KTM 1290 Super Duke R (2020) als Erlkönig erwischt

Naked Bike im frühen Stadium

Euro 5 lässt grüßen. Wenn die 1290 auch in Zukunft mit ihrem gewaltigen Druck punkten will, braucht es längere Krümmer und große Durchmesser.
Ganz neu, ganz anders: KTM rückt bei der 1290 Super Duke R vom direkt angelenkten Federbein ab und setzt in Zukunft auf Umlenkung. Und auf eine Klappensteuerung.Das Rahmenheck ist wie bei der neuen 790er-Duke nun ein Gussteil statt des Rohrverbunds.Natürlich dürfen bei einer neuen Super Duke R auch scharfe Kanten nicht fehlen.Bei Form und Größe des Kühlers experimentiert KTM noch.
7 Bilder

Biker, wie die Zeit vergeht! Viereinhalb Jahre ist es her, seit KTM das Über-Naked-Bike präsentierte – und KTM werkelt schon mit Hochdruck an der Nachfolgerin, wie erste Erlkönig-Fotos der neuen KTM 1290 Super Duke R belegen.

Der erste Blick legte ein Facelift nahe, Kleinigkeiten, was man halt so macht. Die Kante bekam noch mehr Kanten. Aber das kennen wir ja. Dennoch hielt der Fotograf tapfer drauf. Aus Gewohnheit, und obwohl er durchaus wusste, dass die große KTM 1290 Super Duke R mit dem mächtigen V2 gerade erst renoviert worden war und bereits seit dem Jahrgang 2017 die neue, typische Lampenmaske trägt.

Anzeige

Mehr als nur ein Facelift

Der zweite, intensivere Blick auf die so entstandenen Bilder ­jedoch zeigte: Nein, das ist kein Facelift, eindeutig kein kleines technisches Update. Im Gegenteil: Auch wenn es nicht so aussieht, hier war zweifellos schon die nächste Generation der KTM 1290 Super Duke R direkt vor das lange Objektiv gebollert. In einem frühen Stadium zwar, so viel ist klar, und ohne den Anspruch des letzten formalen Feinschliffs. Aber mit einem Füllhorn entscheidender technischer Änderungen, angesichts derer man mit Fug und Recht von einem neuen Motorrad sprechen kann.

Foto: bmh-images
Euro 5 lässt grüßen. Wenn die 1290 auch in Zukunft mit ihrem gewaltigen Druck punkten will, braucht es längere Krümmer und große Durchmesser.
Euro 5 lässt grüßen. Wenn die 1290 auch in Zukunft mit ihrem gewaltigen Druck punkten will, braucht es längere Krümmer und große Durchmesser.

Aber der Reihe nach. Der auf den ersten Blick signifikanteste Unterschied bei der neuen KTM 1290 Super Duke R ist die Opulenz der Krümmer und deren Führung. Ein Mords-Rohr mäandert da im kühnen Schwung auf der rechten Motorseite, schmiegt sich dann an Krümmer Nummer zwo, bevor die beiden dicken Rohre einmal um den Motorblock kurven, um auf der linken Fahrzeugseite in den gemeinsamen Vorschalldämpfer zu münden. „Euro 5 – ick hör dir trapsen“, würde der Berliner sagen und hätte wohl recht. Auf Leistungssuche war KTM bei der Überarbeitung des V2 ziemlich sicher erst in zweiter Linie, während die deutlich strengeren Abgaswerte (ab 2020) bei den mächtigen V2 nicht nur KTM doch einiges Kopfzerbrechen bereiten. Und wenn man schon dabei ist und sich die vorhandene Architektur aufgrund geänderter Platzverhältnisse ohnehin neu überdenken muss – ja, dann kann man auch gleich Nägel mit Köpfen machen.

Euro5 kommt 2020

Im Fall der neuen KTM 1290 Super Duke R bedeutet das nichts weniger als einen fahrwerksseitigen Paradigmenwechsel. Adieu direkt angelenktes Federbein, willkommen Umlenkung – was sich weitaus signifikanter ins Bewusstsein des Fahrers drängen dürfte als abstrakte Abgaswerte. Natürlich geht eine solche Änderung nicht ohne neuen Rahmen und neue Motoraufnahmen. In erkennbar spitzerem Winkel finden Ober- und Unterrohr des Gitterrohrverbunds zueinander, während das Rahmenheck nun wie bei der kleinen Schwester 790 Duke aus einem Gussteil besteht. Darunter führt eine zwangsläufig ebenfalls neue Schwinge das mächtige Hinterrad, sodass zumindest bei diesem Prototyp einzig Gabel und Bremsanlage die Radikalkur unverändert überstehen. Aber auch das ist nicht in Stein gemeißelt. Bis 2020 ist ja noch ein wenig hin.

Artikel teilen

Anzeige
Anzeige

Aktuelle Gebrauchtangebote