Kawasaki KA-2: Die Hyper 125er

Kawasaki KA-2 Die Hyper-125er dreht 17.250 Touren

Drehzahlen bis 17.250 Umdrehungen, 12 Gänge und nur 95,5 Kilogramm fahrfertig. Vorhang auf für die Kawasaki KA-2, ein vergessenes Renneisen.

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Kawasaki KA-2
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Kawasaki KA-2 3 Bilder

Die 1960er-Jahre: Deutschland wird geteilt, der Rock’n’Roll erobert die Musik und der erste Mensch betritt den Mond. Man könnte die Liste ewig fortführen, doch zusammenfassend kann man sagen, dass die Dekade voll von politischer Partizipation, einem Gefühl des Aufbruchs und technischen Innovationen war, die unser Leben nachhaltig verändern sollten. Doch nicht nur gesellschaftlich änderte sich einiges, auch durch Motorradrennsport ging ein derber Ruck: Die japanischen Werke begannen, sich im internationalen GP-Sport zu beteiligen und überrannten die europäischen Platzhirsche wie MV Agusta, Ducati und Norton förmlich. Damals gab es noch fünf WM-Klassen: 50 Kubik, 125 Kubik, 250 Kubik, 350 Kubik und die fetten 500er. Zur damaligen Zeit dominierten die Zweitakter, und gerade die 125er-Klasse war eine heiß umkämpfte Meisterschaft. Kawasaki stellte 1965 die KA-1 vor, ein reinrassiges Rennmotorrad für die Achtelliter-Klasse. Ab 1966 war die KA-1 für vier Jahre im Einsatz und bescherte dem Unternehmen einige Erfolge. Was die Wenigsten wissen: Es gab auch eine Kawasaki KA-2. Die fuhr jedoch nur ein Rennen, war aber ein technisches Meisterwerk – und extrem brutal.

Klassiker

Dreh, Baby, Dreh!

17.250 Umdrehungen dreht die 125er. Besonders ist bei der Kawasaki KA-2 nicht nur die extrem hohe Drehzahl (eine moderne R6 dreht nur unwesentlich höher), sondern auch das Motorenkonzept. Damals waren bei den 125ern im Rennsport – mal abgesehen von Honda, die auf Viertakter vertrauten – Zweizylinder Zweitakter im Einsatz. Bei der KA-2 entwickelte Kawasaki den wassergekühlten KA-1-Motor jedoch von einem Zwei- zu einem Vierzylinder weiter. Der kleine Motor war ein Zweitakt-Drehschieber mit einem Hub von 34 x 34,2 Millimetern, leistete etwa 40 PS und drehte bis wahnwitzige 17.250 Umdrehungen. Das nutzbare Drehzahlband lag nur bei 800 Umdrehungen, genauer gesagt je nach Gang zwischen 16.000 und 17.000 Umdrehungen. Die spitze Leistungscharakteristik sorgte dafür, dass die Piloten versuchen mussten, sich rein in diesem Bereich zu bewegen.

Beschleunigte man die 95,5 Kilogramm leichte Rakete durch, so waren die nutzbaren 800 Umdrehungen in weniger als einer Sekunde vorüber und der Zweitakter knatterte in den Drehzahlbegrenzer. Damit nicht dauerhaft die Kupplung gezogen werden musste, was ja bekanntermaßen Zeit kostet, verfügte die KA-2 am Lenker über einen kleinen Schalter, der kurzzeitig die Zündung unterbrach und der Gang in Windeseile eingelegt werden konnte – ein Quickshifter sozusagen. Und es musste oft geschaltet werden: Um die Spitzengeschwindigkeit von gut 200 km/h zu erreichen, nutzte das Kawasaki-Team ein Getriebe mit 12 Gängen. Unüblich war das zur damaligen Zeit nicht, Suzukis GP-Renner hatte sogar je nach Strecke bis zu 14 Gangstufen. Als Rahmen wurde ein Rohrrahmen aus Chromoly-Stahl verwendet, die Gabel stammt (tatsächlich) vom Konkurrenten Honda.

Reisen

One Race Wonder

Warum die KA-2 nur ein Rennen fuhr, den Grand Prix von Japan 1967, und dann nie wieder, liegt an denen von der FIM geänderten Vorschriften für das Jahr 1969. In der 125er-WM wurden ab dann nur noch Motorräder mit zwei Zylindern und einem Sechs-Gang-Getriebe zugelassen. Zudem wurde der Einsatz für die Saison 1968, in der die KA-2 noch hätte starten können, vermutlich auch wegen der zu spitzen Leistungscharakteristik aufgegeben. Laut Aussagen der damaligen japanischen Fahrer Kanaya und Morishita war der "herkömmliche" 125er-Zweizylinder angenehmer zu fahren, auch wenn er weniger Power besaß. Genau ist das leider nicht überliefert, denn wie so vieles in der Zeit wurde nicht alles dokumentiert. Was jedoch fest steht, ist, dass Kawasaki sich auf die Weiterentwicklung des Zweizylinders konzentrierte und die KA-2 in die Werkshallen zurückschob.

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Fazit

Die Kawasaki KA-2 ist ein waschechtes "Phantomrennmotorrad", das nur einen Einsatz hatte – dabei aber dabei nicht fotografiert wurde. Sie ist souzusagen ein kleiner Mythos.

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