Aprilia
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Gebrauchtkauf Aprilia RSV4

Modelljahre 2009 bis 2016

Rassiger V4-Motor, fantastisches Fahrwerk, messerscharfes und ultradirektes Fahrgefühl: Das ist die Aprilia RSV4. Worauf beim Gebrauchtkauf achten?

Wer das erste Mal seine künftigen Schwiegereltern besucht und mit dem Motorrad vorfährt, hat sofort den Ruf als Rowdy weg. Rückt man dann noch mit einer sportlichen Italienerin wie der Aprilia RSV4 an, aus deren Auspuff ohrenbetäubende V4-Akustik ballert, gilt das umso mehr – und man sollte nicht nur eine Pulle Wein als Gastgeschenk aus dem Rucksack ziehen können ... Erfahrungswerte!

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Gebrauchtkauf Aprilia RSV4 Modelljahre 2009 bis 2016
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Premiere im Jahr 2009

Die Aprilia RSV4 hat es wahrlich in sich: einen Motor, der bei seiner Premiere 2009 zunächst 180 PS leistet, untenrum verhalten drückt, oben heraus die Erdumlaufbahn verlässt, dazu zwar trinkfreudig ist, aber nie überfordernd seine Leistung auf die Straße bringt; ab 2010 folgt optional ein fettes Elektronik-Paket „APRC“ mit Traktions- und Wheelie-Kontrolle sowie Quickshifter, ab 2013 inklusive ABS.

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Die RSV4 R stellt die Basisversion dar. Bereits zuvor gab es die Factory.

Das macht nicht nur auf der Rennstrecke Sinn, wo das V4-Bike seine sportlichen Ambitionen stärker ausspielt als auf der gemütlichen Ich-fahr-mal-eben-50-Kilometer-Brötchen-holen-Runde. Stetig weiterentwickelt steht die Aprilia RSV4 bis heute in den Showrooms, hat über die Jahre nicht an Attraktivität verloren. Das zeigt sich auch auf dem Gebrauchtmarkt. Je nach Baujahr und Ausstattungsvariante muss man für acht Jahre alte Exemplare mindestens 7.000 auf den Tisch legen – reparierte Sturzschäden nicht ausgeschlossen. Elektronikprobleme gehören indes zu den häufigsten Mängeln. Probleme mit den Schwiegereltern gibt es trotz RSV4 längst nicht mehr.

Motor

Der 65-Grad-V4-Motor mit 180 Grad Hubzapfenversatz grummelt mechanisch laut und unrhythmisch – aber einfach legendär. Gerade die ersten Modelljahre sind in puncto Gasannahme und Lastwechsel nicht so kultiviert wie die Supersportler aus ­Japan. Aus den anfangs 180 PS wurden über die Jahre 201 PS. Technische und allem elektronische Mängel können auftreten. Seit der Überarbeitung des Ölkreislaufs zum Modelljahr 2011 trennt die Kupplung der ersten Serie deutlich besser, die mechanische Geräuschkulisse aus dem Motor der Aprilia RSV4 wurde geringer.

Fahrwerk

Wer auf der Suche nach einem sportlichen Motorrad mit perfektem Fahrwerk ist, stößt unweigerlich auf die Aprilia RSV4. Mit anfangs 1.420 Millimeter Radstand, 65,6 Grad Lenkkopfwinkel, 105 Millimeter Nachlauf und vollgetankt 204 Kilogramm ist sie auf dem Papier nur Mittelmaß, auf der Piste aber das Maß der Dinge. Grund: der sehr kompakte und schmale Motor mit günstiger Schwerpunktlage, die über die Jahre sogar weiter optimiert werden konnte, sowie die kurze Kurbelwelle und zentralisierte Massen. Die Abstimmung der Federelemente (in allen Versionen) harmoniert mit dem Chassis wunderbar. Stabil wie auf Schienen, wendig wie eine 600er, stark wie Popeye: einfach genial.

Alltag

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Das Fahrwerk der Aprilia RSV4 begeistert.

Sicher nicht das Kapitel, in dem ein Supersportler überzeugen kann. Auch nicht die Aprilia RSV4, die ihren Fahrer für die Rennstrecke optimal kompakt unterbringt, im Alltag aber Handgelenke wie Knie arg strapaziert. Außerdem trinkt das V4-Aggregat gerne mal einen über den Durst, rund sieben Liter Sprit pro 100 Kilometer sind eher die Regel. An der Eisdiele macht sie natürlich eine gute Figur, vor allem weil sich dort auch der Fahrer abkühlen kann: Das Motorrad heizt sich im Stadtverkehr stark auf. Die Aprilia muss alle 10.000 Kilometer zum Service.

Sicherheit

Die Vierkolben-Festsättel von Brembo lassen sich hervorragend dosieren und verzögern sehr gut. Ein ABS samt dreistufiger Abhebeerkennung gibt es erst mit dem umfangreichen Update zum Modelljahr 2013. Die mehrstufige Traktions-, Launch- und Wheelie-Kontrolle (APRC-Paket) sowie unterschiedliche Motormappings komplettieren die gute Ausstattung der Aprilia RSV4. Die Helferlein wurden über die Bauzeit stets weiterverbessert.

Technische Daten Aprilia RSV4 Factory (2009)

Motor

Wassergekühlter Vierzylinder-Viertaktmotor, je zwei obenliegende, zahnrad-/kettengetriebene Nockenwellen, vier Ventile pro Zylinder, Tassenstößel, Nasssumpfschmierung, Einspritzung, mechanisch betätigte Mehrscheiben-Ölbadkupplung (Anti-Hopping), Sechsgang-Getriebe, O-Ring-Kette.
Bohrung x Hub: 78,0 x 52,3 mm
Hubraum: 1.000 cm³
Nennleistung: 132,4 kW (180 PS) bei 12.500/min
Max. Drehmoment: 115 Nm bei 10.000/min

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Bereits die erste RSV4 leistete satte 180 PS.

Fahrwerk

Aluminium-Brückenrahmen, Motor mittragend, Upside-down-Gabel, verstellbare Federbasis, Zug- und Druckstufendämpfung, Zweiarmschwinge aus Aluminium, voll einstellbares Zentralfederbein mit Hebelsystem
Alu-Schmiederäder: 3.50 x 17; 6.00 x 17
Reifen: 120/70 ZR 17; 190/55 ZR 17

Maße + Gewichte

Radstand 1.420 mm, Lenkkopfwinkel 65,5 Grad, Nachlauf 105 mm, Federweg vorn/hinten 120/130 mm, Sitzhöhe* 845 mm, Gewicht vollgetankt* 204 kg, Tankinhalt 17 Liter.

Fahrleistungen

Beschleunigung* 0–100 km/h 3,2 sek, Durchzug* 60–100 km/h 3,7 sek, Verbrauch* (Landstraße) 6,6 l/100 km

Rückrufe

Gleich zu Beginn im Jahr 2010 muss die gesamte erste Charge zurück in die Werkstatt, um die schadhaften Pleuel auszutauschen.

*MOTORRAD-Messungen

Modellübersicht

2009–2012: RSV4 Factory

Schmiederäder, variable Ansaugtrichter, Vierkolben-Brembo-Bremsanlage, Öhlins-Gabel, -Federbein und -Lenkungsdämpfer. Ab 2011 mit zahlreichen Modifikationen (Einlasskanäle, Brennräume, 200er-Hinterreifen). Optional das APRC-Paket. Preis ab 19.790 Euro.

Laufleistungen: 10.000 – 40.000 km
Gebrauchtpreise: 7.100 – 9.400 Euro

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Lohnt sich die RSV4 als Gebrauchtbike?

2010–2012: RSV4 R/APRC

Die RSV4 R ist die Basisversion und wurde erst nach der Factory vorgestellt. Unterschiede u. a.: Showa-Gabel, Sachs-Federbein, Sachs-Lenkungsdämpfer, keine variablen Ansaugtrichter, Gussfelgen, Schwingendrehpunkt nicht verstellbar. Bremsen identisch. Preis: ab 15.364 Euro.

Laufleistungen: 10.000 – 35.000 km
Gebrauchtpreise: 6.800 – 8.600 Euro

2013–2014: RSV4 R/Factory

Großes Modell-Update: 184 PS, Brembo M430 Monoblock-Zangen, Bosch-ABS, Fahrassistenzsysteme und Motor-Mapping überarbeitet, neuer Tank, Sitzhöhe, Motor- und Schwingenlagerung 5 mm abgesenkt, neuer Schalldämpfer. Preise R APRC/Factory APRC: 17.103/22.503 Euro.

Laufleistungen: 1.000 – 25.000 km
Gebrauchtpreise: 8.500 – 12.500 Euro

2015–2016: RSV4 RF/RR

Weiteres Modell-Update. Neue Bezeichnungen: RR ist Basis-, RF die Edelversion. Neu: 201 PS, ­Airbox, Einspritzung, Zylinderköpfe, Titanventile, ­Nockenwelle, Ölkreislauf. Motorlagerung noch tiefer als bisher, Schwinge 4 mm und Gabel-Offset 2 mm länger. Preise RR/RF: 18.203/21.203 Euro.

Laufleistungen: 1.000 – 15.000 km
Gebrauchtpreise: 12.500 – 15.500 Euro

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