Unfallursache E-Scooter

Über 1.000 Verletzte in den USA

Foto: Adobe Stock

Auf über 1.000 wird die Anzahl der Verletzten geschätzt, die es bei Unfällen im Zusammenhang mit Elektro-Kick-Scootern in den USA seit Ende 2017 gegeben haben soll. Sogar Tote hat es gegeben. Krankenhäuser und Kommunen mahnen zur Helmnutzung.

In den USA nutzen mittlerweile sehr viele Menschen Elektro-Tretrollern oder sogenannte E-Kick-Scooter – und zwar ohne Helm. Oft werden die Tretroller spontan ausgeliehen und nicht immer hat man einen Helm parat. Geliehen? Ja. in vielen amerikanischen Städten gibt es mittlerweile – ähnlich wie Carsharing – E-Scooter-Sharing. Im Gegensatz zu den ausgewachsenen Rollern von Sharing-Anbietern wie Stella, Scoo.me und emmy, bieten die Kick-Scooter allerdings keinen Platz, um einen Helm sicher zu verwahren. So fahren E-Tretroller-Piloten in den USA meist ohne Schutzhelm mit den geliehenen Vehikeln durch die Straßen. Nicht ungefährlch, denn die Roller erreichen immerhin eine Maximalgeschwindigkeit von 15 mph, also etwas über 24 km/h.

Scooter können geliehen oder privat sein

Die Zahlen veröffentlichte Consumer Reports – eine amerikanische Verbraucherorganisation, die für ihre Recherchen über 100 Krankenhäuser sowie Polizeireviere und andere städtische Einrichtungen in fast 50 Bundesstaaten kontaktierte. Auch Agenturen, die für die beiden größten E-Scooter-Sharing-Anbieter Lime und Bird tätig sind, wurden befragt. Beispiele: Das Krankenhaus Grady Memorial schätzt die Verletzungen, die in der Notaufnahme in Verbindung mit Tretroller-Unfällen behandelt werden mussten auf circa 360. Das Vanderbit Hospital in Nashville gibt 250 an. Dabei geht es um den Zeitraum von ungefähr eineinhalb Jahren, denn damals starteten die Anbieter mit dem E-Kick-Scooter-Sharing.

Foto: BMW Motorrad
Seit dem 4. Februar 2019 ist in Deutschland der BMW X2City erhältlich.

Jedoch passieren nicht alle Elektro-Tretroller-Unfälle im Zusammenhang mit geliehenen Kick-Scootern. In den USA wird mit der Begrifflichkeit (noch) nicht sonderlich differenziert umgegangen, da ist ein Tretroller oder Kick-Scooter einfach nur ein „Scooter“. Das heißt, es kann sich bei dem beteiligten Fahrzeug genauso gut um einen Motorroller wie beispielsweise eine Vespa handeln. Ob die E-Tretroller in Privatbesitz sind oder Teil eines Sharing-Pools, dokumentieren die Krankenhäuser ebenfalls nicht. Was sie aber festgestellt haben: Seit es die Tretroller-Sharings gibt, haben die Verletzungen im Zusammenhang mit Roller-Unfällen stark zugenommen. Mittlerweile gibt es auch vier Todesopfer in diesem Zusammenhang.

Hohe Nutzungsrate kam überraschend

Die helmlosen Tretroller-Fahrer bereiten nicht nur Ärzten sondern auch staatlichen und lokalen Behörden Sorgen, denn für die E-Kick-Scooter gelten nur wenige bis gar keine Vorschriften. Manche Städte führten die Elektro-Roller gemeinsam mit den Anbietern im Rahmen eines geplanten Pilotprojekts ein, andere Städte waren weniger gut vorbereitet.

Foto: Piaggio
Auch normale Motorroller wurden bei der Statistik mit aufgenommen.

Die derart hohe Nutzungsrate der Roller kam, laut des US-Verbraucherschutzes, aber für alle überraschend. Julian Gold, Arzt und Bürgermeister von Beverly Hills (Kalifornien): „Ich glaube nicht, dass irgendjemand in seinen wildesten Träumen erwartet hätte, dass wir hunderte dieser Geräte im Wesentlichen über Nacht und überall einsetzen würden.“ Seiner Meinung nach überwögen derzeit beim Thema E-Tretroller die Nachteile, weshalb der Stadtrat von Beverly Hills im Juli 2018 einem vorübergehenden Verbot von Elektro-Kick-Scootern zustimmte. Sozusagen als Reaktion auf das neue kalifornische Gesetz, welches die Helmpflicht für Roller-Fahrer über 18 Jahre abschafft. Das Gesetz soll angeblich von Bird – einem E-Scooter-Sharing-Anbieter – unterstützt worden sein.

Die Sicherheit der Fahrer ist aber nur einer der Gründe für das Verbot. Die Risiken bezögen sich auch auf die „öffentliche Sicherheit“ und das „öffentliche Durcheinander“.

Mehr Sicherheit für Tretroller-Fahrer gefordert

Der Anbieter Bird verschenkte 65.000 Helme. Und um einen Lime-Roller freizuschalten, muss der Nutzer zunächst ein Tutorial über die App absolvieren, in dem ihm natürlich empfohlen wird, einen Helm zu tragen. Denkbar sind auch Helmkioske wie in Seattle. Auch Hotels oder andere Einrichtungen könnten Helmstationen anbieten. Aber nur eine Helmpflicht würde dafür sorgen, dass alle E-Tretroller-Fahrer einen Helm aufziehen würden.

E-Tretroller-Sharing-System in den USA

Beim Verleiher Bird kostet eine Nutzung pauschal einen US-Dollar plus 15 Cent pro Minute der Leihdauer. Gebucht und abgerechnet wird per App.

Die Roller haben keine Ladestationen, sie können überall abgestellt und vom nächsten Nutzer angemietet werden. Nachts sammeln Fahrzeuge der Verleiher alle Roller wieder ein, um sie für den nächsten Tag aufzuladen. Die Frage, wie sinnvoll das in Hinblick auf die Ökobilanz ist, ist wohl berechtigt.

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