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MV Agusta baut in Asien: Aber nicht mit Loncin

MV Agusta baut doch nicht mit Loncin Loncin raus, QJ drin?

Der italienische Traditions-Motorradhersteller hat eine Partnerschaft mit dem chinesischen Loncin-Konzern über den Bau kleiner MV-Modelle aus 2019 im Zuge der Pandemie aufgelöst. Gebaut werden soll trotzdem in Asien. Mit Benelli-Mutter QJ in China oder Bajaj in Indien?

Die Ende 2019 vereinbarte, langfristig angelegte Partnerschaft zwischen MV Agusta und Loncin Motor sah die Entwicklung und den Bau einer neuen Modellfamilie vor, die im Hubraumbereich von 350 bis 500 cm³ angesiedelt wird. Insgesamt sind vier Modelle geplant, die bis Ende 2021 zu den Händlern rollen sollen. Alles Vergangenheit. In einem Interview in der MOTORRAD 09/2021 hat CEO Timur Sardarov das Aus mit Loncin erklärt: "Das machen wir nicht mehr. Aufgrund der Pandemie wurde es für uns zu schwierig, mit Loncin korrekt zu kommunizieren und Leute dort hinzuschicken, um das Projekt kontrolliert aufzubauen. China war ja praktisch ein Jahr lang im Lockdown. Deshalb haben wir den Vertrag aufgelöst."

Einsteigermodelle trotzdem aus China

Sardarov ergänzt auf Nachfrage, dass MV Agusta trotzdem plant, die geplanten Einsteigermodelle mit kleinen Zwei- und Dreizylindern in Asien produzieren zu lassen. Bleiben die Vorzeichen der Asien-Pläne sonst gleich, wird das Design der neuen Modelle bei MV Agusta entstehen und die Fertigung der Maschinen beim neuen Partner erfolgen. MV Agusta zielt mit den neuen Motorrädern auf das Premiumsegment kleinvolumiger Modelle im asiatischen Raum. Die kleinen MVs sollen aber auch nach Europa kommen. Nachdem Loncin nun raus ist, könnte der erst kürzlich ernannte Vertriebspartner QJ Motor - als Mutter von Benelli - und Führung von Geely-Chef Li Shufu in die Bresche springen. Wobei die Covid-Hürden auch dort so hoch wie bei Loncin sein würden. Eine Alternative in Asien könnte Bajaj in Indien sein, wo bereits die kleinen KTM gebaut werden und eine Kooperation mit Triumph läuft.

950er Adventure-Modell als Elefant

Das aktuelle Modellportfolio von MV Agusta deckt Sporttourer, Naked Bikes und Supersportler mit Drei- und Vierzylindermotoren von 675 bis 1.000 cm³ ab. Sardarov bestätigte aber die Entwicklung eines neuen 950er-Motors, um das Angebot weiter auffächern zu können. Das neue Triebwerk soll zunächst in einem Crossovermodell und auch als Dreiyzlinder kommen. Das könnte möglicherweise unter dem Namen "Elefant" antreten. Zumindest haben sich die Italiener diesen Namen Anfang 2020 schützen lassen. Ursprünglich liefen unter dem Namen "Elefant" Großenduros der Marke Cagiva, die ebenfalls zum MV Agusta-Konzern gehört.

550er aus Asien

Im gleichen Gespräch bestätigt Sardarov auch die Entwicklung eine kleines Adventure-Modells mit 550 Kubik aus und für Asien. Ob hier auch der Dreizylinder zum Einsatz kommt oder ein schlank bauender, günstiger Twin ist unklar. Tendenz: kleiner Twin.

Fazit

Vertrag mit Loncin: aufgelöst. Asien-Strategie: bleibt. Mit neuem Partner in Asien will MV Agusta kleine und mittlere Motorräder bauen. Ob die auch nach Europa kommen ist unklar, ebenso wer der Partner ist. QJ als aktueller Vertriebspartner mit seinen immensen Kapazitäten in der Produktion ist möglich. Bajaj in Indien auch. Und die haben mit KTM und Triumph ja schon europäischen Premiumanspruch auf den Bändern.

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