MV Agusta F3 von Micron Systems

Feuer, Krach und Strapsen-Look!

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Feuer, Krach und Strapsen-Look! Die MV Agusta F3 von Micron Systems entpuppte sich als Molotow-Cocktail, der auf unserem Tuner-Jahresevent ordentlich zündete.

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Wuuuuuh... Peng! Wuuuuu... Peng! Braabaabaa...Herzzerreißend schreit der kleine Dreizylinder über den Hockenheimring. Seine Botschaft verbreitet sich wie Brandbeschleuniger im Fahrerlager. Das sonore Kraftkonzert, das wie eine Mischung aus Freude und Qual klingt, macht die badische Rennstrecke für einen Moment zum Kriegsschauplatz. Die Besucher stürmen zur Start-Ziel-Gerade und kleben wie Kaugummi am Abgrenzungsgitter. Alle warten darauf, dass der Drilling noch einmal über die Linie donnert und die Trommelfelle erzittern lässt - ebenso wie die Nerven der Rennleitung, die kurzerhand die schwarze Flagge zückt und die F3 aus dem Verkehr zieht.

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MV Agusta F3 von Micron Systems Feuer, Krach und Strapsen-Look!
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Als die stimmgewaltige Italienerin zurück in die Box rollt, schreit es aus allen Richtungen: „Feuer! Feeeuer! Feeeeeuer!“ Aus dem Motorraum der F3 schlagen Flammen, dunkler Rauch vernebelt die Box. Redakteur Robert Glück krallt sich einen Feuerlöscher, der nicht hören und noch weniger löschen will. Weitere Beobachter stürmen herbei und löschen den Brand mit allem, was das Fahrerlager hergibt. Fanta, Cola und Apfelschorle. Auslöser war ein Aufkleber, der sich in Krümmernähe durch Ölrückstände entzündete. So hatte sich Armand Mottier von Micron Systems sein zehnjähriges Jubiläum beim zehnten Tuner-GP sicher nicht vorgestellt.

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Augenweide: Karbon-Vollverkleidung von Micron Systems, nacktes Ritzel, 520er-Goldkettchen und Zahnkranz von Enuma.

Bereits während der Aufbauphase der neuen MV Agusta F3 im Frühling 2012 herrschte explosive Stimmung. Dem Traditionstuner ist nämlich das passiert, was allen Männern dieser Welt hin und wieder passiert: Er ist den äußeren Reizen einer Frau auf den Leim gegangen, genauer gesagt denen der F3. Nach vielen schlaflosen Nächten in der Werkstatt stellte er sich immer noch dieselbe Frage: Was zum Teufel will die kleine Italienerin eigentlich von mir? Aber wer hätte auch ahnen können, dass MV Agusta der neuen F3 ein hochkomplexes Autosteuergerät verpasst - ein System, das zuvor in keinem Motorrad dieser Welt serienmäßig verbaut wurde? Dass es zwei Einspritzleisten gibt, die nicht wie gewöhnlich parallel, sondern nacheinander angesteuert werden. Also eine bei niedrigen Drehzahlen, die andere bei hohen. Und weil das mindestens doppelt so kompliziert ist, wie es klingt, lässt sich da natürlich nicht einfach ein Power-Commander einstöpseln und Simsalabim... fertig ist die Möhre.

Pustekuchen! Da braucht es erst mal einen Dolmetscher, der das Kauderwelsch vom Steuergerät in die Sprache des Power-Commanders übersetzt. Doch Mottier gab nicht auf, checkte erst mal das völlig überdämpfte Fahrwerk und ließ es vom Spezialisten Zupin weicher abstimmen. In Kombination mit Michelin-Slicks und einer Abspeckkur auf 177 Kilo gehört sie zu den handlichsten Bikes in der Tuner-GP-Geschichte. Blitzschnell winkelt die 675er ab, liegt zielgenau auf Kurs und bleibt selbst beim harten Ankern der Spur treu.

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Bis 10500/min liegt die getunte F3 leistungstechnisch noch auf Serienniveau, darüber dreht sie deutlich lustvoller Richtung Begrenzer. Dank fehlender Kat-Box und offenem Racing-Schalldämpfer klopft sie ein paar PS mehr auf den Asphalt.

In puncto Spitzenleistung kommt die F3 gefühlt einer GSX-R 750 nahe. Dank dem offenen Scorpion-Race-Schalldämpfer schraubt sich der Dreizylinder völlig enthemmt in den Drehzahlhimmel und kitzelt sogar noch ein paar zusätzliche PS heraus. Aufgrund der beschriebenen technischen Probleme konnten das harte Ansprechverhalten und die fehlende Leistung im niedrigen Drehzahlbereich nicht komplett ausgemerzt werden. Doch der Tuner verspricht nach sechs weiteren Monaten Entwicklungszeit: „Wir konnten die F3 jetzt unten herum ordentlich anfetten. Sie geht endlich sauber ans Gas, drückt spürbar besser aus dem Drehzahlkeller und dreht homogener hoch. Auch das Ruckeln bei konstanter Gasstellung ist Geschichte.“ Ähnliches gilt für die nachgerüstete „Gripone Pro 2“-Traktionskontrolle, die sich bereits bei der im Vorjahr vorgestellten Yamaha YZF-R1 als Aufpasser für ausbrechende Hinterräder bewährte. Über einen stufenlosen Drehregler lässt sich die elektronische Fessel lockern oder straffen - vor allem für Anfänger ein tolles System, weil die Eingriffe spürbar sind und Vertrauen in den elektronischen Helfer aufbauen.

Armand Mottier wagte sich als erster Tuner an die F3. Dafür gibt’s von der PS-Mannschaft kräftig Mutpunkte. Ihm haben wir zu verdanken, dass die kleine MV Agusta tatsächlich zur heißesten Neuerscheinung 2012 wurde.

Einzeltest MV Agusta F3 MV Agusta F3 für jedermann
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