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Mahindra etabliert Jawa im asiatischen Raum

Kommen die Indien-Jawas auch nach Europa?

Seit 2016 besitzt der indische Mahindra-Konzern die Rechte an der Marke Jawa für den asiatischen Markt und seit 2018 rollt Mahindra mit neuen Modellen den indischen Markt auf. Nun könnten die Indien-Jawas auch nach Europa kommen.

Gefertigt werden die neuen, erstmals im November 2018 vorgestellten, Jawa-Modelle von der Mahindra-Tochter Classic Legends Private Limited (CLPL) in Madhya Pradesh. Zunächst sah es ganz danach aus, als würde ein Vertrieb außerhalb Asiens kein wirkliches Thema zu sein.

Nach den Erfolgen in Asien spielt der Mahindra-Konzern nun mit dem Gedanken, die erstmal nur für Indien vorgesehen Jawas auch nach Europa zu bringen. Der Mahindra-Konzern hatte angekündigt, die Marke Jawa wieder "nach Hause" bringen zu wollen. Da Jawa ein Motorradhersteller aus Tschechien ist, liegt eine Markteinführung diverser in Indien produzierter Jawa-Modelle in Europa nahe. Spekuliert wird zunächst über eine Markteinführung der Jawa 300, die die Homologation für den europäischen Markt mithilfe kleinerer Anpassungen erfüllen soll. Bereits im Laufe dieses Jahres könnte es den Gerüchten zufolge soweit sein. Zunächst sollen dabei passenderweise tschechische Händler beliefert werden. Momentan handelt es sich hierbei wie erwähnt noch um Gerüchte – offiziell bestätigt wurde bisher noch nichts.

Neuer Motor für den Neustart

Die seit 2018 in Asien angebotenen Jawa-Modelle, die sich optisch an die Jawa 250/350 anlehnen, werden direkt gegen die Maschinen von Royal Enfield positioniert. Befeuert werden die neuen Jawas von einem ebenfalls neu entwickelten Einzylinder-Viertakter, der zwar aussieht wie ein luftgekühlter Motor, faktisch aber auf Flüssigkeitskühlung setzt. Der 293 cm³ große Single mit zwei obenliegenden Nockenwellen wird von einer Einspritzanlage gefüttert und soll 27 PS und 28 Nm abgeben. Auffällig sind die beiden Abgaskrümmer am Einzylinder. Geschaltet wird per Sechsgang-Getriebe. Entwickelt wurde der Einzylinder in Kooperation zwischen dem Mahindra-Entwicklungszentrum im indischen Pune sowie dem Technik-Center im italienischen Varese.

Beim Fahrwerk setzen die Inder auf einen klassischen Doppelschleifenrahmen. Vorne sitzt ein 18 Zoll großes Drahtspeichenrad, das mit einem 90/90er Pneu bestückt ist. Die 17 Zoll große Hinterradfelge trägt einen 120/80er Reifen. Die Telegabel macht optich auf Retro, hinten arbeiten zwei Federbeine. Ins Retrobild passt auch die Bremsanlage: Vorne verzögert eine einzelne 280er-Scheibe, hinten unterstützt eine 153er-Trommelbremse – aber in Kombination mit ABS.

Neue Jawas ab umgerechnet 1.900 Euro

Die Sitzhöhe wird mit 765 mm angegeben, der Radstand mit 1.369 mm. Beim Leergewicht sollen 170 Kilogramm auf der Waage stehen, der teilverchromte Tank fasst 14 Liter. Angeboten wird die neue Jawa in einer Basis-Version und als Jawa Forty Two, die sich lediglich in Details und der Farbgebung unterscheiden, wobei beide mit dem barocken Formen und den großen Blechkotflügeln klar auf ein Retro-Design setzen. Zu haben sind die neuen Jawa-Modelle in Indien zu Preisen von umgerechnet 1.900 und 2.000 Euro.

Jawa-Modelle brummen

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Die Jawa Perak kommt im Bobber-Stil mit vergrößertem Einzylinder.

Neben den beiden Schwestermodellen mit dem 300er Single hat Jawa auch noch die Perak im Bobber-Style gezeigt. Die setzt auf einen auf 334 cm³ vergrößerten Einzylinder mit rund 30 PS. Die soll erst später antreten und umgerechnet rund 2.500 Euro kosten.

Und das Mahindra-Jawa-Konzept scheint aufzugehen. Wie Mahindra meldete, war die gesamte Produktion bis November 2019 ausverkauft. Jetzt wird schon überlegt, die neue Jawa-Modelle auch auf anderen Märkten anzubieten. Man könnte sich derzeit einen jahresabsatz von 90.000 Modellen vorstellen. Für den Vertrieb auf anderen Märkten stünden dann aber Verhandlungen über weiterreichende Rechte mit Jawa in Tschechien an. Gleichzeitig musste Wettbewerber Royal Enfield auf dem Heimatmarkt im Dezember 2018 erstmals seit Jahren rückläufige Verkäufe hinnehmen. Zudem scheint Mahindra mit dem Jawa-Erfolg die Wiederbelebung der Marke BSA vorerst zurückzustellen.

Jawas aus Tschechien

Die tschechische Kernmarke Jawa selbst bietet aktuell eine 350er sowie eine 660er in verschiedenen Varianten an. Der 660er-Motor stammt ursprünglich von Yamaha. Der 350er kommt vom chinesischen Hersteller Shineray und basiert auf einem Honda-Aggregat.

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