Sicherheitskampagne
Rücksicht hat Vorfahrt

Tempolimit Großglockner und Gerlospass: 70 km/h

Tempolimits für Alpenpässe in Österreich 70 km/h für Großglockner und Gerlospass

Ein Tempolimit von 70 km/h gilt seit Juli 2022 für den Gerlospass, nun ist es auch für den Großglockner soweit. Außerdem denkt man in Österreich über weitere Ellipsen-Markierungen nach.

Großglockner Hochalpenstraße Großglockner Hochalpenstraße AG

Die Polizei, der ÖAMTC (Österreichischer Automobil-, Motorrad- und Touring Club) und die Grohag (Großglockner Hochalpenstraßen AG) präsentierten zu Jahresbeginn 2022 ihr "Paket für mehr Verkehrssicherheit". Das Paket umfasste ein durchgehendes 70 km/h-Tempolimit für den Großglockner und den Gerlospass. Bereits im Juli war es am Gerlosspass soweit: 70 km/h gilt seitdem für die gesamte Streckenlänge – ausgenommen natürlich die Abschnitte, in denen bereits zuvor geringere Beschränkungen galten.

Die richtige Linie trainieren beim MOTORRAD action team

Tempolimit auch für Großglockner genehmigt

Am Dienstag, den 13. September 2022 gab die Großglockner Hochalpenstraße AG (GROHAG) bekannt, dass das Tempolimit von 70 km/h nun auch für die Großglockner Hochalpenstraße gilt. Und zwar auf einem rund 40 Kilometer langen Abschnitt zwischen Fusch im Pinzgau und Heiligenblut in Kärnten. Auch hier gilt: Für einzelne Teilabschnitte können weiterhin noch geringere Geschwindigkeitsvorgaben gelten. Nur die Maximalgeschwindigkeit wird von Tempo 100 auf 70 km/h runtergesetzt.

Die Grohag betreut auch die Nockalmstraße und die Villacher Alpenstraße (Dobratsch). Dort wurde das Tempolimit auf 70 km/h bereits 2020 eingeführt.

Ziel der Tempolimits sind neben der Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer auch ein rücksichtsvollerer Umgang mit sensiblen Zonen wie dem Schutzgebiet "Nationalpark Hohe Tauern". Aber auch Anwohner, Jäger, Tourismusverbände und der Alpenverein stehen hinter den Tempolimits.

Raser Autobahn
Verkehr & Wirtschaft

Die Autorin, selbst 2021 auf Nockalm, Großglockner und Gerlospass unterwegs, könnte sich vorstellen, dass viele Motorradfahrer keinen allzu großen Schmerz mit einem Tempolimit auf besagten Strecken haben. Viele, schöne Kurven, je nach Sicht ein herrliches Panorama, oft viel Verkehr – Motorräder, Autos, Campingbusse und Fahrradfahrer teilen sich meist die Bergstraßen. Da sind 100 km/h oft sowieso nicht realistisch.

Mehr Bodenmarkierungen in Ellipsenform

Das Tempolimit gilt für alle. Die Bodenmarkierungen in Ellipsenform hingegen sind ausschließlich für Motorradfahrer gedacht. Viele Unfälle auf Bergstrecken sind ursächlich aufs Kurvenschneiden zurückzuführen. Die vorwiegend in unübersichtlichen Linkskurven aufgemalten Ellipsen zeigen uns Motorradfahrern den sicheren Abstand zum Kurveninneren, so dass wir mit Kopf und Oberkörper auf unserer Seite der Fahrbahn bleiben. Nebenbei erinnern sie wahrscheinlich den ein oder anderen Autofahrer vor solchen Kurven daran, dass hier Motorradfahrer unterwegs sind – was nicht schaden kann.

Ein Pilotprojekt mit dieser Ellipsen-Markierung sorgte am Großglockner bereits für die gewünschte Wirkung, weshalb die Methode auch auf anderen Bergstraßen zum Einsatz kommen könnte. Dazu unterhält man sich in Österreich aber erst im Sommer. Für Skeptiker: Die Bemalung ist rutschfest.

Umfrage

Ein Tempolimit für einzelne Pässe und Bergstraßen ...
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... ist für mich kein Problem – 100 km/h könnte ich auf diesen Straßen eh nicht fahren!
... halte ich für sinnvoll. Schließlich ist auf diesen Strecken sowieso meist zu viel los, um schneller zu fahren.
... schränkt mich ein, aber dann mache ich halt das Beste draus und genieße das Panorama.
... nicht schön. Ich weiche künftig auf andere Strecken aus.
... ist für mich überhaupt nicht nachvollziehbar und macht mich auch wütend.

Fazit

Beim Stichwort "Tempolimit" ist der Aufschrei – zumindest in Deutschland – eigentlich vorprogrammiert. Und eine Limitierung auf 70 km/h hört sich auch nicht unbedingt nach dynamischem Fahrspaß an. Die Frage ist: Haben wir eine Wahl? Wenn wir die genannten Strecken fahren wollen, lautet die Antwort: nein. Wollen wir Motorradfahrer – und auch so manch Autofahrer – unser Hobby so betreiben, dass wir Mitmenschen und Natur möglichst wenig auf die Füße treten? Die Frage muss und darf jeder für sich selbst beantworten.

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