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Jakarta: Fahrverbote nach Nummernschild

Indonesien für mehr Lärmschutz Fahrverbot für 16 Millionen Motorräder

Zur Lärmreduzierung verhängt Jakarta Fahrverbote nach Gerade-Ungerade-Nummerschildern. Über 16 Millionen Motorräder sind davon betroffen.

Im fernen Indonesien sind Roller und Motorräder das Fortbewegungsmittel der Wahl. Ihre Zahl ist unüberschaubar. Fast. Das dortige Verkehrsministerium führt derzeit knapp – bitte setzen – 107 Millionen Motorräder im ganzen Land. Über 16 Millionen davon sind allein 2018 in der Hauptstadt Jakarta gemeldet. Jährlich kommen in der Metropole gut 1 Millionen hinzu. Fun Fact: Offiziell hatte die Stadt Jakarta 2018 "nur" 10 Millionen Einwohner. Auf einer Fläche doppelt so groß wie München müssen weitere 4,1 Millionen Autos irgendwie miteinander zurechtkommen, da auch ihre Zahl pro Jahr zwischen 300.000 und 500.000 Stück steigt. Die Regierung Jakartas schreitet ein.

Fahrverbote nach Nummernschild

Fahrverbote in Städten kennen wir in Deutschland aus den 1970er und 1980er: Der Smog-Alarm sorgte für das komplette Stilllegen des motorisierten Individualverkehres über einen kurzen Zeitraum. Paris ist derzeit noch ein Hot-Spot und ruft partiell Fahrverbote in Stadtteilen aus und in der Feinstaub-Diskussion von Stuttgart wurde hier und da mit einem Fahrverbot anhand des Nummernschildes geflirtet. Jakarta setzt das um: Ab sofort dürfen Motorräder mit gerade Endnummer auf dem Nummernschild nur noch Montag, Mittwoch und Freitag fahren, ungerade Nummern entsprechend nur Dienstag, Donnerstag und Samstag. Nun braucht es kein Genie zur Frage: Und an Sonntagen? Es scheint als dürfen alle am Sonntag durch die City düsen. In der Fotoshow zeigen wir Marken aus aller Welt, die in Deutschland meist unbekannt sind.

Wer etwa mit einer roten Plakette in eine Umweltzone fährt, riskiert ein Verwarnungsgeld in Höhe von 40 Euro – normalerweise.
Verkehr & Wirtschaft

Harte Strafe, wenig Umwelt

Wer mit seinem Motorrad an den falschen Tagen fährt muss heftig in die Tasche greifen. Umgerechnet 30 Euro kostet ein Verstoß und wiegt viel vor dem Hintergrund des monatlichen Mindestlohns in Jakarta von 224 Euro. Sind entsprechende Maßnahmen in Europa vorwiegend dem Umweltschutz geschuldet, möchte Jakarta mit dieser Maßnahme primär eine Geräuschreduzierung erreichen. Mit der schieren Zahl von 16 Millionen zu acht Millionen Motorrädern gleichzeitig, klingt das logisch und schützt die Umwelt gleich mit. Und immerhin sprechen wir von bis zu 240 Millionen Euro Strafe pro Tag, wenn sich keiner dranhält und alle kontrolliert werden – beides unrealistisch.

Fazit

Da sind wir doch mal gespannt ob in Jakarta nicht ein blühender Handel mit Nummernschildern zum Wechseln aufkommt, damit weiterhin jeden Tag gefahren werden darf. So gut die Intension klingt, so gut muss kontrolliert werden, um die potenziellen 240 Millionen pro Tag Strafe kassieren zu können.