4 Leser testen stärkste Reiseenduro: Leser-Experience KTM 1390 Super Adventure S EVO

Leser-Experience KTM 1390 Super Adventure S Evo
4 Leser testen die stärkste Reiseenduro

ArtikeldatumVeröffentlicht am 16.01.2026
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Stefan Köstenbauer fühlt sich "wie ein Kind vorm Christbaum". Der 37-jährige Österreicher ist ausgewählt, ja auserwählt: Er darf auf Einladung von KTM den neuesten Technologieträger aus Mattighofen fahren – genau wie die deutschen MOTORRAD-Leser Ludwig Stumm, 32, und Michael Frank, 29, sowie Oliver Giovanni Manchia, 59, aus der Schweiz. Alles gestandene Motorrad-Persönlichkeiten, begleitet vom Rallye-erprobten Fotografen Andreas "Andy" Balaz.

Erstkontakt mit der KTM 1390 Super Adventure S Evo

Nun, Experience heißt Erfahrung. Und Erfahrung kommt ja von Fahren. Passt perfekt zur Leser-Experience. KTM lud zum Erstkontakt mit der KTM 1390 Super Adventure S Evo. Testfahrer zu sein für zwei Tage ist ein gutes Gefühl. Marcel Stehbeck, 29, Teamleiter Marketing für Deutschland, Österreich und die Schweiz bei KTM, ist begeistert: "Wir haben mit 500, 600 Bewerbern gerechnet. Es wurden aber 5.000, sagenhaft."

KTM ist zurück!

Die Intention: "Mit einem europäischen Premium-Produkt ganz früh ganz nah an potenzielle Kunden herangehen, rausfinden, wie sie ticken und fühlen." Ein interessantes Konzept. Denn die 1390 S Evo ist mehr als eine neue Maschine. Sie ist ein Statement: KTM ist zurück! "Ein fesches Motorradl", findet Stefan, Eigner einer Super Duke 1290 R, bereits beim Anschauen. In Stefans Adern fließt orangefarbenes Blut: "Ich bin KTM-Fan durch und durch."

Einstellbarer Fahrersitz

Zunächst muss Marcel den Technologieträger ein wenig erklären. Da geht es um die Menüführung des Acht-Zoll-TFT-Touchdisplays (Ludwig: "Das ist ja schon fast ein Tablet") inklusive Offline-Kartennavigation. Oder um den einstellbaren Fahrersitz mit hochwertigem, magnetisch befestigtem Bordwerkzeug darunter. Und dann ist da natürlich noch das technologische Aushängeschild des 1350er V-Zwos: sein automatisiertes Schaltgetriebe AMT, exklusiv in der Evo-Version.

Leser-Experience – was ist das?MOTORRAD schickt gemeinsam mit einem Motorradhersteller eine kleine Gruppe Leserinnen und Leser auf ein exklusives Testabenteuer. Diesmal fiel die Wahl auf KTM und Andalusien als Bühne. Aus rund 5.000 Bewerbungen gewählt, hatten vier Glückliche die Chance, zwei Tage lang die KTM 1390 Super Adventure S Evo AMT auf geführter Tour zu erleben – inklusive Flug, Unterkunft, Verpflegung und spanischem Lebensgefühl.

Mehr Schaltkomfort kaum denkbar

Kann ein Motorrad mehr Schaltkomfort bieten? Kaum denkbar: Man kann einen der drei Automatik-Modi schalten lassen – per Fliehkraftkupplung und E-Motor, der die Schaltwalze steuert. Oder man schaltet im manuellen Modus selbst, per Tipp-Tastern an der linken Lenkerarmatur, mit Daumen hoch, mit Zeigefinger runter. Oder über den Schalthebel. Er dient als Sensor und funktioniert ähnlich einem konventionellen Blipper, wobei der Leerlauf hier ganz unten liegt, der erste Gang darüber.

Selbst im Automatik-Modus kann man ganz nach Gusto mit linker Hand oder linkem Fuß eingreifen situativ Schaltbefehle erteilen. So viele Möglichkeiten und kein Kupplungshebel – "da fehlt doch was", scherzt einer aus der Runde.

Doch kaum brabbelt das Urvieh von 75-Grad-V2 mit 91 dB(A) Standgeräusch dezent vor sich hin, sind alle Bedenken im Nu, ach was: im Handstreich weggewischt.

Lammfromm, regelrecht "unabwürgbar"

Der megapotente Antrieb gibt sich lammfromm, regelrecht "unabwürgbar" (Marcel). Stimmt. Einfach nur Gas geben und bei 1900 Umdrehungen kommt es ganz sanft zum Kraftschluss im Maschinenraum. Oliver, "Enduro-Fahrer durch und durch" mit BMW F 800 GS und R 1200 GS, findet "Anfahren total easy". Ludwig, der sonst KTM 640 LC4 fährt, ist rundweg begeistert: "Das fühlt sich direkt gut an, dabei fuhr ich noch nie ein Motorrad ohne Kupplungshebel, bloß einen Roller."

Selbst Wenden am Lenkanschlag funktioniert klasse, überhaupt nicht kippelig. Dieses mächtige Motorrad ist bestens beherrschbar vom ersten Meter an.

Die Stimmung ist top! Nur Petrus zürnt, schickt hohe Wellen voller Gischt übers gar nicht lammfromme Mittelmeer. Wer erwartet im Süden Spaniens schon klamme neun Grad und Nebel? Da sind die optionalen Heizgriffe willkommen.

Schlechte Bedingungen sind gute Bedingungen, um ein Motorrad zu testen

Schlechte Bedingungen sind gute Bedingungen, um ein Motorrad zu testen … Als die Dunlop Trailmax Meridian endlich auf Temperatur kommen, künden sie drohenden Haftungsverlust auf ziemlich wenig Grip bietenden Straßen zwar gutmütig früh an. Trotzdem dürfte die Rückmeldung generell gern etwas größer sein.

Michael ist beim ersten Café-con-leche-Stopp begeistert: "Diese Power macht riesig Spaß. Wie das abgeht im Sport-Modus oben heraus, einfach der Wahnsinn!"

Der Bayer fährt daheim eine R 1150 GS als Komplettumbau. Er meint: "Wenn die variable Ventilsteuerung die Einlassnocke mit dem scharfen Profil einlegt, ändert der Twin Tonlage und Charakter, schaltet von mild auf wild. Das fühlt sich an, als wenn man plötzlich einen anderen Motor hätte."

Radargestützte zickzackförmige Kolonnenfahrt

Auch der Abstandstempomat mit Bremsassistent gefällt "Michl". Dieser regelt selbsttätig den gewünschten Abstand zum Vordermann, schön fein justierbar, inklusive Kollisionswarnung. Und erkennt radargestützt sogar zickzackförmige Kolonnenfahrt zum Vordermann. "Das regelt top!" Ist eben ein echtes Kopf-freifahr-Motorrad, die Super Adventure,"ein Wohlfühl-Paket mit allem Pipapo" (Michl).

Oliver findet, "es war noch nie so leicht, ein neues Motorrad so rasch so gut zu fahren, so schnell mit moderner Technik intuitiv vertraut zu sein". KTM ist für ihn eine Marke, "die mir immer ein Lächeln ins Gesicht zaubert". Passend dazu haben die andalusischen Straßenbauer die Hügel hier mit Kurven ohne Ende überzogen. Toll!

Herrlich handlich gibt sich die V2-Wuchtbrumme im Kurven-Eldorado, kurvt spielerisch um auf den Asphalt gespültes Geröll herum, fährt auf den Punkt. Gegenüber dem Vorgänger ist der Lenker um drei Zentimeter verbreitert, der leicht verstellbare Windschild größer. Michl meint: "Die KTM vermittelt viel Vertrauen und absolute Geborgenheit, reagiert ultra-direkt auf Lenkimpulse, ohne nervös zu werden."

Semiaktives Fahrwerk mit Anti-dive-Funktion

Alles glatt bügelt das semiaktive Fahrwerk mit anwählbarer Anti-dive-Funktion beim Anbremsen. KTM hat schließlich Enduro-Erfahrung. Einzigartig einfach schüttelt die neue AMT-Technik Runterschalten im Wortsinne aus dem Ärmel, per "Overclosing": Fliegt die nächste Kurve heran, reicht ein Zucken im Handgelenk, und die Elektronik schaltet einen Gang herunter: Einfach den Gasgriff über die Nullstellung hinaus schließen – also die sowieso ausgeführte Bewegung über einen kleinen Widerstand hinaus minimal weiterführen.

Geht auch zwei-, dreimal hintereinander, dann schaltet die 1390er ultraschnell zwei oder drei Gänge runter. Genial einfach, einfach genial. Das macht Laune! So wirkt die Super Adventure als ein System, bei dem das Ganze mehr ist als die Summe seiner Teile. Bis zu gewaltigen 173 PS und heftigen 145 Newtonmeter stemmen die zwei fetten 105er-Kolben auf die Kurbelwelle. Rase-Enduro? Nein, extrem vielseitige und potente Reise-Enduro …

El Torcal de Antequera – schönstes Karstgebirge in ganz Europa

Wir passieren knorrige Korkeichen und Tausende Olivenbäume, duftende Pfeffer- und Eukalyptusbäume, schrauben uns auf über 1.000 Meter Höhe empor, durchqueren weiß getünchte Dörfer. Dort, wo es tricky wird, in Kreisverkehren mit deutschen und englischen Rentnern in ihren Leihwagen, fährt es sich am besten im Automatik-Modus "Comfort": Menschen, die schon mit dem Motorrad auf anderen Kontinenten waren, es wirklich können, verzichten aufs Schalten, sind komplett neu konditioniert.

Pech: "El Torcal de Antequera" gilt als schönstes Karstgebirge in ganz Europa. Aber die verrückten Felsformationen aus verwittertem Kalkstein versinken heute in trübem Nebel. Schade. Trösten wir uns damit, dass KTM die Intervalle für den Check des Ventilspiels verdoppelt hat, von 30.000 auf immense 60.000 Kilometer. Eine der vielen vertrauensbildenden Maßnahmen.

Über uns kreisen Geier, während wir uns rund um Ronda schwindlig fahren, um nach dem Kurvenrausch die malerische Altstadt zu Fuß zu erkunden. Wir "verriegeln" die Getriebe, legen also die Parkposition ein. An den Fundamenten der berühmten Brücke von Ronda tauschen wir Motorrad- gegen Bau-Helme. Sieben Männer, die nach so kurzer Zeit zu einer tollen Truppe zusammengewachsen sind. Diese Erfahrung, die spannenden AMT-lichen Erlebnisse und Erinnerungen, die nehmen wir für immer mit. Danke, KTM.

Fazit