Tobias Beyl
Dr. Wack Hausbesuch
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MOTORRAD Hausbesuch Dr. Wack

Ein Blick ins Testlabor von S100

Der MOTORRAD Hausbesuch gibt Einblicke hinter die Kulissen von Firmen aus der Motorrad-Branche. Diesmal sind wir für euch in den Laboren von Dr. Wack unterwegs gewesen und zeigen die Verfahren, mit denen die Pflege-Linie S100 getestet wird.

Dr. Wack gehört zu den führenden Herstellern von Produkten rund im die Fahrzeugpflege. 1975 von Dr. Oskar K. Wack gegründet ist die Ingolstädter Firma noch immer in Familienhand. Die Produkte im Motorrad-Bereich werden unter der Submarke S100 geführt, vor allem bekannt durch die Motorrad-Reiniger, sowie das weiße Kettenspray und das transparente Dry Lube.

Firmengründung: 1975
Mitarbeiter weltweit: Ca. 300
Geschäftsführer: Dr. Harald Wack, Ralph Hoeckle, Stefan Wind
Firmenhauptsitz: Ingolstadt

Für den MOTORRAD Hausbesuch durften wir einen Blick hinter die Kulissen von Dr. Wack werfen, uns in den firmeneigenen Laboren umsehen. Dort überprüft Hartmut Hauber, der Leiter der Anwendungstechnik regelmäßig die Qualität und Wirkung des weißen Kettensprays, das auch im MOTORRAD-Vergleichstest schon öfter gut abgeschnitten hat. Welche Verfahren genau dort durchgeführt und wie die verschiedenen Kriterien überprüft werden, haben wir hier für euch zusammengestellt.

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Hartmut Hauber erklärt die verschiedenen Aufbauten der Tests.

Testverfahren für das S100 weiße Kettenspray

Dr. Wack, beziehungsweise S100, möchte mit dem weißen Kettenspray vier Ansprüchen gerecht werden, die sie selbst an eine gute Kettenschmierung stellen: Verschleißschutz, Kriechfähigkeit, Korrosionsschutz und Haftung. Diese Eigenschaften werden in den Laboren regelmäßig getestet – wir haben uns das Ganze einmal genauer angesehen.

1.Verschleißmessung

Ein Prüfstand aus der Uni Mannheim simuliert durch Reibung an einem behandelten Metallstück die Bewegungen der Kette und macht so den Verschleiß messbar. Dafür wird eine Metallrolle in einer Wanne mit dem Schmiermittel benetzt, nach zehn Minuten Trockenzeit trifft sie rotierend auf einen kleinen Metallzylinder. Zudem werden ständig unterschiedliche Parameter wie Reibung und Temperatur gemessen. Je nach Hersteller – auch Konkurrenzprodukte laufen hier über die Rolle – entsteht eine mehr oder weniger abgenutzte Stelle am Testkörper. Anschließend wird diese Furche unter einem Mikroskop vermessen. So entsteht ein vergleichbarer und reproduzierbarer Wert über den Verschleißschutz.

2. Korrosionstest

Hierfür werden zunächst entfettete Metallplättchen mit dem Kettenspray behandelt und eine Stunde lang getrocknet. Anschließend baden sie in fünfprozentiger Kochsalzlösung, die permanent leicht gerührt wird. Nach 24 Stunden werden sie schließlich abgewischt und die Größe der verfärbten, angegriffenen Fläche wird gemessen. So lässt sich feststellen, wie gut ein entsprechendes Mittel – in diesem Fall das weiße Kettenspray – vor Korrosion, also dem Rosten der Kette, schützt.

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Hier der Aufbau zum Testen des Korrosionsschutzes.

3. Kriechverhalten

Um das Kriechverhalten zu messen werden zunächst zwei gereinigte Glasplatten aufeinandergelegt, sodass die untere etwas hervorschaut. Auf diesen entstehenden Rand wird das Kettenspray gesprüht. Es beginnt nun über einen Zeitraum von 15 Minuten zwischen die Platten zu kriechen. Überraschend ist die Methode, um anschließend diese Flächen nun zu vergleichen: Ein Millimeterpapier wird aufgelegt und der Rand des eingeflossenen Mittels wird abgepaust. Nun lässt sich das Kriechverhalten je nach Fläche messen und bewerten.

4. Haftung

Bei der Haftung geht es zum einen um die Schmutzanhaftung, und außerdem um das Abschleudern des Mittels von der Kette. Letzteres wird gemessen, indem eine runde Metallplatte gleichmäßig mit dem Mittel bestrichen und anschließend zum Rotieren gebracht wird. Drumherum befindet sich ein Auffangbehälter, der vorher und nachher gewogen wird. So lässt sich die Masse des Mittels bestimmen, die abgeschleudert wurde.

Die Schmutzanhaftung wird ebenfalls mittels Waage bewertet. Ein Metallplättchen wird mit dem Spray behandelt und aufrecht zum Trocknen und Ablaufen positioniert. Anschließend wird es in eine Schale mit Sand gedrückt, die sich auf einer Waage befindet. Bleiben Sandkörner an dem Metallstück hängen, so lässt sich anhand der Differenz des Sand-Gewichts im Behältnis die Menge an Schmutz bestimmen, der haften blieb.

Weitere Testverfahren von S100-Produkten

1. Imprägnier-Spray

Um die Wirkung von Imprägnier-Spray zu messen, wird ein gereinigtes Tuch zur Hälfte mit dem Mittel behandelt. Nach einer Stunde Trocknungszeit wird es mit Wasser begossen. Schnell zeichnet sich ab, dass die unbehandelte Seite sich komplett mit Wasser vollsaugt. Von der behandelten Seite perlt was Wasser im besten Fall komplett ab. Nach einem Durchlauf werden die sichtbaren Wasserrückstände anhand einer Skala mit Vergleichsbildern bewertet. Die Beregnung wird bei Bedarf bis zu zehnmal wiederholt, wobei nach jeder Beregnung bewertet wird.

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So wird ein Imprägnierspray getestet: Mittel einwirken lassen, einspannen, bewässern.

2. Textilwaschmittel

Auch das Waschmittel für Motorrad-Bekleidung durchläuft regelmäßig Testverfahren. Hierfür werden Stoffquadrate mit verschiedenen Verunreinigungen – zum Beispiel Blut, Öl, Rotwein, alles genormt und in dieser Form zu kaufen – mit dem Mittel gewaschen. Anschließend bestimmt ein Messgerät die Intensität der Rest-Verfärbung, oder genau genommen den Weißgrad der Flecken. So können auch hier präzise Werte verglichen werden.

3. Politur und Wachs

Nicht alles was glänzt, glänzt gleich. Bei den meisten Polituren sieht man tatsächlich einen direkten Vorher-Nachher-Unterschied der Oberfläche. Doch um genau zu messen, wie sehr sich der Glanz verbessert hat, gibt es ebenfalls ein Messgerät. Das misst den so genannten Glanzschleier, also den Streulichtanteil des reflektierten Lichts, sowie den Glanz, der zeigt, wieviel Licht von der Oberfläche reflektiert wird.

Eine Wachsbehandlung hat in der Regel das Ziel, Oberflächen optisch aufzuwerten und vor Witterungseinflüssen zu schützen. Wasser sollte also möglichst gut abperlen. Gemessen wird das per Randwinkelmessgerät. Das tropft einen winzigen, definierten Tropfen Wasser auf die Oberfläche und überträgt mit einer integrierten Mikroskop-Kamera das Bild auf den Computer. Nun wird der Winkel gemessen, mit dem der Rand des Tropfens auf die mit Wachs behandelte Oberfläche trifft. Ist er sehr steil, wird das Wasser effektiv abgestoßen. Ist der Rand flach, ist die Wirkung geringer.

Fazit

Dr. Wack legt großen Wert darauf, seine Produkte selbst intensiv zu testen und weiterzuentwickeln. Die großen Test-Labore und die spürbare Hingabe von Anwendungstechniker Hartmut Hauber zeigten deutlich, welch großen Stellenwert die eigenen Rezepturen hier einnehmen. In der hauseigenen Forschung sind etwa 30 Mitarbeiter beschäftigt. Egal, was die sich ausdenken: Wir werden es für euch testen.

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