Taiwan-Vespa mit chinesischer Herkunft: Kymco Like II 125i – top Preis-Leistung

Kymco Like II 125i ABS
Taiwan-Vespa mit chinesischer Herkunft

ArtikeldatumVeröffentlicht am 02.10.2026
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Die Deutschen lieben die Vespa, keine Frage! Sie ist aus dem Stadtbild größerer Metropolen nicht wegzudenken. Doch fernab aller Sympathien muss konstatiert werden, dass die modernen Automatik-Vespas hinsichtlich ihres Preis-Leistungs-Verhältnisses ziemlich teuer sind. In Zeiten von hoher Inflation und Kaufkraftverlust denkt so mancher Fan klassischer Scooter im Retro-Look über eine Alternative nach.

Kostengünstige Vespa-Alternative gesucht!

Der Kymco Like II 125i ist ein alter Bekannter im Programm der taiwanischen Rollermarke mit dem gut ausgebauten Händlernetz. Er bietet bereits in zweiter Modellgeneration zuverlässige Technik zum günstigen Preis. Seine Optik entstammt der Kreativität italienischer Designer, produziert wird er im Kymco-Werk in China. Das hilft, die Produktionskosten und damit den Kaufpreis auf einem erträglichen Niveau zu halten, das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt bei Kymco.

Kostengünstige Grundkonstruktion

Wie bei modernen Automatik-Rollern üblich besitzt der Kymco Like II 125i keine aufwendige Monocoque-Rahmenkonstruktion aus gepresstem Stahlblech wie die Modelle von Vespa, Lambretta oder Royal Alloy. Vielmehr setzt er auf einen konventionellen und einfach zu produzierenden Stahlrohrrahmen, der mit robusten Verkleidungsteilen aus Kunststoff bestückt wird.

So bleiben Kostenaufwand und Gewicht im Griff, und preisgünstig reparieren lässt sich so etwas auch. Das ist für Alltagsfahrer, die ihren Retro-Roller ganzjährig im Alltag bewegen wollen, ein klarer Vorteil. Denn verschrammte Kunststoffteile lassen sich einfach tauschen – und Plastik rostet nicht. Attribute, mit denen begehrte Stahlblech-Konstruktionen nicht dienen können.

Ergonomie für normale Fahrergrößen

Im Falle des Kymco Like II 125i ergibt sich durch diese Konstruktion eine Sitzposition, die durch das hohe Trittbrett – das dem darunter liegenden Tank geschuldet ist – etwas beengt daherkommt. Für Fahrer über 1,80 m ist der Like damit womöglich nicht optimal. Diesen Malus teilt sich der Kymco mit einer ganzen Handvoll moderner Automatik-Roller, der Sitzkomfort einer Vespa ist nahezu unerreicht. Für Durchschnittsgroße passt die Ergonomie aber ganz gut, einzig die Sitzhöhe von 805 mm kann für Kleine zur Herausforderung werden.

Die Sitzbank mit weißem Keder ist fast komplett eben, was im Alltag das Rutschen nach hinten erleichtert. Das entspannt den engen Kniewinkel etwas und erhöht gegebenenfalls den Sozius-Komfort. Die geringe Zuladung von 155 Kilogramm setzt hier gewisse Grenzen. Immerhin bieten die klappbaren Soziusfußrasten einen guten Halt für Mitfahrende.

Ein stabiler Haupt- und ein Seitenständer gehören ebenfalls zur Serienausstattung.

Kleines Helmfach aber Topcase serienmäßig

Das Helmfach unter dem Sitz wird beim Kymco Like II 125i seinem Namen kaum gerecht, nur sehr kleine Jethelme passen rein. Für zusätzlichen Stauraum steht ein serienmäßiges Topcase zur Verfügung, das auch größere Klapphelme oder den Wochenendeinkauf eines Singles aufnehmen kann.

Das Handschuhfach im Beinschild ist mit einer USB-Ladebuchse ausgestattet.

Hübsches Cockpit, leider ohne Bluetooth-Technik

Das gut ablesbare analog-digitale Kombiinstrument im Cockpit passt hervorragend zur gefälligen Retro-Optik, bietet aber keine Bluetooth-Verbindung. Das ist schade, denn einst gab es eine Like-Variante, die in Verbindung mit Kymcos hauseigener App "Noodoe" Connectivity-Funktionen ermöglichte. Immerhin ist ringsum moderne LED-Beleuchtungstechnik im Einsatz.

Konventionelle Antriebstechnik

Wie alle Automatik-Scooter im 125er-Segment vertraut der Kymco Like II 125i beim Antrieb auf eine konventionelle Triebsatzschwinge mit stufenloser Variomatik und Fliehkraft-Kupplung. Ein bestens bewährter luftgekühlter Vierventil-Einzylindermotor, der 8,0 kW (10,9 PS) bei 8.500/min leistet und 9,8 Nm Drehmoment bei 6.500/min liefert, tut zuverlässig seinen Dienst. Damit erreicht der Leichtkraft-Like eine Höchstgeschwindigkeit von 95 km/h.

Der Verbrauch wird mit 2,6 l/100 km angegeben, das Tankvolumen beschränkt sich auf 6,5 Liter. Damit sind maximal 250 Kilometer Reichweite drin.

Keine Experimente beim Fahrwerk

Fahrwerksseitig steht der Kymco Like II 125i auf 12-Zoll-Felgen mit den Reifendimensionen 110/70-12 vorn und 130/70-12 hinten. Fahrbereit wiegt er 128 Kilogramm. Mit dieser Konfiguration fährt er superhandlich und wuselt sich durch den engen Stadtverkehr. Vorn setzt er auf eine einfache nicht einstellbare Telegabel im Gegensatz zu den aufwendigeren Kurzschwingen-Konstruktionen, die die Premium-Konkurrenz in der Regel verbaut. Hinten federn zwei Federbeine, die in der Federvorspannung einstellbar sind.

Eine Traktionskontrolle besitzt der Kymco Like II 125i zwar nicht, aber das Zweikanal-ABS ist vorbildlich. Bei ihm werden beide Räder mit dem Blockierschutz verzögert, während das ABS der Hauptkonkurrentin Vespa Primavera 125 nur auf das Vorderrad zugreift.

Für 3.599 Euro ordentlich ausgestattet

Aktuell steht der Kymco Like II 125i für 3.569 Euro inkl. Nebenkosten in den Farbvarianten "Light Khaki" und "Pearly Black" beim Kymco-Händler. Ein guter Preis hinsichtlich seiner Ausstattung, seiner Alltagstauglichkeit, der günstigen Ersatzteilpreise und der unbedingten Zuverlässigkeit, für die der taiwanesische Hersteller seit Langem bekannt ist.

Steht ein Modellwechsel kurz bevor?

Da von der einstigen Modellvielfalt bestehend aus CBS-gebremsten Einstiegs-Modellen, einer knackigen Sportversion und der Connectivity-fähigen Noodoe-Variante nur noch das gezeigte ABS-Modell verfügbar ist, könnte ein Modellwechsel bevorstehen. Auch das serienmäßige Topcase weist in Richtung Abverkauf.

Fazit