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Neue Kfz-Steuer in Österreich

Auch Verbrauch ist künftig wichtiger Faktor

In Deutschland ist die Kfz-Steuer für Motorräder kein wirklich großer Finanzposten. Österreich führt jetzt eine neue Besteuerungsgrundlage mit CO2-Komponente ein – das kann dann schon teuer werden.

Wer in Deutschland ein Motorrad mit über 125 cm³ Hubraum zulässt, muss dafür Kfz-Steuern bezahlen. Wer unter dieser Marke ist, bleibt auch steuerfrei. Anders als bei Pkw wird bei Motorrädern auch keine Schadstoffklasse für die Kfz-Steuer berücksichtigt.

Der deutsche Fiskus kassiert je angefangene 25 cm³ Hubraum 1,84 Euro jährlich. Für eine 500er kommen so im Jahr 36,80 Euro zusammen. Eine Tausender kommt auf 73,60 Euro. Wer gar eine 1.800er fährt, muss 132,48 Euro abdrücken. Elektromotorräder sind je nach Neuzulassungsdatum für fünf oder zehn Jahre von der Kfz-Steuer befreit.

Österreich besteuert auch Verbrauch

Blicken wir ins Nachbarland Österreich. Hier startet zum 1. Oktober 2020 eine neue Besteuerungsgrundlage, die sich in Österreich motorbezogenen Versicherungssteuer nennt. Für Pkw richtet sich die Steuer dann nicht mehr nur nach der Leistung des Verbrennungsmotors in kW, sondern auch nach den CO2-Emissionen. Bei Motorrädern wird neben dem Hubraum künftig ebenfalls der CO2-Wert in die Berechnung einfließen. Die motorbezogene Versicherungssteuer wird in Österreich zusätzlich zur Mineralölsteuer (MöSt) und der Normverbrauchsabgabe (NoVA) erhoben. Die NoVA wird beim Fahrzeugkauf fällig und die MöSt mit jedem Liter Kraftstoff. Aber zurück zur motorbezogenen Versicherungssteuer.

Bei Motorrädern, die vor dem 1.Oktober 2020 erstmals zugelassen wurden, errechnet sich die motorbezogene Versicherungssteuer nach dem Hubraum. Für Motorräder, die danach zugelassen werden, berechnet sich die Steuer nach dem Hubraum und den CO2-Emissionen. Sind mehrere Fahrzeuge, die der motorbezogenen Versicherungssteuer unterliegen, unter einem Wechselkennzeichen zugelassen, ist nur für jenes Fahrzeug die motorbezogene Versicherungssteuer zu zahlen, das die höchste Steuerlast hat. Mit dem neuen Steuermodell entfällt in Österreich allerdings die Aufschläge für unterjährige Zahlungen.

Komplexe Berechnung

Die neue Steuerberechnungen für Motorräder setzt sich also aus zwei Werten zusammen, deren Berechnung genau festgelegt ist. Der Hubraum-Wert berechnet sich aus dem Hubraum in cm³ minus 52 multipliziert mit 0,014. Für den CO2-Wert wird der CO2-Ausstoß in Gramm minus 52 multipliziert mit 0,2 genommen. Die Gesamtsteuer ergibt sich aus der Addition von Wert eins und zwei. Unter dem Strich werden als verbrauchsstarke Motorräder steuerlich teurer.

BMW R 1250 GS.
BMW Motorrad.

Beispielrechnung an Hand einer aktuellen BMW R 1250 GS. Deren Hubraum liegt bei 1.254 cm³, der CO2-Ausstoß wird mit 110 g/km angegeben. Als Hubraum-Wert ergeben sich monatlich 16,83 Euro, als CO2-Wert 11,60 Euro. Das ergibt eine Jahressteuer von 341,16 Euro. In Deutschland wird die BMW mit 92,29 Euro besteuert.