Als Honda die CBR 500 R Four in China zeigte, war klar: das richtige Bike für den richtigen Markt. An einen hochdrehenden Vierzylinder in einem Supersportler für den Süden Europas glaubte der ein oder andere wohl auch noch. Ein derartiges Modell für den deutschen Markt schloss wohl jeder aus. Außer Honda, denn: Die CBR 500 R Four kommt nach Deutschland.
Neuer Vierzylinder mit 70 PS
Aktuell bedient Honda die 500er-Klasse mit dem bewährten Twin mit 471 Kubik und 48 PS. Mit ihm hat der neue Motor nichts gemein. Der neu entwickelte Reihenvierzylinder misst 502 Kubik, erzeugt 46,3 Nm bei 10.500/min und leistet 70 PS bei noch unbekannter Drehzahl. Wobei Honda das Drehzahllimit des Antriebs bei 12.500/min setzt.
Im Inneren des Motors setzt Honda auf leichten Lauf: Der Ventiltrieb ist DLC-beschichtet und die Zylinder mit einer Schicht Nikasil überzogen. Per Ram-Air und Fallstrom-System gelangt die Luft in den 16V-Zylinderkopf. Wer die Four erst einmal mit dem A2-Schein fahren muss: Honda bietet die CBR 500 R Four auch mit 48 PS an.
Leichter Schatten: Honda stellte den Motor in China sogar mit 80 PS vor.
Mit E-Clutch ab Werk
Wie schon in China bietet Honda die CBR 500 R Four einzig mit der neuen E-Clutch an. Die Automatik für die Kupplung unterscheidet sich deutlich von der bekannten Form, denn der Aktuator sitzt auf der Seite der Schaltung und nicht wie gehabt direkt an der Kupplung. Der Fuß muss trotzdem weiterhin schalten, wobei die automatische Kupplung selbst per Quickshifter für ruhiges Gangwechseln sorgen soll. Und die Hand darf weiterhin selbst kuppeln – wenn sie möchte.
Nicht ganz leicht
Wer sich die neue Honda CBR 500 R Four nun als reinrassigen Renngerät mit unter 170 Kilo vorstellt, wird wohl enttäuscht. Honda baut das Chassis der neuen Four konventionell aus Stahl mit Alu-Schwinge. Der Tank fasst 14 Liter und die Zuladung liegt mit 178 Kilo für einen kleinen Supersportler überraschend hoch. Das alles bringt Kilos auf die Waage. In Summe 189 Kilo fahrfertig. Im Kontext der direkten Konkurrenz von Kawasaki nicht schwerer oder leichter und sogar 2 Kilo leichter als die CBR 500 R mit dem 22 PS schwächeren Twin im Rahmen.
Moderne Elektronik
In der neuen Honda CBR 500 R Four brennt bei der Elektronik nichts an. Honda verbaut ein Ride-by-Wire, bietet fünf Fahrmodi, Traktionskontrolle, ABS, Connectivity und USB-C-Ladebuchse im TFT-Cockpit mit einer Diagonalen von fünf Zoll.
Einfaches Fahrwerk, neue Optik
Beim Fahrwerk der neuen Honda CBR 500 R Four backt Honda normale Brötchen: 43er-USB-Gabel von KYB mit 109 Millimeter Federweg vorn, umgelenktes Federbein mit einstellbarer Vorspannung und 119 Millimeter Federweg hinten. Schön geworden: Die radial verschraubten und filigran wirkenden Bremssättel vorn. Bereits zur Präsentation in China fiel bei der Four das neue Design mit dem großen Scheinwerfer mit hochgezogenen Ecken auf. Gerade im Vergleich zu den bekannten CBR in Europa ist die Four eher entfernt verwandt.
Was kostet die neue Four?
Zur Präsentation der neuen CBR 500 R Four gab Honda noch keinen Preis bekannt. Allerdings ist der mögliche Betrag eingrenzbar. Zum einen durch das Umfeld am Markt in Form der ZX-4 RR von Kawasaki, die es aktuell für knapp 10.000 Euro gibt. Zum anderen durch das CBR-Segment bei Honda selbst. Die Twin-Version mit E-Clutch kostet ab 8.129 Euro, die CBR 650 R 11.339 Euro und die CBR 600 RR 13.329 Euro.
Die offensichtliche Lücke zwischen der 500er und 650er dürfte mit um 10.000 Euro die neue Four schließen, was dem gebotenen Bike sehr angemessen wäre. Egal zu welchem Preise: Zu haben ist die Four in Ignition Red (Tricolour) und Mat Ballistic Black Metallic.













