FBI beschlagnahmt Bikes: millionenschwere Motorradsammlung

Millionenschwere Motorradsammlung sichergestellt
FBI beschlagnahmt gigantische Bike-Kollektion

ArtikeldatumVeröffentlicht am 10.01.2026
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FBI beschlagnahmt Motorradsammlung, Ryan Wedding
Foto: FBI Los Angeles

Zwei Karrieren mit weißem Pulver: Der Kanadier Ryan Wedding erlangte Anfang des Jahrtausends internationale Bekanntheit als Profi-Snowboarder und vertrat sein Land 2002 sogar bei den Olympischen Winterspielen in Salt Lake City. 2008, nachdem seine sportliche Schneekarriere schon abgetaut war, kam die andere Schneekarriere des heute 44-Jährigen an die Öffentlichkeit. Wedding wurde wegen des Besitzes von 24 Kilogramm Kokain festgenommen.

Einer der 10 meistgesuchten Männer des FBIs

Nach kurzem Einsitzen war Wedding wieder auf freiem Fuß – doch anstatt dem weißen Pulver Lebewohl zu sagen, startete der Kanadier mit dem Handel und Vertrieb von Kokain so richtig durch. Seit dem 6. März 2025 hat es Ryan Wedding auf die Negativliste der zehn meistgesuchten Männer des FBIs geschafft – für sachdienliche Hinweise zu seinem Aufenthaltsort hat das Außenministerium der Vereinigten Staaten zudem eine Belohnung von zehn Millionen Dollar ausgeschrieben.

62 sündhaft wertvolle Motorräder gefunden

Ende des Jahres 2025 ging das FBI einem solchen Hinweis nach und startete mehrere Razzien in Mexiko. Zwar fanden die Ermittler Redding nicht vor, doch in einer unscheinbaren Lagerhalle einer Liegenschaft in Mexiko-Stadt hievten sie neben dutzenden Kunstwerken eine der größten und wohl auch beeindruckendsten Motorrad-Sammlungen des Planeten hervor.

62 Bikes, eine exklusiver, teurer und historisch beeindruckender als die nächste, standen in Reih und Glied in dem dunklen Kämmerlein. Bei dem Großteil der Motorräder handelt es sich dabei um ehemalige Rennmotorräder, die teilweise lange als verschollen galten.

Die Frage nach dem "Warum" lässt sich schnell beantworten: Wedding (oder er und seine Kompagnons) haben ihr Drogengeld mit den Motorrädern rein gewaschen. Verglichen mit anderen Kostbarkeiten wie Autos, Booten oder Häusern, benötigen Motorräder zum Lagern wenig Platz und können beim Verkauf unscheinbar in einer kleinen Kiste verschickt/transportiert werden.

Wie kam Redding zu seiner Sammlung?

Eine der großen Fragen dabei: Wie ist Redding an die Motorräder – oder, anders formuliert – an SOLCHE Motorräder herangekommen? Immerhin verstaubten keine "schnöden" Limited Editions oder farblich seltene Modelle in der Lagerhalle, sondern hochgradig exquisites Material wie MotoGP-Bikes, deren Erwerb eigentlich unmöglich ist.

Fakt ist: Bei den gefundenen Schätzchen wirkt es zumindest nicht nach willkürlichem Erwerb, sondern folgt einer genauen Planung, viel Hintergrundwissen und – ganz besonders – guten Kontakten. Anders lässt es sich nicht erklären, wie solche Exponate in die Hände des Drogenbosses gelangen konnten.

Die wahrscheinlichste Variante: Auktionen. Einige der gefundenen Motorräder kamen damals bei großen Auktionshäusern wie Sotheby’s oder Bonhams unter den Hammer. Bei Auktionen kann zumindest der "richtige" Käufer durch Agenturen unklar gemacht werden.

Eine weitere Variante: Privatkauf. Bei einigen der älteren Rennmotorräder scheint es wahrscheinlich, dass die Motorräder von Privatpersonen gekauft wurden. Bevor Auktionen en vogue waren – wir sprechen hier von vor dreißig Jahren oder mehr – gingen vor allem Rennmotorräder nach einer Saison teilweise in die Hände der Fahrer/Teams selbst oder wurden an gute Bekannte des Teams/Herstellers veräußert. Oftmals verschwanden die Bikes dann vom öffentlichen Radar, gerieten in Vergessenheit oder wechselten mehrfach den Besitzer – ohne, dass jemand groß davon Wind bekam. Redding und seine Hintermänner scheinen zumindest in der Szene gut vernetzt zu sein – anders scheint diese Sammlung nicht erklärbar.

Von WSBK bis zu MotoGP

Bei allen Motorrädern handelt es sich um Originale. Warum können wir das mit solcher Sicherheit bestätigen? Einige der Motorräder wurden (vor Jahren) offiziell auf Auktionen angeboten oder wurden von den Herstellern selbst veräußert. Aufgrund (noch) fehlendem Bildmaterial gibt es aktuell noch keine genaue Liste über die Motorräder, die das FBI vorfand. Wir schauten dennoch mal etwas genauer hin und dröseln hier einige der Highlights hervor.

Besonders Ducatis haben es Wedding anscheinend angetan. In der Sammlung finden sich insgesamt drei Ducati Desmosedici, die Valentino Rossi zu seiner Ducati-Zeit bewegte. Dazu kommen noch zwei Iannone-Werks-Ducatis und zwei Dovizioso-MotoGP-Brenner. Ebenfalls doppelt: Werks-Renner von Jorge Lorenzo.

us Ducatis MotoGP-Anfangszeiten stehen zwei von Capirossi und höchstwahrscheinlich eine von Toseland pilotierte Desmosedici in der Halle. Dazu gesellen sich dutzende WSBK-Ducatis, wovon eine 998 RS augenscheinlich von Carl Fogarty gefahren wurde.

Vier ehemalige Kawasaki ZX 750 R Werksmaschinen, unter anderem von Scott Russel, verweilen dort, genauso wie historische MV Agusta-Rennmaschinen und eine arg seltene Elf 3. Ebenfalls befindet sich unter den Motorrädern eine verschwundene Moto2-Suter, die Marc Márquez bewegte.

Fazit