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Triumph Speed Triple RR Fahrbericht Triumph Motorcycles
Triumph Speed Triple RR Fahrbericht
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Triumph Speed Triple RR Fahrbericht 11 Bilder

Triumph Speed Triple RR: Gentlemen-Racer für Gaskranke

Triumph Speed Triple RR im Fahrbericht Gentlemen-Racer für Gaskranke

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Knackige Halbschale, semiaktives Fahrwerk. Irgendwo zwischen Café Racer und Retro-Renner tänzelt die Speed Triple RR.

Damit hat niemand gerechnet: Nachdem sie in England erst Anfang 2021 die Speed Triple RS aus den Werkshallen rollten, folgt im Herbst der nächste Speedy-Aufschlag: Die Speed Triple RR basiert auf der rasanten RS und erhält als Zuckerguss der Speedy-Torte noch ein paar Verzierungen obendrauf. Die Kirsche ist die gekonnt gestaltete Halbschale, die sich knapp unterm Tank an den Rahmen lehnt. In der Front steckt ein einzelner Rundscheinwerfer – die Doppelaugen mussten weichen. Dazu gab’s noch unter der oberen Gabelbrücke montierte Stummel. Die Clip-ons liegen laut Triumph 135 Millimeter tiefer und 50 Millimeter weiter vorne als die Segelstange der nackten RS. Außerdem wanderten die Fußrasten 15 Millimeter nach oben und 26 weiter nach hinten. Sorge, dass die knappe Halbschale adipöse Kilos mitbringt, muss niemand haben. Ein Kilo mehr als die RS, also 199 Kilo, soll die RR wiegen. Die Stellmotoren und Extra-Sensoren des semiaktiven Smart EC 2.0-Fahrwerk von Öhlins sind verantwortlich für die zwei Pfund extra auf der Waage der RR, wie Stuart Wood, der Chefingenieur von Triumph erklärt. Die spannendste Frage lautet aber: Wird die RR die Rasanz der RS noch mit einer Prise heißer Pistenperformance würzen? Der Drilling giert nach Feuer, geben wir ihm rund um Ronda in Spanien und auf dem Track von Ascari, was er verlangt!

Feuer frei in frostigen Zeiten

Wobei Feuer gerade gern gesehen ist, besonders die in Öfen. Kuschelige 3 Grad meldet das Cockpit. Schnell die optionalen Heizgriffe auf die höchste Stufe schalten. Der Raureif glitzert neben der Straße mit den spärlichen Sonnenstrahlen um die Wette, während die Speed Triple RR im Stand heiser grummelnd warmläuft und wenig später schon von Ronda in Richtung Küste abzischt. Die Straße hat schon bessere Tage gesehen. Trotzdem bügelt das Fahrwerk, dessen Abstimmung an die Fahrmodi gekoppelt ist, viel glatt. Besonders die Gabel gleitet souverän in der Abstufung Comfort über den Asphalt, ohne zum Wackeldackel zu mutieren. Hinten dürfte der Dämpfer stellenweise gerne noch smoother agieren. Mit ein paar Klicks im Menü ist das erledigt. Neben den vorgegeben Werten lässt sich die Abstimmung von Gabel und Federbein noch in jeweils fünf Stufen in Richtung hart oder weich einstellen.

Fahrbericht Triumph Speed Triple 1200 RS
Naked Bike

Es wird heiß

Endlich touchiert das Thermometer Werte den zweistelligen Bereich. Das Tempo nimmt zu. Lodernd-heißblütig fegt der Triple ab mittleren Drehzahlen nach oben, geht dabei akkurat und ohne Hinterhältigkeit ans Gas. Bei kaltem Motor und tiefen Drehzahlen kann er sich bei grobmotorischen Gasbefehlen ein leichtes Rucken nicht immer verkneifen. Nichts, was die Linie verhagelt, nur manchmal ein kleines Störfeuer ins flüssige Kurvenrauschen bringt. Für das ist die Sitzposition wie gemacht. Trotz der tief liegenden Stummel sitzt der Pilot sportlich-bequem auf der RR, ohne die Arme durch zu viel Last beim Anbremsen zu stressen. Das wird jetzt besonders wichtig, weil die Piste von Ascari lockt. Dieser Golfplatz für Gaskranke bietet auf seinen gut 5,5 Kilometern alles, was man sich an Herausforderung wünscht. Kurvenkombinationen wie Eau Rouge oder die Corkscrew fließen scheinbar so lässig ins Layout, dass es kaum zu glauben ist und die Augen verzweifelt nach Fixpunkten suchen. Nach ein paar Runden passt die Linie und die Speed Triple RR hämmert mit Macht den Bremspunkten entgegen. Satt verzögert die RR-Rakete, bauen Brembos Stylema-Zangen wuchtigen Druck auf. Der Track-Mode liefert dabei massige Dämpfungsreserven, stellt das Kurven-ABS auf spätestmöglichen Eingriff. Kritik? Keine. Vielleicht könnte die RR etwas knackiger übers Vorderrad in Kurven gleiten. Mit ein wenig Feintuning am Fahrwerk sollte das hinzubekommen sein. Gutmütig, aber mit viel motorischer Power zimmert die Triumph aus den Ecken, liegt selbst in den schnellen Radien jenseits Tempo 160 stabil und vertrauenspendent auf der Bahn. Und selbst wenn die Gangwahl mal nicht passt, gleicht ein kurzer Tipper auf den Blipper das Missgeschick schnell wieder aus. Die RR gibt in den drei Turns, die wir sie um die Piste scheuchen durften, einen richtig heißen Renner, macht jeden Spaß mit. Ein Fest für Gentleman-Anzünder!

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Hat die Speed Triple 1200 RS als Hyper-Naked mit 180 PS ihren Charme verloren?
Ja, der Gentlemen-Hool wird mir fehlen.
Nein, endlich ist Speed im Triple. Feuer frei!

Fazit

Triumph hat die besten Teile der Speed Triple RS wie den satt anschiebenden Triple sowie das Rahmenlayout genommen und mit weiteren feinen Parts wie dem semiativen Öhlins-Fahrwerk aus dem Naked Bike einen klasse Renner gezaubert. Der strebt nicht nach der Superbike-Krone, sondern will einfach ein gediegen-wertig gestylter Kurvenglüher für solvente Gentleman-Racer sein. Dabei gilt aber: Bloß nicht vom Unterstatement-Äußeren ohne Kriegsbemalung täuschen lassen – dieses Bike kann roaring. Und Racing!

Triumph Speed Triple
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