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Neue Ducati Diavel V4 mit 168 PS

2023: Neue Ducati Diavel V4 Ducatis Teufel bekommt vier Hörner und 168 PS

Ducati konstruiert um den Granturismo-V4 eine völlig neue Diavel herum. 168 PS und nur 223 Kilogramm kosten allerdings 27.000 Euro.

Ducati Diavel V4 2023 Ducati
Ducati Diavel V4 2023
Ducati Diavel V4 2023
Ducati Diavel V4 2023
Ducati Diavel V4 2023 14 Bilder

Nach den Erlkönig-Bildern Anfang September 2022 war klar: Ducati baut eine Diavel mit V4. Ende Oktober steht als 6. von 7 Neuheiten dieses neue Kraftrad fest. Unter dem Motto "Dare to be bold", was "Wage es, mutig zu sein" bedeutet. Bold oder mutig ist auf den ersten Blick aber nicht, einen sehr sportlichen Motor in ein Power-Cruiser-Konzept zu weben, sondern von einer Modellgeneration auf die nächste den Preis um 24 Prozent zu erhöhen. Von aktuell 21.790 Euro für die Diavel 1260 steigt der Preis auf 27.090 Euro.

Mehr Leistung und obendrein leichter

Im Gegenzug sinkt das Gewicht der neuen Ducati Diavel V4 um 5 Prozent oder knappe 13 Kilogramm auf 211 Kilo trocken. Damit wiegt der Cruiser sogar 4 Kilogramm weniger als die Reiseenduro Multistrada V4, die den Motor spendet.
Ducati stimmt den Granturismo-V4 mit 1.153 Kubik und mit der konventionellen Ventilsteuerung – also ohne Desmodromik – für die Diavel neu ab. Wohl über andere Steuerzeiten ändert Ducati den Drehmomentverlauf deutlich. 126 Nm bei 7.500 Touren sind 1 Nm mehr als in der Multi, die liegen 1.250 Touren früher an und 2 PS weniger Spitzleistung brauchen 250 Touren mehr, um bei 10.750 /min zu wirken. Im Vergleich zur aktuellen Diavel 1260 leistet die Neue mit 168 PS zwar 6 mehr, allerdings liegen die 1.250 Touren später an.
Respekt: Trotz 109 Kubik weniger Hubraum und ohne die variable Ventilsteuerung DVT der 1260 stemmt der V4 nur 3 Nm weniger bei exakt der gleichen Drehzahl. Ob die neue Diavel V4 wie die 1260 mit nur 5,9 Liter Normverbrauch klarkommt, ist fraglich, denn der V4 ist kein Sparwunder. Dafür hat der neue Tank der Diavel mit 20 Litern 3 mehr als der Tank der 1260er.

V4 und V2 zugleich

Je nach Fahrzustand ist der V4 ein V2: Der Party-Trick der neuen Diavel V4 von Ducati ist das von der Multistrada V4 Rally übernommene System der erweiterten Zylinderabschaltung. Im Leerlauf und in den Gängen 2 bis 6 schaltet die Diavel die hintere Zylinderbank ab, um Kraftstoff zu sparen. Neu ist, dass selbst in bestimmten Lasten und bis zu bestimmten Geschwindigkeiten die Diavel mit nur zwei zündenden Zylindern fährt. Aktuell ist das System in den V4-Modellen nur im Stand und im Leerlauf aktiv. Egal welcher Arbeitsmodus: Die Abgase finden ihren Weg aus einem Endtopf mit vier kleinen Endrohren.

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Neuer Rahmen, neues Fahrwerk

Der neue Motor der Diavel verlangte ein komplett neues Chassis. Ducati verabschiedet sich vom Hauptrahmen aus Stahlrohr und setzt wie bei den meisten anderen modernen Modellen auf ein Rückgrat aus Aluminium, in das der Motor mittragend integriert ist. Der Heckrahmen ist hingegen weiterhin aus Stahlrohr direkt am Motor verschraubt. Ebenfalls bekannt ist die Einarmschwinge der neuen Diavel V4. Die ist allerdings komplett neu entwickelt, ist direkt im Motor verschraubt und stützt sich über ein direkt angelenktes Zentralfederbein ab. Die Diavel 1260 hat ein exzentrisch verbautes Federbein. Zwar ist die neue Schwinge deutlich länger als die der 1260, allerdings sinken mit dem neuen Chassis der Radstand um 7 auf 1.593 Millimeter und der Nachlauf um 8 auf 112 Millimeter. Die Sitzhöhe steigt um 10 auf immer noch niedrige 790 Millimeter. Die Federelemente selbst sind volleinstellbar, die Gabel hat mit 50-Millimeter-Standrohren um 2 Millimeter stärkere als die Diavel 1260. Geblieben sind die Reifendimensionen mit 120/70 ZR 17 vorn und 240/45 ZR 17 hinten. Wie der Gabeldurchmesser wachsen die Bremsscheiben um 10 auf 330 Millimeter vorn, neu sind die Stylema-Sättel von Brembo. Anders gesagt: Das ist die Bremsanlage der Panigale V4.

Neue Elektronik aus den Superbikes

Neben den Bremsen vorn übernimmt die neue Ducati Diavel V4 die elektronische Ausstattung der sportlichen Modelle: Kurven-ABS, Launch-Control und Tempomat werden von den Evo-2-Versionen der Traktionskontrolle, Wheelie-Control und dem überarbeiteten Quickshift-System ergänzt. Kontrolliert werden können die meisten dieser Systeme über das neue TFT-Display mit 5 Zoll (ca. 13 Zentimeter) Diagonale, mit Connectivity und optionaler Turn-By-Turn-Navigation. Vier Fahrmodi, welche alle konfigurierbar sind, können über beleuchtete Schalterarmaturen eingestellt werden.

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180 PS und Koffer

Wem die 168 PS nicht genug sind, kann die Leistung auf 180 PS erhöhen, das Gewicht um weitere 11 Kilo senken und sich die Zulassung sparen, da die optionale Stahl-Titan-Abgasanlage nicht straßenzugelassen ist. Wer reisen möchte, kann die neue Ducati Diavel V4 mit einem halbfesten Gepäcksystem mit 48 Litern Volumen ergänzen und muss trotzdem nicht auf den Passagier-Sitz verzichten. Der ist wie gehabt mit einklappbaren Fußrasten und ausziehbarem Haltegriff ungenutzt kaum zu erkennen.

Farben, Preise und Verfügbarkeit

Ab Januar 2023 soll die neue Ducati Diavel V4 bei den Händlern verfügbar sein. In Ducati Red startet die Diavel bei 27.090 Euro, in Thrilling Black geht es bei 27.390 Euro los.

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Cruiser

Fazit

Keine Überraschung: Ducati bringt die Diavel V4 neu auf den Markt. Nach dem langen und großen Erfolg der Diavel 1260 war die Zeit reif für einen neuen Powercruiser. Überraschung: Ducati trimmt den etwas hubraumkleineren V4 fast auf das Kraftniveau des zudem mit DVT-versehenen V2, spart gut 13 Kilo Gewicht – und erhöht den Preis saftig um knapp 6.000 Euro für die Basis-Diavel mit 168 PS.

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