Nachhaltigkeit
Alternative Antriebe

Jobroller: Leasingmodell für E-Leichtkrafträder

Jobroller: Geld sparen durch E-Roller-Leasing Wie Jobrad, nur ohne Treten

Ein E-Mobility-Unternehmen aus Niedersachsen will den Regionalverkehr revolutionieren. Und verspricht großes Sparpotenzial.

Jobroller E-Roller-Leasing Niu
Jobroller E-Roller-Leasing
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Das E-Mobility-Unternehmen bleudQ (gesprochen, laut eigenen Angaben: "Blöde Kuh") aus Vechta bietet ein Leasingmodell für kleine E-Zweiräder, ähnlich dem bekannten Jobrad-Prinzip. Als Benefit für ArbeitnehmerInnen und Unternehmen soll Jobroller für beide Seiten Kostenvorteile bringen und zum Umweltschutz sowie zur Entzerrung des Stadtverkehrs beitragen. Dass leichte Elektromobile in der Stadt sinnvoll sei können und sogar richtig spaßig, konnten bereits diverse Fabrikate in der Redaktion unter Beweis stellen.

Wie funktioniert Jobroller?

Am Jobroller-Leasing sind Arbeitnehmer, Arbeitgeber, Leasingfirma und der Fachhändler beteiligt. Der Arbeitgeber schließt einen Vertrag mit dem Leasinggeber ab, beispielsweise mit bleudQ. Anschließend kauft der Leasinggeber beim Fachhändler das vom Arbeitnehmer – oder der Arbeitnehmerin – gewählte E-Fahrzeug. Die Laufzeit solch eines Leasingvertrags beträgt im Normalfall 36 Monate. Der Leasinggeber bietet neben dem Fahrzeug meist auch Service- und Versicherungsleistungen an.

Zusätzlich schließt der/die ArbeitnehmerIn mit dem Arbeitgeber einen sogenannten Nutzungsüberlassungsvertrag ab, damit auch die private Nutzung des Fahrzeugs erlaubt ist. Welche Kosten ein Arbeitgeber dann genau für Leasing, Versicherung und Service übernimmt, wird individuell vereinbart. Durch die Nutzung des Fahrzeugs verzichtet der/die ArbeitnehmerIn auf einen Teil des Gehalts, da die Leasingrate direkt vom Bruttolohn abgezogen wird – wie beim klassischen Firmenwagen oder auch bei Jobrad. Der Abzug der Leasingrate vom Bruttogehalt beeinflusst also das zu versteuernde Einkommen. Dadurch reduzieren sich die Lohnsteuer und Sozialversicherungsbeiträge. So spart auch der Arbeitgeber bei den Sozialabgaben, was Jobroller für den einen oder die andere attraktiv machen könnte. Allerdings: Durch die geringeren Sozialversicherungsbeiträge werden auch niedrigere Rentenbeiträge abgeführt. Je nach Höhe von Leasingrate und Grundgehalt, sollte hier mit Augenmaß geprüft werden, ob das spürbare Folgen haben könnte.

Die Qual der Wahl

Egal ob Scooter, Roller oder Motorrad: Interessenten haben bei Jobroller die Auswahl aus 45 Modellen. Darunter finden sich Fabrikate von Marken wie beispielsweise Niu, Horwin, Supersoco (Vmoto). Außerdem sollen stetig weitere hinzukommen.

Elektro

Wie hoch ist die Leasingrate?

Die Leasingrate errechnet sich aus dem Kaufpreis des Rollers und dem eigenen Bruttomonatsgehalt. Beispielrechnung: Ein 5.590 Euro teurer Roller würde bei einem Bruttogehalt von 3.300 Euro eine monatliche Nettobelastung von rund 88 Euro ergeben. Jobroller spricht von einer Ersparnis gegenüber dem Kauf desselben Rollers von 41,47 Prozent. Für Interessierte hat bleudQ auf der Jobroller Webseite einen Leasingrechner gebaut. Damit lässt sich die Rate, abhängig von Fahrzeugpreis und Einkommen berechnen.

Neben den Anschaffungskosten soll man auch beim Betrieb sparen. Jobroller rechnet hierzu vor: Ein Mittelklasse-Benzin-Pkw mit einem Verbrauch von 7,2 L/100 km verursacht bei 20 Kilometern täglicher Pendlerstrecke rund 57 Euro monatliche Spritkosten. Ein 125er-E-Roller soll auf gleicher Wegstrecke hingegen nur Strom im Wert von rund 9 Euro verbrauchen. Beim 50er sollen es gar nur 5,50 Euro sein. Ausgehend von Spritpreisen um 1,80 Euro für Super E5 und Strompreisen von 0,40 Euro pro kWh liegt das Sparpotenzial bei genannten Energiepreisen (Änderungen vorbehalten) also bei bis zu 90 Prozent. Wobei wir an dieser Stelle anmerken möchten, dass die Ersparnis-Rechnung natürlich auch für Elektrorollerfahrer und -fahrerinnen gilt, die ihr Fahrzeug nicht leasen, sondern ganz klassisch gekauft haben.

E-Roller Leasingmarkt im Aufschwung

Zwar hat sich bleudQ den Begriff Jobroller bereits als eingetragene Marke gesichert, doch gibt es weitere Anbieter mit ähnlichen Konzepten. Unter der Bezeichnung DienstRoller bietet die el Leasing & Service AG aus Hannover beispielsweise einen vergleichbaren Service, unter anderem mit den Modellen von Kumpan Electric an.

Fazit

Leasing für E-Roller und elektrische Leichtkrafträder hat dank steigenden Lebenshaltungskosten Zukunftspotenzial. Immer mehr Angebote könnten bei weiter steigenden Spritpreisen viele Pendler zum Umsteigen bzw. Aufsteigen animieren. Schon heute gibt es Möglichkeiten, die persönliche Verkehrswende selbst in die Hand zu nehmen und dabei – wortwörtlich – Kohle zu sparen.

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