Fahrbericht: Yamaha R1 GYTR für 2023

Fahrbericht Yamaha R1 GYTR Tuning ab Werk für die R1

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GYTR: Genuine Yamaha Technology Racing. So nennt Yamaha das Werkstuning-Programm, welches man unter anderem im Zusammenhang mit der R6 GYTR bereits kennt. Nun bringt der Hersteller auch die R1 als GYTR-Variante.

Yamaha R1 2023 GYTR Yamaha
Yamaha R1 2023 GYTR
Yamaha R1 2023 GYTR
Yamaha R1 2023 GYTR
Yamaha R1 2023 GYTR 13 Bilder

Die neue Yamaha R1 GYTR für 2023 ist ab Werk aufgebaut für Trackdays und Hobbyrennen. Preis: ab 27.799 Euro. Außerdem ist sie pfeilschnell, wie wir auf dem Circuit Paul Ricard erfahren durften.

Umfangreiches Teilepaket

25 Posten umfasst das werksseitig installierte Paket, welches das GYTR-Rennstreckenmotorrad von einer zulassungsfähigen Basis-R1 (Preis 2022 ab 20.344 Euro) unterscheidet. Wesentlich: Kit-Elektronik und Auspuff ab Verbindungsrohr (unter 101 dB), ABS-Delete, stahlummantelte Bremsleitungen, 520er-Kettensatz, Ergonomie-Upgrades in Form von Racing-Lenkerstummel und Rastenanlage sowie sinnvolle Kleinteile und Schützer. Und natürlich die Rennverkleidung mit hoher Racing-Scheibe und Sitz.

Testen durften wir die Yamaha R1 GYTR auf dem Circuit Paul Ricard und im direkten Vergleich zur Basis. Wichtig: An den Testmaschinen waren noch einige zusätzliche, nicht im Grundpaket enthaltene GYTR-Parts verbaut, darunter Öhlins-Fahrwerk und Brembo-Bremshardware. Derart aufmunitioniert stellt so eine GYTR-R1 dann, um es kurz zu machen, das perfekte Racing-Werkzeug bis in weit fortgeschrittene Ansprüche dar.

Racing-Technologie auch für die Ergonomie

Im Detail, angefangen bei der Ergonomie: Die ist schon bei der Straßen-R1 fürs Kringeln recht gut, nämlich kompakt, versammelt, und mit konkretem Vorderradbezug. Der hohe, gefühlechte, wesentlich griffigere Sitz, mehrfach einstellbare, gleichfalls viel griffigere Fußrasten, vor allem aber der drastisch verbesserte Windschutz der hohen Scheibe stellen Verbesserungen dar, die man in dieser Deutlichkeit nicht erwartet hatte. Sämtliche Berührungspunkte mit dem Motorrad sind direkter, filterloser. Während die ewig lange Mistral-Gerade auf der Basismaschine mit kargem Windschutz arg Kraft kostet – bei 299 hört der Tacho mit dem Zählen auf, während die Drehzahl weiter steigt – bietet das GYTR-Pendant relative Ruhe im Sturm. Nun gilt es, den Anker zu werfen: Die Bremsanlage ist gemeinhin Achillesverse der Serien-R1. Auf bremsintensiven Kursen überfordert schon flottes Tempo das System. Wie nicht anders zu erwarten, gibt sich die GYTR-R1 hier gnadenlos. Transparenz, Dosierbarkeit und Standfestigkeit der Brembo-Rennbremse sind bar jeder Kritik. Gewagt sei die Vermutung, dass auch die ABS-lose GYTR-Paketbremse den weitaus meisten Ansprüchen genügen wird.

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Motortuning ist bei der R1 nicht nötig

In Sachen Motorpower war der Handlungsbedarf sicher nicht ganz so groß. Konkrete Aussagen zur Mehrleistung durch Kit-ECU und katlosen Titanauspuff macht Yamaha nicht. Aus unserer Sicht war trotz einer für Paul Ricard sinnvollen längeren Sekundärübersetzung immer überreichlich Schub abrufbar. So viel jedenfalls, dass wir die hohe Regelgüte von Yamahas Traktions- und Wheeliekontrolle festhalten können. Wer so tief in die Materie einsteigen will, dem ermöglicht die Kitelektronik mittels beiliegender Software und Dokumentation gangselektive Einstellmöglichkeiten, beispielsweise an Gasgriffkennlinie und Mapping sowie Fahrhilfen, die weit über den Freizeitbereich hinaus gehen.

Fürs Hobby wichtiger: Leistung kommt auf Abruf zwar äußerst direkt (auch ein Kurzhub-Gasgriff ist verfügbar und war montiert), aber gut regulierbar. Das ohnehin sehr feine Gefühl für Traktion bei Yamahas Crossplane-Motor erhält die GYTR-Variante, baut es sogar aus. Wie gesagt, jeder Fahrbefehl wird unmittelbar und mit hochauflösender Rückmeldung umgesetzt.

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Öhlins-Teile kosten nochmal extra

So auch das Handling, das von einer deutlich spürbaren Gewichtsreduktion ebenso profitiert wie von der spitzeren Ergonomie. Sicher aber auch von Öhlins (FGRT-Gabel und TTX36-Federbein), was freilich noch einmal als Extraposten auf dem Zettel steht. Preise hierfür folgen übrigens, billig wird das sicher nicht. Das ebenfalls anwesende YART-Team jedenfalls hat die Motorräder perfekt für Paul Ricard eingestellt. Dämpfungsgüte, Reserven und Feedback bedeuten auch hier einen Tag-und-Nacht-Unterschied zur Serie.

Fazit nach dem ersten Tracktest

Unterm Strich ein richtiger Schritt: Superbikes ergeben auf der Landstraße immer weniger Sinn, sie wollen auf die Rennstrecke. Nicht jeder Trackday-Fahrer kann oder möchte selbst umbauen. Genau da setzt die R1 GYTR an, mit der Yamaha ein werksseitig rennstreckenfertiges, dabei sinnvoll aufgewertetes Motorrad anbietet. Ein billiger Spaß ist das nicht, besonders dann, wenn man sich im weiteren GYTR-Zubehör verliert. Übrigens: Erhältlich sind die GYTR-Modelle in europaweit 27 GYTR-Pro Shops. In Deutschland sind das Yamaha Klein in Dillingen und Yamaha-Zentrum Rebnitz.

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