Superbike-WM 2020 in Australien. 2snap.

Gerüchte um Regelanpassung in der Superbike-WM

Motorräder in Zukunft mit 1.200 cm³ Hubraum?

Gregorio Lavilla, Sports Director der Superbike World Championship, hat bestätigt, dass eine Erhöhung des Hubraums in der Superbike-WM derzeit zur Diskussion steht.

Superbike-WM-Motorräder dürfen – zumindest wenn sie mit einem Vierzylindermotor ausgestattet sind – momentan die Hubraumgrenze von 1.000 cm³ nicht überschreiten. Zwar gibt es eine Sonderregelung für Bikes mit Zweizylindermotoren, die mit mehr Hubraum an den Start gehen dürfen, allerdings erscheint dieses Motorenkonzept in der SBK-WM nicht mehr allzu reizvoll. Wer die aktuellen und straßenzulassungsfähigen Sportmotorräder, beispielsweise von Ducati und Aprilia, kennt, weiß, dass die neuen Vierzylindermotoren der beiden italienischen Hersteller mit mehr als 1.000 cm³ Hubraum anrollen. Entsprechend muss Ducati mit eigens für die SBK-WM gefertigten Motorrädern mit weniger Hubraum antreten. Aprilia tritt seit der 2019 in Kraft getreteten Regeländerung sogar überhaupt nicht mehr in der SBK-WM an. Laut Gregorio Lavilla, dem Sports Director der Superbike World Championship, könnten diese Zeiten allerdings bald vorbei sein.

Balance of Power muss stimmen

Demnach diskutiere man derzeit darüber, die Hubraumgrenze für Vierzylindermotoren bestimmter Bauarten – genannt werden beispielsweise V4-Motoren – in der SBK-WM zu erhöhen. Man möchte verhindern, dass Herstellern aufgrund der Regularien die teilnahme an der SBK-WM erschwert wird. Im Gegenzug müsse man aber natürlich trotzdem darauf achten, dass es keine zu großen Unterschiede aufgrund der Bauart der einzelnen Motorräder gibt. Es gelte zu verhindern, dass Hersteller aufgrund ihrer globalen Modellstrategie benachteiligt werden. Es dürfe zu keinem Ungleichgewicht kommen, nur weil einige Hersteller sich dazu entschieden haben, serienmäßige Motorräder mit mehr als 1.000 cm³ zu bauen, während andere Unternehmen auch aufgrund der SBK-WM-Regularien bei ihren neuen Modellen darauf achten, die 1.000-cm³-Grenze nicht zu überschreiten, so die Verantwortlichen.

Andererseits könne es auch sein, dass sich Hubraumunterschiede nicht zwingend auf die Performance der Bikes auswirken, ähnlich wie es in der 300er-Klasse derzeit zu sehen ist. Dort habe man eine gute Balance und faire Regelungen gefunden, die allerdings auch nicht einfach zu deklarieren waren und entsprechend Zeit in Anspruch nahmen. Man wolle demnach auch nichts überstürzen. Zudem erinnert Lavilla in seinem Statement auch daran, dass auch Dinge wie die Fahreigenschaften des Piloten und Emissionen wichtige Rollen einnehmen – Hubraum sei demnach nicht die einzigste Schlüsselkomponente eines Motorrads, um Rennen zu gewinnen. In Zukunft wolle man den besten Kompromiss zwischen dem sportlichen Aspekt und den Interessen der Hersteller finden. Dank des ausbalancierten Regelwerks und den vorhandenen Werkzeugen habe man die idealen Voraussetzungen um neue Konzepte einfach zu integrieren.

Fazit

An den Aussagen von Gregorio Lavilla ist erkennbar, dass sich in naher Zukunft einiges am Regelwerk der Superbike-WM ändern könnte. Offiziell ist allerdings noch nichts. Vor allem für Aprilia und Ducati könnten sich entsprechende Regeländerungen durchaus auszahlen. Bleibt allerdings die Frage offen, ob der Nachteil für die anderen Hersteller dadurch nicht zu groß wird. Hier muss die Dorna großes Fingerspitzengefühl beweisen, um einen fairen Kompromiss für alle Hersteller zu schaffen.

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