26 Motorrad-Schlösser im Test

Welches System ist am besten?

In MOTORRAD 2/2016: 26 Diebstahlschutzschlösser im Test.
MOTORRAD nahm 26 Schlösser mit zur Firma A. Wendt in Bergheim (www.zieh-fix.com). Firmengründer Adalbert Wendt (2. v. r.) mit Söhnen Enrico (l.) und Sascha sowie der „gute Onkel“, Technik-Betriebsleiter Josef Schumacher (r.), ...... haben nicht nur passendes Aufsperrbesteck parat, sondern wissen auch, ...... wie dieses einzusetzen ist. Bei Bolzen- oder Seitenschneidern mag das nicht so kompliziert sein, schwieriger ist die Anschaffung von und der Umgang mit Aufsperrwerkzeugen wie Jigglern, Handpick-Sets sowie Elektro-Picks (im vorigen Bild oben rechts), die eigentlich nur an Spezialisten wie Schlüsseldienste verkauft werden. Metallsägen machen natürlich Lärm und brauchen Zeit, mit einer Flex geht das bedeutend schneller - und per Akku auch mobil, was Dieben natürlich in die Hände spielt.
Doch nun zu unserem großen Test von Motorradschlössern!
38 Bilder

Im Vergleichstest hatten 26 Motorrad-Schlösser nicht viel zu lachen, schließlich kann mit dem richtigen Werkzeug jede Diebstahlsicherung geknackt werden. Doch welches System ist am besten, um das Motorrad optimal zu sichern?

Das massive Harley-Schloss mit einem Trennschleifer brechen? Das Spektakel dauert gut zweieinhalb Minuten, dann ist die Kette durch. Eine Kette mit wuchtigen Gliedern und einem Gewicht, das fürs Krafttraining angemessen wäre.

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Der Trennschleifer als Ultima Ratio für einen Diebstahl wurde in diesem Test von Motorrad-Schlössern aber nur eingesetzt, um die Materialstärke und -güte besser einordnen zu können.

Foto: Dentges
Seelenruhig nachts in einem Innenhof ein Motorradschloss aufflexen? Wohl kaum ... Mit dem Trennschleifer wurde zum Schluss
Seelenruhig nachts in einem Innenhof ein Motorradschloss aufflexen? Wohl kaum ... Mit dem Trennschleifer wurde zum Schluss "nur" die Materialstärke getestet.

Das im Bild gesprengte Harley-Schloss wurde zuvor mit allen anderen – eher wahrscheinlichen – Diebstahlmethoden traktiert.

Das sagen auch die Aufsperr-Experten von der Firma A. Wendt in Bergheim bei Köln, die sich MOTORRAD für den Test mit ins Boot geholt hat. „Die Täter suchen gezielt nach Schlössern, mit denen sie ­bereits vertraut sind, und versuchen in der Regel nicht, sich aufs Geratewohl an ein Motorrad heranzumachen“, erklärt Josef Schumacher, Techniker bei Wendt und Kenner der Szene.

Fazit

Käufern von Bremsscheibenschlössern sei gesagt: Legt lieber ein paar Euro mehr an als nachher ohne Motorrad dazustehen. Billige Motorrad-Schlösser locken zwar als Mitnahmeartikel, machen aber kaum Sinn, weil sie Dieben nur ein müdes Lächeln abgewinnen. Um auf Nummer sicher zu gehen, sollte das Motorrad ohnehin fest angeschlossen werden. Ob mit Bügel, Faltschloss, Kette oder Panzerkabel ist Geschmackssache.

In diesem Test konnten die im Vergleich recht leichten, integrierten Ketten und Panzerkabel als Allrounder überzeugen. Um am heimischen Parkplatz das Moped optimal zu sichern, gilt hingegen: Viel hilft viel!

Testsieger Bremsscheibenschlösser

Abus Granit Detecto X Plus 8077: Das High-End-Schloss Abus Granit Detecto X Plus 8077 mit prima Ausstattung (unter anderem Alarm) überzeugt mit bester Wertigkeit und allerhöchster Sicherheit. Teuer, aber auch top!

Foto: mps-Fotostudio
Abus Granit Detecto X Plus 8077.
Abus Granit Detecto X Plus 8077.

Handhabung: Durch das recht hohe Gewicht ist das Handling beim Anbringen an etwas verbauten Stellen etwas erschwert, und unter Umständen löst der laute Alarm ungewollt aus. Das Verschlusssystem passt nicht für jede Bremsscheibe, aber insgesamt ist das Schloss sehr kompatibel. In die wertige Textiltasche mit Reißverschluss passt das Schloss genau hinein und lässt sich dann schön überall verstauen.

Preis: 169,95 Euro

MOTORRAD-Urteil: sehr gut

Kauftipp Bremsscheibenschlösser

Hartmann Bremsscheibenschloss: Prima ausgestattet, absolut aufbruchsicher und ein sehr leckerer Preis. Die Louis-Eigen­marke Hartmann bietet ein erstklassiges Bremsscheibenschloss.

Foto: mps-Fotostudio
Hartmann Bremsscheibenschloss.
Hartmann Bremsscheibenschloss.

Handhabung: Der Bügel lässt sich ganz herausnehmen, was das Anbringen und Verschließen an der Bremsscheibe erleichtert. Mitunter rastet der ­Bügel aber nur mit Nachdruck ein. Der Öffnungsspalt ist für fast alle Bremsscheibentypen ausreichend dimensioniert. Die Textiltasche ist eher billiger Machart, aber dennoch praktisch. Das Schloss lässt sich überall gut unterbringen.

Preis: 34,95 Euro

MOTORRAD-Urteil: sehr gut

Abus Victory 68 Roll Up

Schön klein und relativ leicht, jedoch ein knallhartes Kerlchen: Das Abus Victory 68 ist nicht gerade billig, aber ein hochwertiges und hochsicheres Schloss.

Foto: mps-Fotostudio
Abus Victory 68 Roll Up
Abus Victory 68 Roll Up

Handhabung: Das Anbringen gestaltet sich wegen des drehend gelagerten Schlosses mitunter etwas fummelig, aber mit etwas Übung ist schnell (fast) jede Scheibe blockiert. Nur bei sehr engen Bremsscheibenaussparungen passt der Bolzen nicht durch. Im robusten Schutzsäckchen mit Klettlaschen lässt sich das sehr kompakte Schloss auch gut direkt am Motorrad anbringen.

Preis: 92,95 Euro

MOTORRAD-Urteil: sehr gut

Abus Element 285

Das Element 285 bietet – nomen est omen – nur elementaren Schutz. Diebe knacken es in kürzester Zeit mit einfachen Mitteln. Mehr Schein als Sein, dafür zu hoher Preis.

Foto: mps-Fotostudio
Abus Element 285
Abus Element 285

Handhabung: Die dünnen Blechschlüssel wirken wenig dauerhaltbar, und der Schließmechanismus gab sich im Test des Öfteren sehr hakig. Das leichte Schloss lässt sich aber in der Regel gut an verschiedenen Bremsscheiben anbringen. Billig gemachtes Signalkabel – nette Dreingabe. Das zweitleichteste Schloss im Vergleich lässt sich in jeder Tasche einfach wegstecken. Eine einfache Transporttasche wird mitgeliefert

Preis: 32,95 Euro

MOTORRAD-Urteil: ausreichend

Abus Sledg 77

Qualität zahlt sich aus. Das Sledg 77 mit cleverem Verschlusssystem ist in Hand­habung und Sicherheit ein durchweg tolles Produkt. Die Qualität kostet allerdings.

Foto: mps-Fotostudio
Abus Sledg 77
Abus Sledg 77

Handhabung: Ansetzen und Verschließen funk­tioniert mittels Schlitten mit Verriegelungsbolzen einwandfrei. Der griffig ummantelte Korpus liegt gut in der Hand, und das Warn-Spiralkabel lässt sich einfach anbringen. Passt für viele, aber nicht alle Bremsscheiben. Transporttasche, sehr kompakte Form, da gibt es nichts zu meckern. Für die Hosen- oder Jackentasche etwas zu schwer.

Preis: 136,95 Euro

MOTORRAD-Urteil: sehr gut

Harley-Davidson

Harley-Davidson bekommt das sehr handliche und aufbruchsichere Schloss von Kryptonite zugeliefert. Prima Produkt, aber das Harley-Emblem wird teuer erkauft.

Foto: mps-Fotostudio
Harley-Davidson Bremsscheibenschloss
Harley-Davidson Bremsscheibenschloss

Handhabung: Passt gut in die verschiedenen Lochungen von Bremsscheiben diverser Motorradmodelle. Der Schließmechanismus funktioniert einwandfrei, die Schlüssel liegen gut in der Hand. Die schlanke Form des Schlosses erlaubt sogar den Transport in vergleichsweise kleinen Jackentaschen.

Preis: 90,50 Euro

MOTORRAD-Urteil: sehr gut

Kryptonite New York Disc Lock

Klasse Verarbeitung, einfache Handhabung, sicherer Schließmechanismus – aber auch ein stolzer Preis. Das Kryptonite New York Disc Lock ist ihn aber auch wert.

Foto: mps-Fotostudio
Kryptonite New York Disc Lock
Kryptonite New York Disc Lock

Handhabung: Die gesamte Handhabung ist super einfach, weil der gesamte Bügel dank Doppelschließung komplett abgenommen werden kann. Ließ sich bei der Anprobe an alle Testmaschinen anbringen – bis auf eine Hinterradbremse (Suzuki V-Strom). Schön griffiger Korpus. Im Vergleich zu anderen Bremsscheibenschlössern fällt die Bügelkonstruktion recht groß aus – passt aber alles noch gut ins Gepäck.

Preis: 79,99 Euro

MOTORRAD-Urteil: sehr gut

Oxford Patriot

Mehr was fürs Auge denn echter Diebstahlschutz. Das viel zu weiche Mini T ist leicht zu verstauen und dann okay, wenn für kurze Zeit eine Wegfahrsperre gefragt ist.

Foto: mps-Fotostudio
Oxford Patriot
Oxford Patriot

Handhabung: Der Zylinder schließt gut und rastet sauber ein. Gut. Aber bei der Anprobe an verschiedene Maschinen im MOTORRAD-Fuhrpark musste der Oxford-Pilz ein paarmal passen, weil der Bolzen durch zu große ­Lochungen durchfiel oder die Aussparungen zu eng waren. Dieses Schloss stört nicht im Gepäck (leicht, klein, ultrakompakt). Eine solide Halterung gibt es obendrauf.

Preis: 39,95 Euro

MOTORRAD-Urteil: ausreichend

Testsieger Bügel-, Ketten- und Panzerkabelschlösser

Burg-Wächter Gamma 700/GKM 10/150: Wirkt zwar altbacken, aber die kompakte Kombi aus Kette GKM 10/150 und Vorhängeschloss Gamma 700 verbirgt Top-Schutzfunktionen. Diebe werden verzweifeln!

Foto: mps-Fotostudio
Burg-Wächter Gamma 700/GKM 10/150.
Burg-Wächter Gamma 700/GKM 10/150.

Handhabung: Die kompakte, aber vergleichsweise lange Kette ermöglicht leichtes Anschließen an Pfosten oder den Zusammenschluss von zwei Maschinen. Mit dem handlich großen Schlüssel flutscht alles reibungslos. Für den hohen Sicherungsgrad gutes Handling. Bei großen Staufächern passt die Kombi sogar unter die Sitzbank, der Transport im Tankrucksack ist bei mittlerem Gewicht noch erträglich.

Preis: 78,85 Euro (Kombi)

MOTORRAD-Urteil: sehr gut

Kauftipp Bügel-, Ketten- und Panzerkabelschlösser

Abus Steel-O-Flex Granit X Plus 1025: Das Abus Steel-O-Flex 1025 bietet eine tolle Vielseitigkeit bei kleinem Packmaß – und das bei sehr akzeptab­ler Sicherheit. Top Diebstahlschutz für unterwegs.

Foto: mps-Fotostudio
Abus Steel-O-Flex Granit X Plus 1025.
Abus Steel-O-Flex Granit X Plus 1025.

Handhabung: Das Panzerkabel mit sehr griffiger Gummiummantelung sowie handlichem Gehäuse für die Schließ­einheit lässt sich sehr komfortabel auch durch engere Öffnungen an Rahmen/Anbauteilen fädeln. Die Kabellänge bietet gute Anschlussmöglichkeiten Lässt sich zwar nur etwas widerspenstig eng aufrollen, nimmt dann aber nur sehr wenig Raum im Gepäck ein.

Preis: 96,95 Euro

MOTORRAD-Urteil: sehr gut

Kauftipp Bügel-, Ketten- und Panzerkabelschlösser

Trelock Kette BC 515/110: Als Kettenschloss ist das Trelock BC 515 sehr clever konstruiert. Die vollen 110 cm Länge sind nutzbar, die Handhabung ist super und das Gewicht nicht über Gebühr.

Foto: mps-Fotostudio
Trelock Kette BC 515/110.
Trelock Kette BC 515/110.

Handhabung: Im Gesamthandling top! Der in die Kette integrierte Schlosskörper mit Zwangsschließungsmechanismus (Schlüssel nur abziehbar, wenn System geschlossen) lässt sich spielend leicht bedienen. Das Anketten eines Motorrads (oder auch zweier) gestaltet sich sehr komfortabel. Die zwei Kilo sind zwar nicht wegzureden, fühlen sich aber leichter an. Das Kettenbündel lässt sich kompakt aufrollen.

Preis: 76,99 Euro

MOTORRAD-Urteil: sehr gut

Abus Kombi Granit Detecto X Plus 8077 + 12KS120

Die schlaue (und teure) Kombi aus dicker Kette 12KS120 und Alarm-Bremsschloss Detecto 8077 bietet Top-Schutz. Das hohe Gewicht stört aber im Alltag und auf Reisen.

Foto: mps-Fotostudio
Abus Kombi Granit Detecto X Plus 8077 + 12KS120
Abus Kombi Granit Detecto X Plus 8077 + 12KS120

Handhabung: Die großen Kettenglieder verhindern oftmals ein komfortables Anschließen, und das hohe Gewicht nervt etwas. Aber mit dem Schlingenprinzip lassen sich fein zwei Maschinen zusammenketten bzw. kann man ein Motorrad problemlos am Laternenpfahl sichern. Sinnvoll ist die genau zugeschnittene Schutztasche fürs Schloss. Die Heavy-Metal-Kette möchte man eher nicht einpacken müssen.

Preis: 219,95 Euro

MOTORRAD-Urteil: gut

Abus Granit X plus 540

Hochwertige Materialien und saubere Verarbeitung plus Nettigkeiten wie ein Leuchtschlüssel erklären den hohen Preis des Abus X Plus 540. Prima Bügelschloss.

Foto: mps-Fotostudio
Abus Granit X plus 540
Abus Granit X plus 540

Handhabung: Am Hinterrad lässt sich das Motorrad nur anbinden, wenn es relativ schmal ist. Am Vorderrad lässt sich die Maschine aber etwa an einem Verkehrsschildpfahl festmachen. Schloss rastet sehr satt ein. Die LED-Leuchte am Schlüssel ist eine praktische Hilfe im Dunkeln. Im Vergleich mit anderen Bügelschlössern recht schwer, aber ­dennoch gut im Koffer oder Tankrucksack zu transportieren.

Preis: 89,95 Euro

MOTORRAD-Urteil: gut

Abus Steel-O-Chain Ivy 9100

Verglichen mit schweren Kettenkombis kann die integrierte Kette Ivy 9100 bei der Sicherheit nicht mithalten. Dennoch ein guter, variabler Schutz.

Foto: mps-Fotostudio
Abus Steel-O-Chain Ivy 9100
Abus Steel-O-Chain Ivy 9100

Handhabung: Durch die vergleichsweise lange Kette ist das Anbinden von ein oder zwei Motorrädern ein leichtes Spiel. Bei diesem Umfang kann sogar ein Baum umschlossen werden. Kein Leichtgewicht, aber mit problemlosem Schließmechanismus insgesamt sehr passables Handling. Für den Rucksack auf dem Rücken fast zu schwer, jedoch im Koffer wegen des noch akzeptablen Gewichts ein guter Begleiter.

Preis: 129,95 Euro

MOTORRAD-Urteil: gut

Abus Monoblock Exklusiv für Polo

Ein minimalistisch ausgestattetes Schloss, das sich aber nirgends die Blöße gibt und einen guten Gegenwert bietet. Das Monoblock von Anbieter Polo ist ein Tipp!

Foto: mps-Fotostudio
Abus Monoblock Exklusiv für Polo
Abus Monoblock Exklusiv für Polo

Handhabung: Die recht handliche und dünne Kette lässt sich gut durch kleine Öffnungen an Rahmen/Anbauteilen führen, der Schließvorgang mit dem Schiebebolzen kann sich aber als etwas fummelig erweisen. Der Umfang der Kette reicht zum siche­ren Anschließen. Gewicht und Packmaß gehen bei eingerolltem Zustand voll in Ordnung.

Preis: 39,95 Euro

MOTORRAD-Urteil: gut

Burg-Wächter 1500 HB

Der Bügel von Burg-Wächter wirkt mit viel hässlichem Plastik wie billige Baumarktware, hat es aber faustdick hinter den Ohren. Zudem leicht und kompakt.

Foto: mps-Fotostudio
Burg-Wächter 1500 HB
Burg-Wächter 1500 HB

Handhabung: Zwei übliche 17-Zoll-Motorrad-Vorder­räder lassen sich knapp mit dem Bügel zusammenschließen. Für ein breites Supersportler-Hinterrad ist der Bügel zu eng. Wegen Doppelschließung des Bügels gestaltet sich das Anschließen sehr handlich. Sehr geringes Gewicht, das flache Schloss lässt sich gut im Daypack transportieren, bei manchen Motorrädern auch unter der Sitzbank.

Preis: 22,20 Euro

MOTORRAD-Urteil: gut

Harley-Davidson Schloss-Kit

Bei der Sicherheit heimst das Schlingenkette-/Bügelschloss-Kit von Harley Bestnoten ein. Für die Mitnahme zum Bikertreffen ist das Teil allerdings zu wuchtig.

Foto: mps-Fotostudio
Harley-Davidson Schlingenkette/Bügel Schloss-Kit
Harley-Davidson Schlingenkette/Bügel Schloss-Kit

Handhabung: Zwei Vorderräder lassen sich einfach an einen Schildpfahl ketten, und auch für fette Hinterräder mit 200er-Reifen reicht die Kettenlänge völlig. Durch kleine Lücken an Rahmen/Anbauteilen lässt sich die grobgliedrige Kette nicht ziehen. Hohes Gewicht, mäßiges Handling. Taugt eher als fest installierte „Hauskette“. Im Rucksack bereitet das Schwergewicht Rückenschmerzen, fürs Motorrad zu voluminös.

Preis: 227,50Euro

MOTORRAD-Urteil: gut

Hartmann-Kombi mit Vierkant-Kette

Licht und Schatten – ein beinahe unknackbares Schloss, kombiniert mit schlapper Kette als Schwachstelle. Die Hartmann-Schlosskombi ist günstig, aber nicht gut.

Foto: mps-Fotostudio
Hartmann-Kombi mit Vierkant-Kette
Hartmann-Kombi mit Vierkant-Kette

Handhabung: Durch die recht großen Glieder gibt sich die Kette beim Durchfädeln an engen Stellen sehr sperrig, und auch das Einrasten des Schloss­bügels gerät mitunter zur fummeligen Angelegenheit. Der Umfang der Kette reicht, um zwei Maschinen zusammenzuschließen. Nicht allzu schwer und auch recht kompakt. Für das Bremsschloss gibt es sogar eine praktische Schutzhülle.

Preis: 59,95 Euro

MOTORRAD-Urteil: befriedigend

Kryptonite-Kit New York Padlock + Legend Chain

Megasicher, aber mit über sie­ben Kilo auch mega­schwer! Bestnoten für Sicherheit, aber die Handhabung von Kryp­tonites Padlock plus Legend Chain ist mäßig.

Foto: mps-Fotostudio
Kryptonite-Kit New York Padlock + Legend Chain
Kryptonite-Kit New York Padlock + Legend Chain

Handhabung: Die Kettenglieder sind dermaßen groß, dass man außer durch die Räder kaum passende Öffnungen an Rahmen/Anbauteilen antrifft. Außerdem ist die Kombi für den normalen Alltagsgebrauch zu schwer. Die Kettenlänge bietet indes komfortables Anbinden der Maschine. Die Kette wiegt so viel wie ein Rennrad und würde den halben Koffer füllen. Lieber zu Hause lassen und Moped nur dort anketten!

Preis: 219,99 Euro

MOTORRAD-Urteil: gut

Kryptonite Evolution Series 4 Integrated Chain

Kryptonites günstigere Evolution Series 4 muss sich mit der handlichen 1016 Integrated Chain nicht vor teureren Produkten verstecken, denn sie bietet hohe Sicherheit.

Foto: mps-Fotostudio
Kryptonite Evolution Series 4 Integrated Chain
Kryptonite Evolution Series 4 Integrated Chain

Handhabung: Der sehr griffige Schlosskorpus schmeichelt in der Hand, und auch nette Features wie der Leuchtschlüssel wissen in der Praxis zu überzeugen. Die Kette wirkt für die Länge recht leicht und lässt sich beim Anketten durch Öffnungen oder das Rad fädeln. Als Tourenbegleiter ist dieses Schloss wegen des stattlichen Gewichts eher grenzwertig, obwohl das Packmaß in Ordnung geht.

Preis: 99,99 Euro

MOTORRAD-Urteil: gut

Oxford-Kombi Nemesis Kette + Bremsschloss

Super Sicherheit. Aber handlich gibt sich die Oxford-Kombi Nemesis nicht gerade. Nervig auf Touren, dafür aber ein solider Schutz für Hinterhofparker.

Foto: mps-Fotostudio
Oxford-Kombi Nemesis Kette + Bremsschloss
Oxford-Kombi Nemesis Kette + Bremsschloss

Handhabung: Der etwas klobige Bügel mit Doppelschließung lässt sich bequem abnehmen und durch die riesigen Kettenglieder führen. Beim Anschließen reicht die Kettenlänge zwar auch für breite Hinterräder, aber das Anketten ist wegen des hohen Gewichts jedes Mal ein Akt. Dieser Klopper schreckt zwar Diebe ab, aber auch Tourenfahrer, die mit ihrem Platz im Koffer haushalten müssen.

Preis: 99,95 Euro

MOTORRAD-Urteil: gut

Pearl Infactory Profi-Motorradschloss

Die Kette-Schloss-Kombi von In­factory ist vor allem eines: superbillig. Und sie sieht sicher aus. Ist sie aber nicht, denn für Profis ist das Knacken nur eine leichte Fingerübung.

Foto: mps-Fotostudio
Pearl Infactory Profi-Motorradschloss
Pearl Infactory Profi-Motorradschloss

Handhabung: Die Kette lässt sich aufgrund von Platzmangel nur fummelig in die Schlossöffnung einführen und mittels Durchsteckbolzen verschließen. Beim Anketten gibt sich die Kette erfreulich flexibel und lässt sich gut durch Motorradrahmen und Anbauteile führen. Gut. Das Gesamtgewicht hält sich in Grenzen, und mit zusammen­gerollter Kette lässt sich die Diebstahlsicherung gut verstauen.

Preis: 13,90 Euro

MOTORRAD-Urteil: ausreichend

Trelock Faltschloss FS 500 Toro

Großer Vorteil Faltschloss: zusammengefaltet kaum größer als ein Bremsscheibenschloss und variabler als ein Bügel. Trelocks FS 500 Toro ist ein guter Kompromiss.

Foto: mps-Fotostudio
Trelock Faltschloss FS 500 Toro
Trelock Faltschloss FS 500 Toro

Handhabung: Ein ultrabreites Sportler-Hinterrad kann gerade so umschlossen werden – ebenso knapp wird es bei zwei Vorderrädern. Schloss rastet nur unwillig ein, geringes Feedback. An engen Stellen gibt sich das Faltschloss eher sperrig beim Durchfädeln. Klasse. Sehr versammelt, nicht zu schwer, kompakter als ein Bügelschloss. Die Halterung ist nicht wirklich geeignet fürs Motorrad.

Preis: 109,99 Euro

MOTORRAD-Urteil: gut

Trelock PK 515/100

Das Panzerkabel Trelock PK 515/100 bietet zwar nicht die Sicherheit von fetten Ketten, ist aber auch nur mit schwerem Gerät zu knacken. Und bleibt dabei sehr handlich.

Foto: mps-Fotostudio
Trelock PK 515/100
Trelock PK 515/100

Handhabung: Das Panzerkabel bietet eine gewisse Steifigkeit, sodass das Durchfädeln durch Rahmen/Anbauteile leicht von der Hand geht. Die Umschließlänge ist gerade ausreichend für einen Laternenpfahl oder um zwei Räder zusammenzuschließen. Gut: Zwangsschließung. In aufgerolltem Zustand (geht dank Klettlasche leicht!) lässt sich das ­relativ leichte Schloss ohne Schwierigkeiten im Gepäck unterbringen.

Preis: 79,99 Euro

MOTORRAD-Urteil: sehr gut

Trelock BS 450

Mit dem Trelock-Bügel BS 450 bekommt man ein ordentliches und sicheres Schloss an die Hand, allerdings nicht gerade zum Spartarif.

Foto: mps-Fotostudio
Trelock BS 450
Trelock BS 450

Handhabung: An dünnen Pfählen ließen sich verschiedene Testmaschinen mit dem Bügel anschließen, zwei Vorder­räder konnten ebenfalls verbunden werden. Bei breitem Hinterrad (ab 180er-Reifen) keine Option. Die Handhabung mit komplett herausnehmbarem Bügel ist einfach. So schwer wie eine Tüte Milch und eine schön flache Bauform. Im Rucksack oder Koffer lässt sich das Bügelschloss bequem verstauen.

Preis: 69,99 Euro

MOTORRAD-Urteil: gut

So testet MOTORRAD

Das richtige Werkzeug zu besitzen, um Schlösser zu knacken, ist das ­eine. Bolzen- und Seitenschneider kann man in fast jedem ­Baumarkt für kleines Geld besorgen, genau wie Hammer, Meißel, Schraubendreher und ­Metallsäge. Und auch gute Akku-Elektrowerkzeuge zum Auffräsen des Schlosszylinders sind zwar nicht gerade billig, aber frei erhältlich.

Foto: Dentges
Passendes Aufsperrbesteck liegt bereit, jetzt müssen die Schlösser Stärke beweisen.
Passendes Aufsperrbesteck liegt bereit, jetzt müssen die Schlösser Stärke beweisen.

Schwieriger ist die Anschaffung von Aufsperrwerkzeugen wie Jigglern, Handpick-Sets sowie Elektro-Picks (im Bild oben rechts), die eigentlich nur an Spezialisten wie Schlüsseldienste verkauft werden. Wie man dieses Werkzeug wirksam einsetzt, ist allerdings eine andere Sache. Ohne Sachkenntnisse und viel Übung und Erfahrung ist als Anfängeraufbrecher nämlich nicht viel zu holen. Gut so.

Die Aufsperr-Profis der Firma A. Wendt in Bergheim waren deshalb die optimalen Partner für den großen Motorrad-Schlösser-Test. Ihnen ist kein aktuelles System unbekannt, als Sicherheitsexperten schulen sie unter anderem Behörden wie die Polizei. Wir gaben den Profis jeweils drei Minuten pro Modell und Methode (Fein- und Grob-Aufbruch), um das Schloss zu knacken.

Fummelig wurde es mitunter auch beim Handhabungs-Praxistest. Im MOTORRAD-Fuhrpark erprobten die Tester an gut einem Dutzend Maschinen, wie stressfrei oder sperrig sich die einzelnen Schlösser beim An- und Abschließen geben. Bewertet wurde außerdem die Transportfreundlichkeit, denn auch auf Tour möchte man einen Diebstahlschutz wohl nicht missen.

So arbeiten die Diebe

Kenner versuchen es nicht zuerst mit groben Methoden wie dem Aufbruch mit Säge oder Schleifer, sondern haben für filigrane Aufbrüche das passende Werkzeug dabei. Das Stichwort heißt: Manipulationen. Gemeint ist, dass der Schließung nur vorgegaukelt wird, ein Originalschlüssel öffne gerade das System.

Bei sehr simpel konstruierten Schließ­zylindern lässt sich eine Manipulation mit gebogenem Draht bewerkstelligen. Für anspruchsvollere Schließtechnik benutzen Profis spezielle Feinwerkzeuge wie Jiggler, Hand- oder Elektropicks. Die erfordern aber viel Übung und Wissen über den Aufbau des Schließsystems. Zu lange Fummelei erlaube sich kein Dieb – nach etwa drei Minuten werde der Langfinger in der Praxis nervös und lasse von seinem Vorhaben ab, erläutern die Männer von Wendt. Dass dann noch Säge, Hammer, Meißel oder gar höllisch laute Trennschleifer und Fräsen ­herausgeholt würden, sei eher unwahrscheinlich, so die Expertenmeinung. Üblich sei eher ein Bolzenschneider zum schnellen Durchknipsen, der sich aber an gehärtetem Stahl wie im Fall der Harley-Kette vergeblich abmüht.

Anbinden und Anketten bietet besseren Schutz

Wichtig zu wissen: Wenn mehrere Motorräder nebeneinander­stehen, wählt der Dieb wohl das mit der geringsten Diebstahlsicherung aus. Ein gutes Bremsscheibenschloss reicht zwar als Wegschiebsperre, aber wenn das Motorrad unbeaufsichtigt ist, packen Berufskriminelle das ganze Gerät mit drei starken Männern sowie einem Hauruck in wenigen Sekunden auf den Hänger – und dann Tschüss und auf Nimmerwiedersehen! Besseren Schutz bietet also das Anbinden und Anketten, ob nun per Kette, Kabel oder Bügel, was den Einsatz von Bremsschlössern jedoch nicht ausschließt.

In diesem Vergleichstest finden sich clevere Kombinationen aus beiden Schlossarten. Für optimalen Diebstahlschutz empfiehlt sich ein Alarmgeber, der auf Bewegung reagiert, denn Diebe scheuen laute Geräusche wie der Teufel das Weihwasser.

Gute Lösungen auch unter 100 Euro

Diebstahlschutz ist aber auch eine Kostenfrage. Wohl nicht jeder möchte 200 Euro in die Sicherung seiner 2.000-Euro-Gebrauchtmaschine investieren. Der Produkttest zeigt aber auch, dass es schon deutlich unter 100 Euro sehr gute Motorrad-Schlösser gibt.

Dass Motorrad-Diebstahl nach wie vor ein Thema ist, zeigt eine Statistik des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (www.gdv.de), nach der im letzten Jahr rund zehn Prozent mehr kaskoversichterte Krafträder gestohlen wurden. Besonders beliebt sind Sportmaschinen und edle Chopper. Werte von teils über 20.000 Euro. Ratschlag deshalb: sein geliebtes Schätzchen lieber so sichern, dass Langfingern schnell das Lachen vergeht!

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