch als Wagnis schien und in was wir viel investierten, jetzt ein exzellentes Feedback von den Besuchern wie auch den Ausstellern erhielt. Der Markt und die Industrie geben eindeutige Zeichen aus, dass das E-Bike nicht ein vorübergehender Trend ist, sondern ein beständig wachsendes Phänomen mit ständig steigenden Verkaufszahlen.

Beabsichtigen Sie, die EICMA auch in Deutschland zu veranstalten?

Unsere Messe unterliegt einer ständigen Evolution. Aber die Vision und der internati­o­nale Anspruch erlauben uns bis heute außerordentliche Ergebnisse, klar und stabil. Dies ermöglicht unsere Langzeitstrategie, die ich mit dem Management und den Mitgliedern und Herstellern der Branche skizziert habe. Daran glauben wir und arbeiten in diese Richtung. Die 75. Ausgabe hieß 1713 Aussteller aus über 40 Ländern willkommen. Ich erwähne nur den Hollywood-Star Keanu Reeves, der die EICMA wählte, um sein neues Motorrad zu präsentieren, oder den Sänger Francesco Gabbani, der die MTV Awards 2017 moderiert, oder die mehr­fache Schwimmweltmeisterin und Olympiateilnehmerin Federica Pellegrini. In der diesjährigen Veranstaltung übertrafen wir uns selbst, auch mit Angeboten in der Stadt, mit der Motorbike-Week, auf der wir mit über 150 Events das gemeinsame Thema der Kultur und Leidenschaft für das Zweirad zele­brierten. Wir starteten die Zusammenarbeit mit Unternehmen, die zu Botschaftern des Zweirads wurden. Der gemeinsame Nenner ist dabei Innovation, Eleganz und Schönheit. Die Partnerschaft mit der Warenhauskette Rinascente als Symbol der Eleganz und mit Harrods, dem größten Kaufhaus Europas, sind greifbare Beweise, wie die EICMA mit der Welt verbunden ist. Erstmals erzielten wir auch eine Zusammenarbeit in Berlin mit dem berühmten KaDeWe: Diese Ikone repräsentiert das Konzept von Luxus und Kultur. Was ich sagen möchte: Wir sind immer offen für Gespräche und bereit, uns von neuer Zusammenarbeit mit neuen Partnern inspirieren zu lassen.

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