So planen Motorradfahrer ihre Touren: aufschlussreiche Umfrage-Ergebnisse

So planen Motorradfahrer ihre Touren
Was Apps & Navis liefern müssen

ArtikeldatumVeröffentlicht am 19.08.2026
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Mehr als 1.250 Motorradfahrerinnen und Motorradfahrer aus der DACH-Region wurden 2025 in einer Umfrage (durchgeführt von Jelmer Spuijbroek, Masterstudent der Universität Amsterdam) gefragt, wie sie Touren planen, welche Geräte sie nutzen – und was sie dabei nervt. Die Ergebnisse zeichnen ein klares Bild: Tourenplanung ist längst digital, aber die typischen Reibungspunkte sind erstaunlich banal. Und sie verraten, warum manche Apps trotz guter Ideen nicht richtig zünden.

Hinweis zur Einordnung: Mehrere Fragen waren als Mehrfachauswahl gestellt (die Prozentwerte addieren sich teils über 100%). Die Zahlen sind daher als Nutzungs-/Nennungsanteile zu verstehen, nicht als exklusive "entweder-oder"-Verteilung.

Die wichtigsten Umfrage-Ergebnisse in Kürze

  • 72 % planen "normalerweise" mit einer speziellen Routen-App (z. B. Calimoto, Kurviger, Scenic, TomTom MyDrive)
  • 29 % nutzen Google Maps/Standardnavigation am Handy
  • Bei den Geräten/Systemen für Navigation oder Planung werden genannt: Laptop/Computer 47 %; Android-Smartphone 45 %; eigenes Navi-Gerät 39 % (Garmin/TomTom Rider); iPhone 18 %
  • Am nervigsten/zeitaufwendigsten: Zwischenstopps finden (37 %), Sperrungen/Fahrverbote werden nicht berücksichtigt (31 %), GPX zuverlässig finden/importieren (12 %)
  • Beim Planen grundsätzlich wichtiger: Qualität & Erlebnis (71 %); neue Orte/Inspiration (53 %); Schnelligkeit/Einfachheit (30 %)
  • Wunsch an die ideale Motorrad-App: kurvige Routen schnell finden/planen (30 %); offline & einfach bedienbar (24 %); Stopps/Highlights in einer Übersicht (18 %)
  • Was von neuen Apps abhält: zu viel Werbung (40 %); zu teuer (34 %); "mein System funktioniert schon perfekt" (32 %); zu kompliziert (31 %)

Umfrage im Rahmen des MasterstudiumsDiese Studie führt Jelmer Spuijbroek durch, ehemaliger Masterstudent Business Administration an der Universität Amsterdam und selbst Motorradfahrer: "Gemeinsam mit meinem Onkel Hans entwickle ich inzwischen The Rider App, eine soziale Plattform rund ums Motorradfahren. Die Idee ist, Fahrten, Routen, Motorräder, Clubs, Events und vor allem die Community an einem Ort zusammenzubringen. Mein Onkel fährt schon sein ganzes Leben Motorrad, bei ihm saß ich als Kind zum ersten Mal hinten auf einer Harley. Dass wir das jetzt als zwei Generationen gemeinsam aufbauen, macht das Ganze für mich persönlich ziemlich besonders.
Die Umfrage und die vielen Gespräche mit Motorradfahrern haben uns dabei enorm geholfen. Inzwischen haben mehr als 2.750 Motorradfahrer ihre Meinung mit uns geteilt, und über 3.000 Motorradfahrer stehen bereits auf unserer Warteliste. Wir arbeiten aktuell intensiv an der Entwicklung und planen den Launch für 2027." theriderapp.com/de

So planen Motorradfahrer heute ihre Touren – und daran scheitert’s am häufigsten

Der Alltag vieler Touren beginnt digital: 72 % nutzen dafür spezielle Routen-Apps. Trotzdem sind es nicht die großen Linien ("schöne Strecke finden") allein, die Zeit fressen, sondern die Details, die eine Tour wirklich gut machen: Gute Zwischenstopps (37 %) stehen ganz oben auf der Nervliste. Praktisch heißt das: Wer effizient planen will, sollte Stopps nicht erst "nebenbei" setzen, sondern früh als fixe Bausteine definieren (Tankreichweite, Pausenrhythmus, Aussichtspunkte).

Ebenfalls kritisch: Sperrungen und Fahrverbote (31 %). Hier lohnt es sich, vor Abfahrt kurz gegenzuchecken – etwa über regionale Infos (Tourismus-/Gemeindeseiten) oder Community-Updates in der App/Foren, wenn verfügbar. Und beim Klassiker GPX (12 %) gilt: Quellen nutzen, denen man vertraut, Dateien vorab in dem System testen, mit dem man fährt (App oder Navi), und eine "Notfall-Route" offline speichern.

App-Vergleich: Das muss die ideale Motorrad-App können (laut 1.250 Fahrern)

Die Umfrage liefert quasi einen Anforderungskatalog: Ganz oben steht "schöne, kurvige Routen schnell finden und planen" (30 %), dicht gefolgt von "offline nutzen können und einfach bedienen" (24 %) sowie "Unterkünfte, Stopps und Highlights in einer Übersicht" (18 %). Daraus lässt sich ein praxisnaher App-Vergleich ableiten, der nicht bei "hat Karten" stehen bleibt, sondern konkrete Fragen stellt:

  • Wie schnell komme ich zur kurvigen Route – und kann ich sie sauber anpassen?
  • Wie gut funktioniert Offline-Navigation (inkl. Karten-Download, Suchfunktion, Neuberechnung)?
  • Wie einfach ist das Einbauen von Stopps/POI, und wie übersichtlich bleibt die Route?

Eine App ist nicht dann gut, wenn sie viel kann – sondern wenn sie diese 3 Top-Wünsche ohne Friktion zusammenbringt.

Smartphone vs. Navi: Warum das klassische Navi noch lange nicht tot ist

Trotz hoher Smartphone-Nutzung (Android 45 %, iPhone 18 %) planen viele ihre Motorradtour auch am Rechner (47 %) – und 39 % nutzen ein eigenes Navigationsgerät (z. B. Garmin, TomTom Rider). Das ist ein starkes Signal: Das "klassische" Motorrad-Navi bleibt relevant, weil es typische Motorrad-"Pain-Points" oft von Haus aus adressiert. Stichworte sind Wetterschutz, Bedienbarkeit mit Handschuhen, robuste Halterung, häufig auch bessere Ablesbarkeit und eine klarere "Nur-Navigation"-Fokussierung.

Gleichzeitig punkten Smartphones bei App-Auswahl und schneller Inspiration (53 % wollen neue Orte entdecken). In der Praxis läuft es daher oft hybrid: Planung am Laptop, Route in App oder Navi, unterwegs Navigation auf dem Gerät. Die Umfragewerte stützen genau diesen Mix – statt einer reinen Glaubensfrage "Handy oder Navi".

Warum viele Motorrad-Apps ihre Nutzer verlieren

Die größte Hürde für neue Motorrad-Apps ist nicht fehlende Funktion, sondern fehlendes Vertrauen in das Nutzungserlebnis: 40 % nennen "zu viel Werbung oder zu kommerziell", 34 % "zu teuer" und 31 % "zu kompliziert oder unübersichtlich". Das ist ein harter Dreiklang – und er erklärt, warum selbst gute Konzepte am Ende deinstalliert werden. Motorradfahrerinnen und -fahrer planen Touren für Erlebnis und Qualität (71 %), nicht für Pop-ups, Abo-Fallen oder verschachtelte Menüs. Wer hier zu aggressiv monetarisiert oder seine Kernfunktionen hinter Bezahlmauern versteckt, riskiert Ablehnung – zumal 32 % ohnehin sagen: "Mein System funktioniert schon perfekt". Apps müssen also nicht nur besser sein, sondern spürbar einfacher, klarer und Motorrad-gerechter. Sonst bleibt die Zielgruppe bei dem, was sie kennt – egal, wie neu die App ist.

Fazit