Methan Moped Giys Schalks
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Moped fährt mit Sumpfgas: Ingenieur fährt Ballon spazieren

Methan-Moped fährt mit Sumpfgas Zum Tanken Baden gehen

Der niederländische Ingenieur Gijs Schalkx fährt sein Moped mit Methan, das er selbst aus Tümpeln und Sümpfen gewinnt. Nachbauen kann es jeder selbst.

Alternative Antriebe sind derzeit in aller Munde. Alternative Kraftstoffe auch. Ein niederländischer Ingenieur hat ein Verfahren entwickelt, um das Methan aus Teichen und Sümpfen in ein Moped zu tanken und damit den Motor zu betreiben. Zum Tanken braucht es mindestens eine Badehose und viel Kraft in den Armen.

Der Sloot-Motor

Gijs Schalkx, der sich selbst "Indie-Ingenieur" nennt, hat sich eine 160er-Honda auf Methan-Betrieb umgebaut. Genauer: Halbgas. Der Motor startet mit normalem Benzin und wird nach einer kurzen Warmlaufphase auf Methan umgestellt, das direkt über den Luftfilter angesaugt wird. Der Methantank ist ein großer Ballon in einem mannshohen Zylinder aus Plexiglas. Wer dabei an ein riesiges Kondom denkt, der möge sich nicht grämen. Trotz skurrilen Aussehens: das System funktioniert.

Zum Tanken Baden gehen

Schalkxs – der Name scheint Programm – generiert das Methan für den Antrieb selbst. Dazu nutzt er eine umgedrehte Maurerwanne mit einem PVC-Rohr und Verschluss zum Speichern des Methans. Das Ganze schwimmt in einem Luftschlauch auf irgendeinem stehenden Gewässer mit viel Biomasse am Boden: Methan kann nur entstehen, wenn am Grund etwas zersetzt wird. Das Sumpfgas steigt auf und sammelt sich in Wanne und Rohr. Beschleunigt werden kann die Füllung, wenn man den Boden unter Wasser umgräbt. Über eine Pumpe kann das Gas dann in den Ballon-Tank gefüllt werden.

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8 Stunden dauert es, genug Methan zu gewinnen, um den Ballon zu füllen, der das Moped dann 12 Kilometer antreibt.

Bilanz eher schlecht

Gut acht Stunden dauert es, um genug Methan für eine Ballonfüllung zu sammeln, damit kommt das Moped dann gute 12 Kilometer weit. Zusätzlich hat Methan oder Biogas als Kraftstoff immer den Nachteil des sogenannten Methan-Schlupf: Gut zwei Prozent gelangen unverbrannt aus dem Motor in die Umwelt und am Ende des Tages ist Methan eben schädlich für die Umwelt.

Fazit

Nette Idee, skurril umgesetzt: Per Eigenbau-Tankstelle Methan aus einem Tümpel gewinnen und in einem riesigen Ballon der Verbrennung eines Motors zuführen. Die Bilanz zeigt mit diesem System eher in Richtung "zu Fuß geht's schneller". Aber wie beim Schrottwichteln zu Weihnachten, ist es der Gedanke der zählt.