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Petition gegen Rollsplitt in Frankreich

Petition gegen Rollsplitt in Frankreich Günstig, schnell, aber vor allem gefährlich

In Frankreich läuft derzeit eine Petition, die auf die Gefahren von Splitt als gängige Straßenausbesserungs-Methode aufmerksam machen möchte. Zumindest sollte rechtzeitig vor solchen Abschnitten gewarnt werden und am besten noch eine Umleitung für Zweiräder ausgeschildert sein.

Wer ab und zu mit dem Motorrad in Frankreich unterwegs ist, kennt wahrscheinlich diesen Frust unterm Helm, wenn das Rollsplitt-Zeichen in Sicht kommt. Oft müssen dann kilometerlange Abschnitte vorsichtig rollend abgetastet werden und in jeder schönen Kurve werden die Schluchzer unterm Helm lauter.

Das stört natürlich nicht nur die motorradfahrenden Touristen, sondern vor allem auch die einheimischen Biker, weswegen in Frankreich aktuell eine Petition gegen die Straßenreparatur-Methode "Rollsplitt“ läuft.

Erst Teerschicht, dann Splitt

Regelmäßig werden nach dem Winter auf folgende Weise Straßen ausgebessert: Zuerst wird eine Teerschicht auf dem vorhandenen Asphalt aufgebracht, worauf dann eine zweite Schicht Splitt kommt. Autos, Lkw, Motorräder, Roller und Radfahrer tragen nun dazu bei, dass der Schotter mit dem Teer eine feste Schicht bildet. Das Ganze dauert – je nach Verkehr – einige Tage. Und zurück bleibt immer eine Schicht Rollsplitt, die oft nicht wie vorgeschrieben von der Straße gesaugt wird, sondern so lange liegen bleibt, bis der Verkehr und vielleicht auch der ein oder andere Schauer, die Fahrbahn davon befreien.

Jedes Jahr Stürze wegen Splitt

Es gibt zwei nachvollziehbare Gründe, warum unsere französischen Nachbarn mit dieser Methode ihre Straßen ausbessern: Die Methode ist kostengünstig und nicht besonders zeitintensiv. Sie ist aber auch gefährlich – vor allem für Roller- und Motorradfahrer sowie Fahrradfahrer. Jedes Jahr kommt es zu Stürzen auf den mit Rollsplitt versehenen Straßen.

Die Petition zielt in einem ersten Schritt darauf ab, dass vor Rollsplitt-Abschnitten zuverlässig und rechtzeitig gewarnt wird und es künftig auch Umleitungen für Zweiräder geben soll. Mittelfristig haben die Initiatoren aber ein Verbot für diese Methode der Straßenausbesserung im Visier.

Fazit

Klassischer Fall von Interessenabwägung: Kosten sparen und Straßen schnell und effizient ausbessern oder mehr Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer – auch für ZweiradfahrerInnen. Wir hoffen natürlich, dass die Petition etwas bewirkt, sind aber nicht besonders optimistisch.

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