Norton Fabrik Norton Motorcycles

Norton mit Finanzproblemen

Insolvenzverfahren und Pensions-Skandal

Der britische Motorradhersteller Norton hat Finanzprobleme und ist offensichtlich in einen Pensions-Skandal verwickelt. Jetzt wurde ein Insolvenzverfahren gestartet und das Unternehmen unter Zwangsverwaltung gestellt.

Anfang Januar 2020 war Norton bereits wegen einer Steuerschuld in Höhe von 300.000 Pfund in die Schlagzeilen und in Schieflage geraten. Norton-Boss Stuart Garner musste vor einem britischen Insolvenzrichter Rede und Antwort stehen, wie sich der Motorradhersteller den Abbau der Steuerschulden vorstellt. Die ursprüngliche Steuerschuld soll sogar 600.000 Pfund betragen haben, die Hälfte wurde aber bereits kurzfristig beglichen. Der Motorradhersteller bat um einen Zahlungsaufschub um 63 Tage und verwies zudem auf erwartete Steuerrückzahlungen und Subventionen in Höhe von rund 135.000 Pfund. Der zuständige Insolvenzrichter hat die Sache zunächst auf den 12. Februar 2020 vertagt. Dann wollte man weiter verhandeln.

Hohe Investitionen in Produktion

Ende Januar 2020 wurde dann bei Norton Motorcycles wegen Zahlungsunfähigkeit ein Insolvenzverfahren eröffnet. Offensichtlich zwangen die hohen Investitionen für die anstehende Serienproduktion für die neuen Zweizylinder sowie die V4-Modelle den Kleinserienhersteller finanziell in die Knie. Erst Ende 2019 hatte Norton per Crowdfunding Geld für die anstehende Produktion der neuen Modelle gesammelt. Ein ungenannter Großinvestor stellte daraufhin Kapital in Höhe von einer Millionen Pfund bereit. Dieses Invest scheint aber nicht auszureichen um die Produktionspläne umzusetzen. Die Produktionsanlagen für die Zweizylinder sind noch eine Baustelle, wie auch die Lieferkette für eine mögliche Produktion.

Ab sofort steht der Motorradhersteller aber unter Zwangsverwaltung durch die Wirtschaftprüfungsgesellschaft BDO. Von Norton-Boss Stuart Garner gibt es bislang keine Stellungnahme. Bei Norton sind aktuell rund 100 Mitarbeiter beschäftigt. Nach Angaben des Insolvenzverwalters BDO gäbe es von verschiedenen Seiten Interessensbekundungen, den angeschlagenen Motorradhersteller übernehmen zu wollen. Man werde die Angebote prüfen und gegebenenfalls Verhandlungen aufnehmen.

Bereits im Jahr 2012, vier Jahre nach der Norton-Übernahme durch Stuart Garner vom amerikanischen Geschäftsmann Kenny Dreer, stand Norton kurz vor der Insolvenz. Aktuell läuft noch bei zwei weiteren Unternehmen von Stuart Garner ein Insolvenzverfahren.

Betrügerische Pensions-Fonds

Zudem berichten britische Medien von einer Verwicklung in einen Pensions-Skandal. Norton-Boss Garner soll über eine Fremdfirma drei Pensions-Fonds aufgelegt und darüber Millionenbeträge eingesammelt haben, die alle in den Motorradhersteller flossen und nicht wie vereinbart langfristig und sicher angelegt wurden. Kolportiert wird eine Summe von 14Millionen Pfund, die betrügerisch veruntreut wurden. Inzwischen hat ein Pensions-Fonds-Geschädigter eine Online-Petition angestoßen, die die britische Regierung auffordert Norton-Boss Stuart Garner zu den Vorfällen zu befragen und zudem die Pensionsausfälle aufzufangen.

Weiter sollen von britischer Regierungsseite über die Jahre Fördergelder in Höhe von rund sechs Millionen Euro für Norton Motorcycles und die British Motorcycle Manufacturing Academy, die ebenfalls von Garner kontrolliert wird, geflossen sein. Zudem berichtet der Insolvenzverwalter BDO von Gläubiger-Forderungen in Höhe von rund 950.000 Euro, die als Kunden-Anzahlungen für nie gelieferte Motorräder ins Unternehmen geflossen sind. Seit dem zweiten Februar-Woche wurde auch die Produktion bei Norton geschlossen. Die Mitarbeiter werden aber noch weiter bezahlt.

Ratgeber Verkehr & Wirtschaft Norton Superlight Norton Crowdfunding Anonymer Großinvestor steigt ein

Per Crowdfunding wollte Norton Geld für die Produktion neuer Modelle...

Norton
Artikel 0
Tests 0
Modelle 0
Marktangebote 0
Alles über Norton