Garmin nimmt Navigon vom Markt

Zukünftig keine Navigationsapps mehr von Navigon

Der US-Konzern Garmin hat bekannt gegeben, fast alle der unter dem Namen Navigon vertriebenen Navigationsapps dauerhaft vom Markt zu nehmen. Dazu gehört unter anderem auch Navigon Cruiser, welches vergangenes Jahr speziell für die Anforderungen von Motorradfahrern entwickelt wurde.

„Macht’s gut!“, mit diesem kurzen Abschiedsgruß und einem dazu passenden Bild – dem Navigon-Logo auf einem dunklen, zerbrochenen Smartphone-Display – verabschiedet sich Navigon auf der firmeneigenen Webseite von seinen Kunden. Das Ende der bekannten Smartphone-Apps hatte der Mutterkonzern Garmin diese Woche überraschend bekannt gegeben. Demnach sollen diese noch bis 14. Mai 2018 in den App-Stores zu finden sein, danach werden sie dauerhaft entfernt. Garmin begründet diesen Schritt mit einer zunehmenden Verbreitung kostenloser Navigationsangebote, die den Markt dauerhaft verändert hätten.

Vom Aus der Navigon-Apps sind vor allem Kunden in Deutschland betroffen, wo die Würzburger Firma traditionell weit verbreitet ist. So hat Navigon im Apple-Store derzeit rund 30, im Google Play Store für Android zwölf Apps im Angebot. Mit Preisen von bis zu 100 Euro unterscheiden sich die Angebote teils deutlich von niedrigpreisigen Alternativen, im Gegenzug erhielten Nutzer aber meist eine sogenannte lebenslange Lizenz mit regelmäßigen Updates. Kunden, die sich für einen solchen Kauf entschieden haben, sind nun besonders von Navigons plötzlichem Aus betroffen. Zwar sollen sie die gekauften Apps noch mindestens zwei Jahre lang nutzen können, Updates mit neuen Funktionen wird es aber nicht mehr geben.

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Foto: Navigon
In den Apps werden die Kunden auf das baldige Ende von Navigon hingewiesen. Bestandskunden können die App trotzdem noch zwei Jahre weiternutzen, Nutzer des Abo-Modells unter Android müssen dieses im Google Play Store kündigen.
In den Apps werden die Kunden auf das baldige Ende von Navigon hingewiesen. Bestandskunden können die App trotzdem noch zwei Jahre weiternutzen, Nutzer des Abo-Modells unter Android müssen dieses im Google Play Store kündigen.

Auch Navigon Cruiser ist betroffen

Von der Entscheidung, die Navigon-Apps nicht mehr weiterzuführen, sind auch Nutzer der erst vergangenes Jahr vorgestellten Motorrad-Navigationsapp Cruiser betroffen. Mit Navigon Cruiser hatte die Würzburger Firma den Versuch gestartet, eine speziell auf Motorradfahrer zugeschnittene App zu bieten, die sich einerseits auch bequem unterwegs auf dem Motorrad bedienen lässt und andererseits nicht nur eine pragmatische Routenführung mit Start- und Zielpunkt bietet, sondern auch Rundstrecken oder besonders kurvige Umwege zum Ziel. Was acht MOTORRAD-Leser von der App hielten, lesen Sie hier.

Von dem Aus von Navigon Cruiser könnten nun Apps wie Calimoto oder Riser profitieren, die beide ebenfalls spezielle Funktionen für Motorradfahrer bieten oder in Aussicht stellen, mit der besonders schöne Routen erstellt werden können. Calimoto bietet außerdem allen betroffenen Käufern der zeitlich unbegrenzten Version von Navigon Cruiser einen Sonderpreis beim Kauf von Calimoto Premium. Weitere Infos dazu  gibt es hier. Informationen zu den geplanten neuen Funktionen der App Riser Pro gibt’s unter riserblog.de.

Was Nutzer nun tun können

Wie bereits erwähnt können Käufer der zeitlich unbegrenzten Versionen der Navigon-Apps diese noch mindestens zwei Jahre lang nutzen. Updates wird es allerdings nicht mehr geben. Alle Nutzer, die sich für ein Abo-Modell einer App entschieden haben, können diese noch bis zum Ende der jeweiligen Laufzeit nutzen. Danach endet das Abo bei iOS-Geräten (Apple iPhone, iPad etc.) automatisch, unter Android muss das Abonnement selbst im Google Play Store gekündigt werden. Eine Anleitung dazu stellt Navigon unter hier zur Verfügung.

Wie es mit Navigon weitergeht

Garmin hatte die deutsche Firma Navigon AG im Jahr 2011 übernommen und damit die eigene Expertise im Bereich GPS-Hardware um das Fachwissen der Würzburger im Bereich Software erweitert: Navigon, 1991 gegründet, gilt als Pionier im Bereich Navigationssoftware. Trotz der Namensänderung von Navigon in Garmin Würzburg GmbH wurden die Produkte seither auch weiterhin unter dem Namen Navigon vertrieben. Als Mitarbeiter von Garmin Würzburg und damit Teil von Garmin sollen sämtliche Mitarbeiter deshalb auch trotz des Aus von Navigon weiterhin am Standort Würzburg arbeiten. Nach Aussage von Garmin sollen sie zukünftig neuen Themenbereichen zugeordnet werden. So will Garmin sich in Zukunft vermehrt auf alternative Märkte konzentrieren und sich in den Bereichen OEM sowie PND (Personal Navigation Devices, also Navigationsgeräte für den Privatgebraucht) weiterentwickeln.

 

 

 

 

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