The Green Falcon by Banatti (2018)

Elektro-Prototyp aus Bambus

Der Prototyp stammt vom philippinischen Unternehmen Meep.
Viele Bauteile der Der Prototyp stammt vom philippinischen Unternehmen Meep.Beim Antrieb entschieden sich die Macher für einen Elektro-Motor.Der primäre Einsatz des Bambus-Motorrads ist für den Betrieb in der Stadt vorgesehen.
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Ein Motorrad, das teilweise aus Bambus besteht? Richtig gehört. Mit dem "The Green Falcon" von Banatti wurde auf den Philippinen ein solcher Elektro-Prototyp vorgestellt, der aus dem ungewöhnlichen Material gefertigt wurde.

Dieses ungewöhnliche Gefährt stammt vom philippinischen Unternehmen Meep (Modular Energy Efficient Portage) und deren Submarke Banatti. Für die Entwicklung und das Design der sogenannten "The Green Falcon" ist Firmen-CEO Christopher Paris Lacson verantwortlich. Das Besondere an der Falcon ist augenscheinlich die Verkleidung, die aus Bambus gefertigt wurde. Die Sitzgelegenheit besteht aus Leder. Die aus Bambus angefertigten Bauteile sollen insgesamt ca. 7 Kilogramm auf die Waage bringen. Bei der Optik hat sich Lacson an den Cafe Racern aus den 60er-Jahren orientiert.

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Reichweite noch ausbaufähig

Wenig überraschend hat sich der Macher bei der Motorisierung für einen Elektro-Antrieb entschieden. Auch zu einigen technischen Eckdaten des Antriebs hat sich Christopher Paris Lacson geäußert. Der Motor soll dabei eigentlich eine Höchstgeschwindkeit von 110 km/h errreichen.

Foto: Christopher Paris Lacson
Die Bauteile, die aus Bambus gefertigt wurden, sollen knapp sieben Kilogramm auf die Waage bringen.
Die Bauteile, die aus Bambus gefertigt wurden, sollen knapp sieben Kilogramm auf die Waage bringen.

Die Entwickler haben sich nach eigenen Aussagen aus ökonomischen Gründen für eine Drosselung auf maximal 60 km/h entschieden. Zum einen seien dadurch deutlich günstigere und weniger performante Verschleißteile notwendig. Außerdem gibt es in philippinischen Städten ein Geschwindigkeitslimit von 60 km/h. Last but not least dauere es zu lang, bis der Motor die Endgeschwindigkeit von 110 km/h stemmen könne. Im Gegenzug soll eine Reichweite zwischen 50 und 60 Kilometer herausspringen. Beim Akku greift das Unternehmen auf eine 48-Volt-Lithium-Ionen-Batterie zurück, die sich in drei bis vier Stunden aufladen lassen soll. Zu anderen Eckdaten wie den Bremsen oder dem Gesamtgewicht äußerte sich Lacson dagegen nicht, was bei einem Prototypen allerdings auch nicht großartig verwundert.

Gebaut für die Umwelt

Der eine oder andere könnte sich nun fragen, wieso Meep ausgerechnet auf Bambus als Baumaterial zurückgreift. Die Antwort liefert der CEO des Unternehmens. Laut Christopher Paris Lacson möchte die philippinische Regierung in den kommenden drei Jahren insgesamt 1 Millionen Hektar Bambus anpflanzen. Bis 2020 möchte das Unternehmen Wege ermitteln, um aus Bambus ein äußerst stabiles und widerstandsfähiges Material zu entwickeln. Als Verbundmaterial soll Bambus die Festigkeit von Stahl erreichen können.

Die "Green Falcon" ist eines der ersten Bambus-Projekte, das von Meep umgesetzt wurde. Auf der Manila Fame Show im vergangenen Oktober trat das Bambus-Motorrad im sogenannten "Bamboo Extreme Program" gegen andere innovative und aus Bambus gefertigte Entwicklungen an und feierte dort auch seine Premiere. Bei der Entwicklung des "grünen Falken" ging es nach eigenen Aussagen zudem eher um das Erforschen neuer und urbaner Transportmittel, die mit lokalen und zukunftsorientierten Ressourcen aufgebaut wurden. Ob solch ein Bike jemals produziert wird, steht somit in den Sternen.

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