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Harley-Davidson in der Corona-Krise

Massive Kosteneinsparungen angekündigt

Der US-Motorradhersteller Harley-Davidson steckte schon vor der Corona-Pandemie in der Krise. Die weltweiten Maßnahmen gegen die weitere Verbreitung des Virus verschärfen die Lage aber nochmals dramatisch. Harley reagiert mit drastischen Maßnahmen.

Seit fünf Jahren meldet Harley-Davidson sinkende Absatzzahlen, einen sinkenden Umsatz und sinkende Gewinne. Harley-Davidson kämpft mit einer alternden, extrem konservativen Kundschaft und wenig Erfolg bei jungen Motorradfahrern. Gegensteuern wollte man mit dem bereits 2018 veröffentlichten Zukunftsfahrplan "More Roads to Harley-Davidson". Der sah eine Ausweitung des Modellportfolios auf kleinere Hubraumklassen, die besonders im asiatischen Raum gefragt sind, mehr Elektrobikes – vom E-Fahrrad bis zur LiveWire – sowie Modelle für neue Segmente (u.a. Pan America Enduro und Bronx Streetfighter) vor. Die dafür nötigen Investitionen sollten durch umfassende Kostensenkungen und Neuzuweisungen von zuvor geplanten Investitionen und Ressourcen finanziert werden.

Dann kam aber der US-Handelsstreit mit der EU, der den Absatz aber auch die Bilanz von Harley zusätzlich belastete. Um die Zollschranken zu umgehen plante Harley die Teilverlagerung der Produktion. Dabei rückte Thailand in den Fokus. Ende Februar 2020 musste dann auch der langjährige Harley-Davidson-Boss Matt Levatich seinen Hut nehmen. Angeblich hatte ein Großaktionär dabei im Hintergrund die Fäden gezogen. Aktuelle Bilanzen zeigen, dass die Amerikaner mittlerweile mehr Geld mit Finanzierungsgeschäft verdienen, als mit dem Verkauf von Motorrädern. Und dann kam die Corona-Krise. Bereits seit dem 18. März stehen bei Harley die Produktionsbänder still.

Vorübergehende Entlassungen und Gehaltsverzicht

Jetzt hat Intermins-CEO Jochen Zeitz Maßnahmen zur Kostensenkung angekündigt, um die Auswirkungen der Produktionsstopps abzufedern. Die Ankündigung folgt auf die Entscheidung des Unternehmens, die Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr zurückzuziehen. Finanzanalysten erwarten, dass die Harley-Verkäufe in diesem Jahr um 25 Prozent sinken werden.

Laut Zeitz sollen bei den Führungskräften die Gehälter um 30 Prozent gekürzt werden (Levatich hatte im Vorjahr angeblich elf Millionen Dollar verdient), alle anderen Verwaltungsmitarbeiter in den USA sollen auf zehn bis 20 Prozent ihrer Bezüge verzichten. Die Mehrheit der weltweiten Produktionsmitarbeiter wird vorübergehend entlassen, wobei die Kosten für die Gesundheitsversorgung weiter bezahlt werden. Auch alle Lohnerhöhungen für 2020 werden gestrichen. Zudem wollen er als CEO sowie der gesamte Verwaltungsrat von Harley-Davidson im laufenden Jahr auf Bonuszahlungen verzichten. Kritiker halten entgegen, dass dieser Verzicht leicht fallen dürfte, da bei der aktuellen Geschäftsentwicklung sowieso keine Bonuszahlungen zu erwarten seien. Auch sollen alle Ausgaben geprüft und wenn möglich gekürzt werden. Zudem verhängt Harley einen Einstellungsstopp.

Auch für alle anderen Standorte außerhalb der USA sollen ähnliche Kostensenkungsmaßnahmen folgen. Alle Maßnahmen sind vorerst bis zum Ende des zweiten Quartals befristet. Dann will man die Lage neu bewerten. Am 28. April 2020 will Harley die Geschäftsbilanz des ersten Quartals vorlegen.

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