Elektro-Harley Harley-Davidson LiveWire Serienversion Harley-Davidson
Elektro-Harley Harley-Davidson LiveWire Serienversion
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Fahrbericht Harley-Davidson LiveWire Serienbike

Elektro-Harley knallt so richtig

Diese Elektro-Harley aus Milwaukee knallt so dermaßen, wie man es in der Welt der drehfaulen Schütteleisen noch nicht kannte. Drehzahl, Gangwahl, Kuppeln – alles Vergangenheit. Wir sind die erste Serienversion der E-Harley gefahren und berichten. Erhältlich ist sie ab September 2019 ab 32.995 Euro.

Die Zeichen der Mobilität stehen zunehmend auf Elektro. Dass gerade Harley-Davidson – sicher geglaubtes Refugium für ewige Gestrigkeit – als erster Motorrad-Großserienhersteller mit Macht und Führungsanspruch voranschreitet, darf getrost als Sensation gelten.

Wobei: ganz überraschend kommt das nicht: Schon 2014 startete man mit dem Prototypen „Projekt Livewire” einen Versuchsballon, der fröhlich um die Welt tingelte, um mal die allgemeine Großwetterlage in Sachen Elektro-Harley rauszufühlen. Und die scheint nicht so schlecht zu sein, denn jetzt stehen wir in Portland und vor uns die Serienversion des Elektrobikes Harley-Davidson LiveWire.

Harley-Davidson LiveWire Serienbike
Video vom Fahrbericht der Harley-Davidson LiveWire

Elektro-Harley mit 105 PS und 114 Nm

Ein paar Anpassungen hatte die globale Feldstudie zur Folge: Aus 74 PS und 70 Newtonmetern sind nun derer 105 PS und 114 Nm geworden. Der Akku wurde zwar nie beziffert, hat aber mit 15,5 Kilowattstunden auch an Kapazität gewonnen. Rauf ging auch das Gewicht: Statt 210 werden nun 249 Kilogramm angegeben, was in Harley-Begriffen immer noch als fast schlank gilt.

Eine Zahl ist aber auch kleiner geworden, und das ist höchst erfreulich: Statt 3,5 Stunden benötigt eine vollständige Strombetankung über DCFC (DC Fast Charge)-Schnelllader nur 60 Minuten. In 40 Minuten gibt es 80 Prozent Batteriekapazität. An der heimischen Steckdose dauert es freilich etwas länger. Da gibt es pro Stunde gut 20 Kilometer Reichweite. Glücklicherweise wird es bei jedem Harley-Händler, der die LiveWire vertreibt eine Schnellladestation geben. Im ersten Jahr ist die Nutzung sogar kostenfrei, danach wird ein Abomodell nötig.

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Harley-Davidson LiveWire mit modernster Ausstattung

An der durchaus für Harley-Verhältnisse geradezu kompakt-gedrungenen Linie wurde nur im Detail Hand angelegt. Details, die größtenteils gefallen und immer noch einen Hauch von typischer Milwaukee-Rustikalität vermitteln, wenn man sich beispielsweise die Blinkerkabelverlegung oder die Spaltmaße der Tankverkleidung genauer ansieht. Ansonsten nur gute und hübsch anzuschauende Ware an der Elektro-Harley: Brembo Monobloc-Zangen, voll einstellbare Showa-Federelemente, hochauflösendes Farb-TFT mit Touchscreen, dazu noch modernste Elektronik mit verstellbarer Traktionskontrolle, Wheelie-Kontrolle, ABS und Fahrmodi, dank 6-Achsen-IMU sogar alles schräglagensensitiv.

Wer Wind am Gasgriff sät, erntet Sturm

Kein übertriebener Aufwand, wie der erste Fahreindruck zeigt denn diese Schwermetall aus Milwaukee knallt so dermaßen, wie man es in der Welt der drehfaulen Schütteleisen noch nicht kannte. Der Motor schiebt mit einer Unmittelbarkeit nach vorne, wie es nun mal nur die Kraft der Elektrizität vermag, und zwar immer und überall. Drehzahl, Gangwahl, Kuppeln: Um all diese Dinge muss man sich keine Gedanken mehr machen. Wer Wind am Gasgriff sät, erntet Sturm, und zwar in feinster Darbietung. Die Gasannahme ist in jedem der vier Fahrmodi absolut störungsfrei.

Harley-Davidson LiveWire Serienbike
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Zeig, was du hast: Der Elektromotor leistet satte 105 PS und ist der Optik wegen längs eingebaut.

Mangels Lärmpegel merkt man dabei oft nicht, wie schnell man unterwegs ist, bevor die Kurve dann wie aus dem Nichts auf einmal vor einem ist. Was bei vielen Harleys für mittlere Schweißausbrüche reicht, ist bei der Harley-Davidson LiveWire dann aber eher Grund zur Freude: Die Brembos fangen die Fuhre zuverlässig ein, auch wenn der erste Biss etwas zahm ist, dann geht es ohne große Mühen in den Radius. Neutral, vertrauenserweckend und sehr viel einfacher, als 250 Kilo es vermuten lassen.

Kritik nur auf hohem Niveau

Keine Kritik? Doch, aber auf erstaunlich hohem Niveau: Das Fahrwerk reagiert auf kurze Unebenheiten etwas rustikal und schwingt bei ambitionierter Fahrweise leicht nach. Ein paar Drehs und Klicks an der voll einstellbaren Hardware sollten zumindest Letzteres eindämmen können. Und auch die zweifelhafte Reifenwahl ist zum Glück kein Umstand, mit dem man leben muss. Zwar wurden die Scorchers von Michelin extra neu abgestimmt, im Kern ist das aber immer noch ein unnötig auf Laufleistung getrimmter Holzreifen, der sattes Anlehngefühl sowie transparentes Feedback vermissen lässt. Die kompakte Ergonomie ist gelungen, und bietet satten Vorderradbezug, leider erlaubt der stark konturierte Sattel kaum Platz für leichte Turnereien, zu denen die Harley-Davidson LiveWire durchaus ermutigt.

Harley-Davidson LiveWire Serienbike
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Die Harley-Davidson LiveWire kommt mit modernem TFT-Touchscreen-Bildschirm.

Harley-Davidson LiveWire ab 32.995 Euro

Hat man sich um diese Details gekümmert, hält man ein Fahrdynamikpaket zwischen den Händen, das nicht nur mit den jüngst aufmunitionierten Elektromotorrädern von Zero und Energica mithalten kann, sondern auch mit sportlichen Naked Bikes aus der Verbrennerwelt. Auch was die Reichweite angeht: Selbst bei der sehr flotten Ausfahrt ergaben sich etwa 100 Meilen, also gut 160 Kilometer. Harley spricht von bis zu knapp 240 Kilometern im reinen Stadtbetrieb.

Gewohnt deftig ist die Preisansage: 32.995 Euro sind auch angesichts der nicht günstigen Elektro-Konkurrenz eine Ansage. Wer sich davon nicht abschrecken lässt, wird ab September 2019 beim Harley-Dealer seines Vertrauens fündig auf der Suche nach Zukunft. Weitere auf dem nun “Revelation” genannten E-Antrieb basierende Modelle sollen bald folgen.

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