CF Moto 650 MT, Suzuki V-Strom 650 XT, Yamaha Tracer 7 GT Vergleichstest fact
CF Moto 650 MT, Suzuki V-Strom 650 XT, Yamaha Tracer 7 GT Vergleichstest
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CF Moto 650 MT, Suzuki V-Strom 650 XT, Yamaha Tracer 7 GT Vergleichstest
CF Moto 650 MT, Suzuki V-Strom 650 XT, Yamaha Tracer 7 GT Vergleichstest 29 Bilder

CFMoto 650 MT, Suzuki V-Strom 650 XT und Yamaha Tracer 7 GT im Vergleich

650 MT, V-Strom 650 XT und Tracer 7 GT im Test Allrounder von CFMoto, Suzuki und Yamaha

Dynamisch und entspannt, für kurze und ausgiebige Touren, günstig und trotzdem gut verarbeitet – welches von den drei Bikes die Ansprüche am optimalsten erfüllt, zeigt dieser Vergleichstest.

Was braucht ein Reisemotorrad wirklich? Navi, einen Motor mit mehr Power, als man je abrufen kann, High-End-Elektronik? Nein, um die pure Freiheit auf zwei Rädern zu genießen, genügt doch im Grunde ein munterer Zweizylinder zwischen den Beinen, etwas Windschutz vor und ausreichend Platz fürs Gepäck hinter dir. Das Wesentliche eben. Genau darauf beschränken sich puristische Crossover wie die Yamaha Tracer 7 GT, die Suzuki V-Strom 650 XT und die ­CFMoto 650 MT. Bodenständige, aber reisewillige Allrounder.

Die Yamaha Tracer 7 GT ist, wenn man so will, die tourentaugliche Variante des Naked Bikes MT-07 und verfügt über dessen kräftigen 689-Kubik-Reihentwin mit V2-mäßigem 270-Grad-Hubzapfenversatz. Dieses Aggregat läuft nicht nur fast vibrationsfrei, sondern geht auch bei jeder Drehzahl sanft ans Gas und drückt aus dem Keller so entschlossen voran, dass die beiden Mitreisenden Mühe haben, auf der ersten Etappe über gut ausgebaute Landstraßen mitzuhalten. In der Klasse der "kleinen" Crossover kommt in Sachen Punch keiner an der Tracer vorbei. Auch nicht der echte 90-Grad-V2 der Suzuki V-Strom 650 XT. Er ist sicher kein Schwächling, liegt aber über den gesamten Drehzahlbereich leicht hinter dem Yamaha-Motor. Dafür läuft der seit über 20 Jahren verbaute und für die Euro-5-Norm nur leicht modifizierte V-Twin noch kultivierter und setzt Gasbefehle so geschmeidig um, dass Leistung zur Nebensache wird und der Suzuki-Reiter dem Kollegen auf der Tracer den Vorsprung tiefenentspannt gönnt. Dahinter presst der dritte im Bunde alles aus der CFMoto 650 MT heraus. Mit gemessenen 62 PS liefert ihr Twin zwar sechs Pferdestärken mehr als angegeben, liegt aber immer noch klar hinter den beiden Konkurrenten. Dazu gibt sich die Chinesin bis 6.000/min verhalten und will für ordentlichen Vortrieb hoch gedreht werden. In echter Sportlermanier bietet sie im Gegenzug zwischen 8.500/min und 10.500/min ein ordentliches Leistungsplateau, das im Schweinsgalopp Richtung Sonne die schmalbrüstige Mitte fast vergessen lässt. Als Einzige verfügt die 650 MT über zwei Fahrmodi (Sport und Touring), die sich aber nur leicht durch die Progression beim Gasgeben unterscheiden. In beiden Modi spricht der Motor gut an, bei niedrigen Drehzahlen ruckt’s aber leicht, wenn die Drosselklappen geöffnet werden. Er fühlt sich in jeder Hinsicht in der oberen Drehzahlhälfte am wohlsten. Naturgemäß geht diese Fahrweise mit deutlich mehr Vibrationen einher, die besonders im Schiebebetrieb in Rasten und Sitz übergehen.

Ergonomie

Apropos: Das Arrangement auf der CFMoto ist kompakt, sie reicht dem Fahrer oder der Fahrerin den Lenker auf angenehmer Höhe in die Hände, die Rasten sind weit vorn platziert. Die Sitzbank selbst bietet aber ziemlich wenig Bewegungsfreiheit. Ganz im Gegensatz zum Polster der Suzuki: Auf der V-Strom 650 XT hat man massig Platz. Bei ihr gibt’s den entspanntesten Kniewinkel, und durch den schmalen und hohen Lenker sitzt man sehr aufrecht. Das ist grundsätzlich auch auf der Tracer 7 GT mit bequemer Komfort-Sitzbank so, allerdings merkt man der Yamaha ihre Naked-Bike-Gene dadurch an, dass sie den Fahrer nah am Vorderrad und die Füße weiter hinten positioniert.

Schlecht-Wege-Test auf der Buckelpiste

Wir biegen ab auf eine zerfurchte Buckelpiste. Kein Problem, jedenfalls nicht für die Suzuki. Lange Federwege und ihr 19-Zoll-Reiseenduro-Vorderrad: Durch ein paar Löcher im Asphalt lässt sich die V-Strom nicht aus der Ruhe bringen. Vor allem ihr Federbein spricht sämig an und absorbiert Schläge, bevor sie zum Gesäß durchdringen können. Praktisch: Die Anpassung der Federvorspannung klappt im Nu per Handrad. Etwas unsensibler arbeitet ihre nicht einstellbare Gabel. Die filigrane Gabel der Tracer (wie auch das Federbein in Vorspannung und Zugstufendämpfung einstell­bar) führt das Vorderrad im Vergleich souveräner. Das Yamaha-Federbein spendet aber nicht ganz so viel Komfort. Auch bei der CFMoto lässt sich die Zugstufendämpfung der Gabel anpassen, beim Federbein auch die Vorspannung. Schon nach den ersten Kilometern öffneten wir die Zugstufendämpfung der Gabel vollständig, was dem Ansprechverhalten spürbar auf die Sprünge half. Mit diesem Setting – und auch weil ihr Dämpfer gut anspricht – schwingt die 650 MT komfortabel über die immer größer werdenden Löcher.

CFMoto 700 CL-X Fahrbericht
Naked Bike

Vollgas-Etappe auf der Autobahn

Ein Schild weist in Richtung Autobahn. Wir streuen wir eine kurze Vollgas-Etappe ein. Klar, dass die CFMoto mangels Spitzenleistung hier schlechte Karten hat, dafür bietet ihre Scheibe in der höchsten Stellung sehr guten Windschutz. Kleines Manko: Die beiden Befestigungsschrauben lassen sich unmöglich während der Fahrt lösen, weshalb die Scheibe vorher auf die gewünschte Höhe eingestellt werden muss. Bei der Yamaha funktioniert die Verstellung der Scheibe easy mit einer Hand. Der breite GT-Schild bietet zwar einen guten, im Vergleich aber den geringsten Windschutz. Auch weil der Fahrtwind sie bei hohen Autobahngeschwindigkeiten – die Tracer läuft mit Abstand am schnellsten – langsam nach ­unten schiebt. Auf der V-Strom kann das nicht passieren, ihre üppige Scheibe ist nicht höhenverstellbar. Nur ein kleiner Ausleger lässt sich im Winkel verändern, was den Windschutz aber kaum beeinflusst.

Bei hohen Reisegeschwindigkeiten liegt die V-Strom 650 XT brettstabil und lässt sich selbst von Platten-Autobahnen nicht aus der Ruhe bringen. Auch die CFMoto läuft stabil geradeaus. Bei der Tracer ist ab etwa 170 km/h leichtes Pendeln um die Lenkachse spürbar, was sich auf ihre handliche Geometrie mit steilem Lenkkopfwinkel (65,2 Grad) und kurzem Radstand (1.460 Millimeter) zurückführen lässt. Diese Auslegung ist hier auf der welligen Autobahn kein Vorteil, wird dafür später auf anderem Terrain noch zu einem solchen werden.

Verbrauch und Stauraum

Die nächste Abfahrt geht’s wieder runter von der Autobahn. An der ersten Tankstelle machen wir Rast. Jetzt rächt sich die Fahrweise, die die Motorcharakteristik der CFMoto einfordert. Immer einen Gang tiefer als Yamaha und Suzuki, stets hohe Drehzahl. Im einheitlichen Reisetempo genehmigt sich die 650 MT deshalb mit mindestens 4,3 Litern auf 100 Kilometern einen Schluck mehr ­Superbenzin als die V-Strom (4,1). Die Yamaha ist mit 3,9 Litern die Genügsamste. Nachdem alle Spritfässer wieder aufgefüllt sind, holen wir die Brotboxen aus den Koffern. Alle drei Crossover bieten ausreichend Stauraum für eine mehrwöchige Tour: Unterwäsche, Waschtasche und Verpflegung finden in den Koffern locker Platz. Den Helm-Test bestehen aber nur die SHAD-Koffer der CFMoto 650 MT, in denen die Integralmütze formschlüssig verschwindet.

CF Moto 650 MT, Suzuki V-Strom 650 XT, Yamaha Tracer 7 GT Vergleichstest
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Die Testtruppe auf der Suche nach der Sonne.

Brems-Performance

Reiter und Rösser sind gestärkt, weiter geht’s. Vor uns liegt kurviges Terrain, in das sich die Yamaha mit größter Freude hineinstürzt. Jetzt kann sie den Vorteil ihrer MT-07-Gene endlich ausspielen: handlich von einer Schräg­lage in die nächste wirbeln. Mit gutem Gefühl fürs Vorderrad drängt sie auf enge Radien und lässt sich präzise dirigieren, bis die Rasten über den Asphalt schleifen. Das geschieht bei der Tracer relativ früh. Beim Verzögern mit ihrer bissigen und gut dosierbaren Bremse in Schräglage stellt sie sich zudem leicht auf. Anders die V-Strom, die sauber auf Kurs bleibt, bei der aber durch den hohen Lenker wenig Last auf der Front liegt. Das Vertrauen bei sportlicher Gangart leidet darunter. Insgesamt rollt die Suzuki sehr stabil und satt auf ihren Bridgestone Battlax Adventure A40 "F" durch die Radien, klappt bei mittleren Geschwindigkeiten noch sehr handlich ab. Je höher das Tempo, desto störrischer reagiert sie aber auf Lenkimpulse und will entschlossen geführt werden. Auch die Bremse fordert etwas mehr Handkraft als die der Yamaha, lässt sich aber ebenfalls gut dosieren und verträgt zudem sportliches Ankern pro­blemlos. Das kann man von den Stoppern der CFMoto nicht behaupten: Bei erhöhter Belastung mit mehreren aufeinanderfolgenden Bremsmanövern wandert der Druckpunkt Richtung Lenker, und stark verfärbte Bremsscheiben zeugen hinterher von hohen Temperaturen. Das ABS-System regelt dazu zwar spät, aber mit groben Intervallen. Trotzdem: Auch die 650 MT wedelt bei Bedarf sportlich ums Eck. Sie ist zwar nicht so handlich wie die Yamaha und liegt nicht so satt wie die Suzuki, rollt aber auf ihren Metzeler Roadtec Z8 Interact neutral und sicher um jeden Radius.

Diese drei Crossover verbinden erfrischenden Purismus mit pragmatischer Reisetauglichkeit, auch wenn ihre Wesen grundverschieden sind. Die agile und stylishe Tracer 7 GT mag’s sportlich, die V-Strom 650 XT lieber entspannt. Beide aber sind gut verarbeitet. Die 650 MT kommt weniger edel daher, kann auch fahrdynamisch nicht ganz mithalten, was man ihr beim Blick aufs Preisschild wieder ein Stück weit verzeiht.

Fazit

  1. Suzuki V-Strom 650 XT: Die V-Strom zeigt, dass man auch ohne Schnickschnack komfortabel reisen kann, und fährt als bes­te Allrounderin den verdienten Testsieg ein. Wer gerne ­entspannt­ unterwegs ist, findet in ihr eine treue Begleiterin für kurze und ausgiebige Touren.
  2. Yamaha Tracer 7 GT: Agiles Handling, spritziger Motor, sportliche Ergonomie. Die Tracer ist gerne dynamisch unterwegs und zieht der Konkurrenz dabei locker davon. Sie fordert mehr Aufmerksamkeit als die stoische Suzuki, taugt aber ebenso für die große Reise.
  3. CFMoto 650 MT: Trotz klarem Leistungsdefizit hält die CFMoto gut mit der Reisegruppe mit. Der muntere Motor gefällt, und das stabile Fahrwerk spendet viel Komfort. Bremsperformance, Laufkultur und Verarbeitung sind mäßig, der Preis ist dagegen top.
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