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250er-/300er-Motorräder im Überblick

Die Einsteigerklasse hat sich schick gemacht

So großartig haben kleine Motorräder noch nie ausgesehen. Höchste Zeit, sich in der Liga der 250er- und 300er-Bikes mal ein wenig umzuschauen.

Die Enduro - Honda CRF 250 L

Mönnich
Die Honda CRF 250 L ist für all jene, die mit dem Thema Offroad gerade warm werden.

Für den knallharten  Einsatz im Gelände ist die Honda CRF 250 L nicht gemacht – also genau richtig für all jene, die gerade erst mit dem Thema Offroad warmwerden. Dem aus der CBR 250 R bekannten Einzylinder fehlt vielleicht ein Quäntchen Dampf untenrum, doch im Gegenzug überzeugt er als stressfreier Zeitgenosse. Bei höheren Drehzahlen verhält er sich fast wie ein Elektromotor und vibriert kaum. Etwas schade, dass Honda Federelemente ohne jegliche Einstellmöglichkeit verbaut. Für ein individuelles Setup und vielleicht etwas mehr Reserven steht also nur der Zubehörhandel zur Verfügung.

Die Basis stimmt immerhin: Die Honda CRF 250 L bietet ansehnliche Federwege von 250 Millimetern vorn respektive derer 240 hinten. Für Angeber ist der Auspuffsound nichts, von aggressivem Bollern wie es vor 20 Jahren noch üblich war, ist die Enduro weit entfernt. Doch das ist gut so: Man läuft bei Offroad-Touren weniger Gefahr, von Ordnungshütern verscheucht zu werden. Alles in allem gefällt die Honda mit ihrer wertigen Machart und der guten Ausstattung.

Technische Daten Honda CRF 250 L

Motor Einzylinder-Viertakt
Hubraum 250 cm³
Kraftübertragung Sechsganggetriebe/Kette
Leistung 17 kW (23 PS) bei 8500/min
Max. Drehmoment 22 Nm bei 7000/min
Bremse vorn Scheibe (Ø 256 mm)
Bremse hinten Scheibe (Ø 220 mm)
Reifen vorn 3.00-21
Reifen hinten 120/80-18
Federweg vorn/hinten 250/240 mm
Gewicht vollgetankt 145 kg
Sitzhöhe 875 mm
Tankinhalt 7,7 Liter
Farben Rot
Wartungsintervalle 6000 km
Preis 4490 Euro plus Nebenkosten

(Werksangaben)

Kurzurteil

Stärken:
+ Sehr sanfte Gasannahme
+ Relativ leise
+ Eignet sich toll, um ins Endurowandern einzusteigen

Schwächen:
- Winziger Tank
- Etwas zu hecklastig

Der Sportler - Kawasaki Ninja 300

Künstle
Wer bei der Kawasaki Ninja 300 Beschleunigung ernten will, muss Drehzahl säen.

Kawasaki schummelt  hier ein bisschen: Bei der Überarbeitung der alten Ninja 250 wurde daraus, schwuppdiwupp, die Kawasaki Ninja 300 – nix mehr Viertelliter-Klasse. Setzen wir sie deshalb gleich vor die Tür? Nicht doch. Schon gar nicht, wenn so ein erwachsenes und feines Motorrad dabei herauskommt. Die Hubraumkur bringt denn auch den erwarteten Erfolg: Um im Verkehr mitzuschwimmen, ist nun weniger Drehzahl erforderlich, der Druck von unten gestiegen. Faulenzen ist trotzdem nicht erlaubt.

Wer echte Beschleunigung ernten will, muss Drehzahl säen. Ein flinker Schaltfuß ist beim Sprint von Vorteil, zumal sich der Kupplungshebel (dank einer Servoeinheit) fast mit dem Augenlid ziehen lässt. Dass Kawasaki es mit dem sportlichen Modellnamen Ninja ernst meint, bezeugt die Anti-Hopping-Kupplung gegen Hinterradstempeln bei heftigem Bremsen und gleichzeitigem, schnellen Herunterschalten.

Technische Daten Kawasaki Ninja 300

Motor Zweizylinder-Viertakt/Reihe
Hubraum 296 cm³
Kraftübertragung Sechsganggetriebe/Kette
Leistung 29 kW (39 PS) bei 11 000/min
Max. Drehmoment 27 Nm bei 10 000/min
Bremse vorn Scheibe (Ø 290 mm)
Bremse hinten Scheibe (Ø 220 mm)
Reifen vorn 110/70 ZR 17
Reifen hinten 140/70 ZR 17
Federweg vorn/hinten 120/132 mm
Gewicht vollgetankt 177 kg
Sitzhöhe 785 mm
Tankinhalt 17 Liter
Farben Grün, Schwarz
Wartungsintervalle 6000 km
Preis 5595 Euro plus Nebenkosten

(Werksangaben)

Kurzurteil

Stärken:
+ Drehfreudiger Twin
+ Vibriert kaum
+ Ab Werk mit ABS und Anti-Hopping-Kupplung

Schwächen:
- Spiegel mit mäßiger Sicht
- Bremsleistung nur okay

Das Funbike - KTM 200 Duke

Künstle
Zwar besitzt die KTM Duke 200 weniger Hubraum, jedoch überflügelt ihre Motorleistung die Konkurrenz von Honda und Suzuki.

 Rundete KTM früher seine  Modellpalette nach oben ab (von Duke auf Super Duke), sind es heute die kleinen Hubräume, die den Österreichern Zuwachs bescheren. Die KTM 200 Duke besitzt zwar 50 Kubikzentimeter weniger Hubraum als die Honda und die Suzuki, ihre Motorleistung überflügelt jedoch beide. Nicht nur deshalb darf sie sich als ultimativer Spaßmacher feiern lassen, sondern auch aufgrund ihres äußerst agilen Fahrverhaltens.

Das Lob geht noch weiter: Sowohl Verarbeitung als auch Design sind allen Beteiligten sehr gelungen, die KTM 200 Duke zieht die Blicke auf sich. Die Serienreifen von MRF schwächeln bei Nässe und dürfen gleich bei Anschaffung gegen Markengummis getauscht werden. Mit der wenig feinfühlig ansprechenden Gabel wird man sich arrangieren können, das unsensible und dazu völlig unterdämpfte Federbein jedoch schreit förmlich nach einem Austauschteil.

Technische Daten KTM 200 Duke

Motor Einzylinder-Viertakt
Hubraum 200 cm³
Kraftübertragung Sechsganggetriebe/Kette
Leistung 19 kW (26 PS) bei 10 000/min
Max. Drehmoment 20 Nm bei 8000/min
Bremse vorn Scheibe (Ø 300 mm)
Bremse hinten Scheibe (Ø 230 mm)
Reifen vorn 110/70 ZR 17
Reifen hinten 150/60 ZR 17
Federweg vorn/hinten 150/150 mm
Gewicht 139 kg
Sitzhöhe 800 mm
Tankinhalt 10,5 Liter
Farben Orange, Schwarz
Wartungsintervalle 5000 km
Preis 4645 Euro plus Nebenkosten

(Werksangaben)

Kurzurteil

Stärken:
+ Ungemein wendig
+ Klasse verarbeitet
+ Umfangreiches Cockpit
+ Toller Einzylindermotor

Schwächen:
- Knappe Zuladung
- Miserables Federbein

Der Allrounder - Suzuki Inazuma 250

Künstle
Die Suzuki Inazuma 250 wirkt wie ein Freund zum Pferdestehlen.

Sie sieht ein wenig so aus,  als hätten die früheren Suzuki-Modelle GSR 600 und B-King ein Kind gezeugt: herausgekommen wäre dann die Suzuki Inazuma 250. Etwas ausladend die Form, etwas hoch das Gewicht – wie man bei der KTM sieht, kann eine 250er deutlich gefälliger aussehen und auch weniger wiegen. Doch die Suzi ist weniger ein zappeliges Style-Krad, sondern mehr ein Freund zum Pferdestehlen.

Ihr Reihenzweizylinder besticht mit hoher Laufkultur, der 2-in-2-Auspuffanlage entweicht dezentes Blubbern. Um zügig vom Fleck zu kommen, wird man sich jedoch an hektischere Verbrennungsgeräusche gewöhnen müssen, denn die Suzuki Inazuma 250 verlangt stets hohe Drehzahlen. Das liegt nicht zuletzt an den vielen Pfunden, die sie mit sich herumfährt. Vielleicht sind diese auch der Grund für die gelungene Fahrwerksabstimmung. Dem Piloten bietet sie viel Komfort und hält dennoch Reserven für einen Sozius bereit. Gleichwohl stört das kippelige Lenkverhalten die Idylle, und auch der hohe Verbrauch von 4,4 Litern auf 100 Kilometer ist zu tadeln.

Technische Daten Suzuki Inazuma 250

Motor Zweizylinder-Viertakt/Reihe
Hubraum 248 cm³
Kraftübertragung Sechsganggetriebe/Kette
Leistung 18 kW (25 PS) bei 8500/min
Max. Drehmoment 22 Nm bei 6500/min
Bremse vorn Scheibe (Ø 290 mm)
Bremse hinten Scheibe (Ø 240 mm)
Reifen vorn 110/80-17
Reifen hinten 140/70-17
Federweg vorn/hinten 120/120 mm
Gewicht 183 kg
Sitzhöhe 780 mm
Tankinhalt 13,3 Liter
Farben Rot, Schwarz
Wartungsintervalle 5000 km
Preis 3990 Euro plus Nebenkosten

(Werksangaben)

Kurzurteil

Stärken:
+ Motor läuft schön weich
+ Bietet viel Komfort
+ Fahrwerk verkraftet auch Touren mit Sozius

Schwächen:
- Maue Bremsen
- Teils lieblose Teile

Vor- und Nachteile gegenüber größeren Motorrädern

Niemand stellt in Abrede, dass man sich mit einer BMW K 1600 GT souveräner und bequemer fortbewegt als mit den in diesem Artikel vorgestellten Motorrädern. Auch der neuen Mittelklasse – Bikes mit um die 800 Kubikzentimeter – wird man nicht beikommen, was Fahrleistungen und Durchzugsvermögen angeht. Warum also sich ein kleines Motorrad kaufen, wo der Markt doch so viel "fettere" Bikes bietet?

"Fett" ist ein Stichwort. Zwar finden sich auch bei den Vertreterinnen der Viertelliter-Klasse mitunter Leergewichte um 180 Kilogramm, doch die Mehrzahl orientiert sich auf der Waage an der 140er-Markierung. Das ist weniger als die Hälfte der eingangs erwähnten BMW. Und wo weniger Gewicht ist, da ist auch weniger zu beschleunigen. Ergo genügt auch weniger Leistung.

Vom Preis ganz zu schweigen: Besagte Drehmomentfabrik aus Bayern sprengt mit über 20000 Euro einen Krater in den Geldbeute, in dem durchschnittlich vier bis fünf 250er Platz haben. Selbst Mittelklassemotorräder kosten mit etwa 10.000 Euro oft noch das Doppelte.

Nun aber mal Schluss mit den Zahlenspielchen – wie steht es denn um den Fahrspaß? Der ist ja bekanntlich subjektiv und lässt sich nicht in Formeln packen. Das ist das Pfund der Kleinen. Neben dem bewussten Verzicht auf rennstreckentaugliche Fahrleistungen sollte man sich auch von einer "faulen" Fahrweise verabschieden. Wer mit den hier vorgestellten Kandidaten flott sein will, muss aktiv fahren, das heißt: Eine falsch angegangene Kurve lässt sich nicht durch einen kräftigen Dreh am Gasgriff wettmachen. Wer zügig unterwegs ist, der wählt Bremspunkte und Kurvenlinie präzise.

Keine Panik: Für Einsteiger eignen sich diese Bikes dennoch uneingeschränkt. Schließlich ist ihre Leistung leicht zu beherrschen und ihr Fahrverhalten unkompliziert. Perfekt also, um sein eigenes Fahrkönnen zu erproben und zu verbessern.

Gebrauchte 250er & 300er Motorräder in Deutschland

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Es ist erstaunlich, für wie wenig Geld man ein Motorrad kaufen kann.

Die 250er und 300er Klasse bietet sich gut als Einstieg in das Motorradfahren an. Die Motorräder sind günstig und der Unterhalt niedrig. Auch am Gebrauchtmarkt findet man einige Schnäppchen, die es kaum glauben lassen, für wie wenig Geld man ein gutes gebrauchtes Motorrad kaufen kann. Hier ein Preisvergleich zu den genannten Motorräder: gebrauchte 250er und 300er Motorräder in Deutschland.

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