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Bridgestone R11 im Test

Der Heisskleber

Bridgestones neuer, profilierter Rennreifen hört auf den Namen Battlax Racing R11. Unter der brennenden Sonne Spaniens durfte der Nachfolger des R10 erstmals zeigen, was in ihm steckt.

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Über der V-MSB-Gürtellage (hellblau), deren Fäden in unterschiedlichen Abständen zueinander verlaufen, kommt beim Hinterreifen noch eine zusätzliche, GP-Belt getaufte Lage (dunkelblau) zum Einsatz, die direkt vom Slick V02 abgeleitet wurde.

Spanien, das Haupthaar liegt nicht und der Schweiß rinnt in Bächen. „Verdammt, ist das heiß hier, völlig unnormal für Anfang Oktober“, gibt unser spanischer Kollege Sergio zu Protokoll. Der Blick aufs Thermometer macht klar, warum wir kurz vor der Dehydrierung stehen. 34 Grad zeigt das Messinstrument. Aber hey, als Profi musst du das abkönnen, schließlich sind wir auf Einladung von Bridgestone hier. Der Battlax Racing R11 – Nachfolger des R10 – ist gerade erst aus den Backformen geschlüpft und steht bereit für ein flottes Tänzchen unter der Sonne Spaniens.

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Auf der Test- und Rennstrecke in Monteblanco soll er zeigen, was er kann. Bridgestone hat mehr als 20 unterschiedliche Sportmotorräder von 600 bis 1200 Kubik im Fahrerlager versammelt – alle getankt und mit frischen R11-Pellen versehen. Doch bevor der Reifen seine Leistungsfähigkeit beweisen darf, ein paar Details.

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Zwar gibt es für den R11 eine Straßenzulassung, die in den Mischungstypen soft und medium erhältlichen Rennpneus wurden aber rein für die Piste konzipiert. Sie benötigen Heiz-decken, um auf Temperatur zu kommen.

Auch wenn der R11 ein paar zarte Profilrillen besitzt und samt Straßenzulassung in allen gängigen Supersportler-Formaten ab spätestens März 2018 verfügbar ist, handelt es sich um einen reinen Rennreifen. Ohne Heizdecken geht nichts. Als Luftdruckempfehlung hat Bridgestone für den ersten Aufschlag in Monteblanco 2,1 bar im Vorderrad und niedrige 1,6 bar für den Hinterreifen ausgegeben – gemessen im warmen Zustand. Die wichtigste Änderung gegenüber dem R10 ist beim R11 der Aufbau. So besitzen Vorder- und Hinterreifen eine V-MSB getaufte Monospiral-Konstruktion im Unterbau. Die Spiralfäden laufen dabei nicht gleichmäßig um den Reifen, sondern in verschiedenen Abständen. An den Flanken liegen sie weiter auseinander, um mehr Flexibilität und damit Auflagefläche in Schräglage zu bieten. In der Reifenmitte sind sie enger verlegt für mehr Stabilität. Hinzu kommt beim Hinterreifen noch eine GP-Belt-Lage, die für mehr Haftung und eine konstantere Performance sorgen soll.

Jelicic
Die große Hitze und der abrasive Belag auf der Piste in Spanien haben die Reifen ganz schön geknechtet. Besonders nach Turns mit Kalibern der 200-PS-Klasse ließ nach guten drei Runden die Performance leicht nach, die Reifen blieben aber gut beherrschbar.

Auf jetzt. Die Motoren sind warm, die 4,4 Kilometer lange Piste muss es zeigen. Und mit der Stabilität des Vorderreifens hat Bridgestone schon mal recht behalten. Am Ende der 940 Meter langen Zielgerade bleiben die Bikes trotz des harten Ankerns und schnellen Gangwechseln vom Fünften bis in den Zweiten sicher auf Kurs. Lässig lassen sich die mit dem R11 bestückten Motorräder in Schräglage werfen und scharf an den Curbs entlangzirkeln. Auch in der engen Wechselschikane klappt der Schräglagenwechsel, ohne dass man dabei mit roher Gewalt am Lenker ziehen muss  – bei guter, vertrauenerweckender Rückmeldung.

Ein Haar in der Suppe gibt es aber auch. Nach drei scharfen Runden fängt der Hinterreifen bei den Testmaschinen der 200-PS-Klasse leicht an zu schwimmen. Der abrasive Belag in Monteblanco und die hohen Außentemperaturen fordern ihren Tribut. Ambitionierte Rennstrecken-Heizer oder Fahrer von Cups, in denen Profilreifen vorgeschrieben sind, dürfen den Bridgestone R11 in Zukunft gerne in die engere Wahl einbeziehen. Wie er im Ranking zu den anderen Profil-Sportreifen steht, muss ein Vergleich klären.

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