Elektrischer Board Tracker: GDesign Elettracker

Elettracker von GDesign Historischer V-Twin gefüllt mit Akkuzellen

Sowohl in die Vergangenheit als auch in die Zukunft schaute Giacomo Galbiati, als er den Elettracker aufbaute: 100 Jahre altes Erscheinungsbild mit elektrischem Antrieb.

GDesign Elettracker GDesign/Mattia Negrini
GDesign Elettracker
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GDesign Elettracker 13 Bilder

Giacomo Galbiati ist Designer, seine Firma heißt GDesign. Zuhause ist Giacomo im Norden Italiens, am Comer See. Naheliegend sind dort Projekte rund um die ebenfalls dort beheimatete Marke Moto Guzzi. Doch mit seinem Elettracker hat Giacomo sich in vielerlei Hinsicht "freigeschwommen". Als Basis nahm er hierfür gar kein Motorrad, sondern ein Fahrrad. Am einfachen Rahmen und an den immer noch vorhandenen Pedalen ist das zu erkennen. Wobei es sich nicht um ein Standard-Fahrrad, sondern um ein "hippes Cruiser-Bike" handelte. Damit hatte Giacomo die bestmöglichen Voraussetzungen für seine Vision von einem klassischen Board Tracker im Stil wie vor 100 Jahren, damals von Indian oder von Harley-Davidson.

Fast 90 km/h – ohne Pedalunterstützung

2,5 Kilowatt Nennleistung hat der Elektromotor von Bikee im Spezialgehäuse von Mantova, und die beiden in klassischem V-Twin-Layout mitsamt Kühlrippen angeordneten Akku-Packs liefern 72 Volt. Das reicht laut Giacomo für fast 90 km/h Höchstgeschwindigkeit. Mit etwas Anlauf zwar und nur unter ideal ebenen Bedingungen, aber ohne Pedalunterstützung. Mit bis zu 40 Kilometern Reichweite sind die Akkus für dieses Konzept ausreichend dimensioniert. Denn weder der braune, harte Ledersattel noch das Rahmenheck sind gefedert. Das Heck ist also komplett starr. Vorn federt immerhin die ansehnliche Springergabel. Gedämpft wird mit Korkscheiben, und die Dämpfung ist im Handumdrehen einstellbar.

Scheibenbremsen und Lenkungsdämpfer

Sogar ein Lenkungsdämpfer ist zusätzlich montiert worden, was auf den ersten Blick übertrieben erscheint, aber bei fast 90 km/h Topspeed mit dem Hardtail dann vielleicht doch ganz gut ist. Bei den Scheibenbremsen vorn und hinten handelt es sich indes um Fahrradteile. Verglichen mit den damaligen Motorradbremsen der Board Tracker, sofern überhaupt welche vorhanden waren, funktionieren die um ein Vielfaches besser. Zumal das Gesamtgewicht des Elettracker knapp unter 50 Kilogramm bleibt.

Motorsport

Weitgehend kaschierte Elektronik

Schmal und weiß bereift sind die von Hand eingespeichten 26-Zoll-Räder. Der nach unten gedrehte Lenker ist mit braunem Leder bezogen und mit außen angeschlagenen Handhebeln von Kustom Tech bestückt – wie bei den historischen Originalen. Tatsächlich ist der rechte Griff als drehbares Potenziometer für den Elektromotor angelegt, also als "Gasgriff". Die meisten Kabel und Strippen sind sauber innerhalb der Lenker- und Rahmenrohre verlegt. Nicht so gut ins Bild passt die Smartphone-Halterung, doch die gehört zur modernen Elektronik des Antriebs, mitsamt spezieller App und Bluetooth-Verbindung. Blue ist auch die Lackierung, ausgeführt von Arianna Crippa bei Lake Design, ebenfalls am Comer See.

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Ein kleines, wendiges Elektromopped macht bestimmt Spaß.
Gar keins.

Fazit

Wer hier nicht genau hinschaut, sieht einen historischen Board Tracker. Wie vor 100 Jahren. Doch das typische V besteht hier nicht aus zwei Zylindern, sondern aus zwei Akku-Packs. Für den elektrischen Antrieb.

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