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Jahresfahrleistung: Nur 2.200 Kilometer auf dem Motorrad

Jahresfahrleistung sinkt weiter Nur noch 2.172 Kilometer pro Jahr auf dem Motorrad

Motorradfahrer in Deutschland fahren durchschnittlich immer weniger. Nur noch 2.172 Kilometer pro Jahr.

Nennt man das eine schlechte Nachricht? Oder soll man einfach nüchtern festhalten, dass die durchschnittliche Fahrleistung der Motorradfahrer laut Statistischem Bundesamt Jahr für Jahr zurückgeht? Selbst in der Redaktion MOTORRAD hatten wir geglaubt und gehofft, dass der „Deutsche Durchschnittsfahrer“ irgendetwas zwischen 3000 und 5000 Kilometern pro Jahr unter die Räder nimmt. Tatsächlich fahren Mann oder Frau durchschnittlich bescheidene 2.172 Kilometer pro Jahr (Stand 2020).

Anhaltender Trend

Dies ist das Resultat eines langanhaltenden Trends: Im Jahr 2012 waren es gerundet noch 3.000 Kilometer, 2017 dann 2.300 Kilometer, 2018 und 2019 jeweils nur rund 2.200 Kilometer. All diese Werte hat das Kraftfahrt-Bundesamt ermittelt. Und zwar auf Basis des Abgleichs von Tachoständen bei den alle zwei Jahre durchgeführten technischen Hauptuntersuchungen. Womit klar ist, dass Oldtimer und Youngtimer, die abgemeldet in den Garagen stehen oder nur sporadisch alle paar Jahre mal angemeldet werden, den Schnitt eigentlich noch weiter drücken würden.

Deutscher Durchschnitts-Biker
Verkehr & Wirtschaft

Apropos Durchschnitt

Das Kraftfahrt-Bundesamt wirft in seinen Zählungen 125er bis 15 PS und Motorräder zusammen – alles, was echte weiße Nummernschilder mit Plakette trägt, im Unterschied zu den 50ern mit Versicherungs-Kennzeichen. Vereint sind das in Deutschland rund 4,62 Millionen Maschinen über 50 Kubik. Sie verteilen sich auf rund 950.000 125er und knapp 3,7 Millionen Motorräder.

125er gut für den Schnitt?

Ob sich die durchschnittlichen Fahrleistungen der kleinen 125er und der großen Motorräder unterscheiden? Vermutlich schon. Aber vielleicht ja anders, als man meint: 16-jährige Nachwuchs-Piloten sind – speziell auf dem Land – auf ihre 125er zwingend angewiesen. Sie könnten also leicht überdurchschnittlich viele Kilometer abreißen. Ältere FahrerInnen hingegen können zumeist noch auf ein Auto ausweichen, was sie ja nicht nur bei schlechtem Wetter gerne tun. Pkw in Deutschland werden durchschnittlich 13.323 Kilometer pro Jahr bewegt – Diesel mit 19.630 Kilometern und Benziner mit 9.571 Kilometern. Siehe dazu die Tabelle unten.

Noch ein Wort zur Zählweise des Kraftfahrt-Bundesamts in Flensburg: Der gesamte Fahrzeugbestand in Deutschland wird seit einigen Jahren nicht mehr zwei-, sondern nur noch einmal pro Jahr erfasst. Die Erhebung am 1. Juli eines jeden Jahres ist ersatzlos erfassen, nun wird nur noch am 1. Januar gezählt. Für uns Motorradfahrer hat das Folgen: Das KBA kennt nur angemeldete Fahrzeuge. Drin in der Zählung enthalten sind somit auch Motorräder mit Saisonkennzeichen. Raus fallen dagegen alle Maschinen, die vorübergehend über die Winterpause abgemeldet werden.

Zwei Millionen Fuffziger

Nicht zu vergessen: Besitzer mit mehreren angemeldeten Motorrädern fahren natürlich auch statistisch mehr. Erstaunlicherweise wird die Zahl der 50er mit Versicherungs-Kennzeichen in Deutschland nicht zentral ermittelt. Schätzungen liegen bei rund zwei Millionen Fuffziger. Für sie geht das KBA von durchschnittlich rund 1.800 Kilometer jährlich aus. Kompliment – da sitzen die FahrerInnen bei maximal 45 km/h am längsten im Sattel!

Durchschnittliche Fahrleistung der Fahrzeuge in Deutschland

  • Motorräder (inkl. 125er): 2.172 km/Jahr
  • Pkw: 13.323 km/Jahr
  • Lkw über 7,5 t: 35.757 km/Jahr
  • Omnibusse: 55.346 km/Jahr
  • Sattelzugmaschinen: 89.667 km/Jahr

(Jahr 2020, Auswahl)

Fazit

Weniger als gedacht oder erhofft: Im Schnitt werden laut KBA in Deutschland zugelassene Motorräder nur knapp 2.200 Kilometer pro Jahr bewegt.

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