Motorradhelm Autohelm Arai Arai

Motorradhelm und Autohelm

Das sind die Unterschiede

Die Integralhelme für Motorradfahrer unterscheiden sich optisch auf den ersten Blick nicht sehr den Autorennhelmen. Bemerkenswerte Unterschiede gibt es trotzdem.

Die übergeordnete Anforderung – den Kopf des Fahrers zu schützen – haben Motorrad- und Autohelme gemeinsam. Aber sie sind doch unterschiedlicher, als manch einer vermutet haben mag.

Flammbeständiges Futter

Bei Sporthelmen für Autofahrer liegt einer der Schwerpunkte beispielsweise auf der Feuerwiderstandsfähigkeit. Hierfür müssen sie, im Gegensatz zu Motorradhelmen, eine Feuerprobe bestehen. Das Futter besteht bei Autohelmen aus Nomex-Fasern, also aus einem feuerhemmenden Material. Außerdem ist die Gummidichtung um die Augenöffnung so beschaffen, dass sie schmilzt und das Visier gegen den Helm abdichtet. So soll das Gesicht des Fahrers vor Flammen zumindest zeitweise geschützt werden, sollte er tatsächlich mal in einem brennenden Auto festsitzen. Wer hin und wieder den Rennsport der vierrädrigen Kollegen verfolgt, weiß, dass das gar keine Seltenheit ist.

Aufprall und Abrieb

Motorradfahrer haben es hingegen selten mit Flammen zu tun. Und dabei auch noch im eigenen Fahrzeug eingeklemmt sein, ist keine typische Falle für uns. Infolgedessen sind die Polster in Motorradhelmen für gewöhnlich nicht aus diesem speziellen, feuerfesten Material. Dafür haben wir es mit anderen Arten des Aufpralls zu tun. Ein Motorradhelm muss nicht nur vor heftigen Stößen schützen – diese Anforderung muss auch ein Autohelm erfüllen – sondern auch enormen Abrieb durchs Rutschen aushalten. Im Auto kann der Kopf im Falle eines Unfalls gegen das Lenkrad, einen Überrollkäfig, das Dach oder Seitenfenster schlagen, aber nur in den seltensten Fällen haben es Autohelme mit der Herausforderung des Abriebs zu tun. Hier legen Motorradhelm-Hersteller einen besonderen Fokus drauf.

Motorradhelm Autohelm Arai
Arai
Arai ist einer der Helmhersteller, der für Motorradfahrer aber auch für den Autosport Helme entwickelt und produziert. Obere Reihe: Motorradhelme; untere Reihe: Autohelme.

Kopf- und Nacken- Rückhaltesystem

Die meisten gängigen Prüfnormen für Autohelme (beispielsweise Snell SA2010, Snell SA2015 sowie FIA 8859-2015) schreiben Gewindeeinsätze zur Aufnahme eines Kopf- und Nacken- Rückhaltesystems vor, auch bekannt als HANS-System (Head and Neck Support). Die Vorrichtung soll eine Überdehnung (Peitschenschlagsyndrom) der Halswirbelsäule verhindern. Umgekehrt wäre dieses für viele Autorennklassen vorgeschriebene System für uns Motorradfahrer kontraproduktiv. Die Sitzposition ist mit der eines Autofahrers nicht zu vergleichen und für die richtige Blickführung brauchen wir unbedingt die Bewegungsfreiheit des Kopfes. Im Motocross- und Endurosport kommen allerdings auch spezielle Nackenschutz-Systeme zum Einsatz, die eine Überstreckung verhindern und Aufprallkräfte auf eine größere Fläche verteilen sollen.

Belüftung, Aerodynamik, Fahrgeräusche

Um Aerodynamik und Fahrgeräusche müssen sich Hersteller von Autohelmen weniger Gedanken machen. Und auch in Sachen Belüftung geht es bei der Entwicklung von Motorradhelmen komplexer zu. Je komfortabler der Helm für uns Motorradfahrer ist, desto weniger lenken uns äußere Einflüsse ab, und um so sicherer sind wir unterwegs. In den meisten Autos fängt die Windschutzscheibe da schon das Gröbste ab und eine Kopfstütze stabilisiert oftmals den Nacken.

Außerdem haben Motorradhelme für gewöhnlich einen höheren und breiteren Visierausschnitt, da es für die bereits erwähnte Blickführung wichtig ist, ein möglichst großes Sichtfeld nutzen zu können. Und lenken wir die Sicht auf den Preis, wird schnell klar: Autorennhelm sind teurer als Motorradhelme. Den Highend-Motoradhelm RX-7V RC Carbon gibt es für um 3.000 Euro, der Autohelm Arai Formelhelm GP-7 SRC ABP kostet hingegen um die 4.000 Euro. In den mittlereen und unteren Preisklassen sind die Unterschiede noch deutlicher.

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