Yamaha Ténéré 700 auf der EICMA

Adventure Bike mit 75-PS-Twin

Auf der Straße und im Gelände soll die neue Yamaha Ténéré 700 eine ausgesprochen gute Figur machen.Ist die neue Ténéré eine radikale Zweizylinder-Sportenduro oder eine Mittelklasse-Reisemaschine?Yamaha hat wahrscheinlich ziemlich genau die Mitte getroffen.Das Cockpit erinnert bewusst an die aktuellen Rallye-Maschinen von Yamaha. Navi, Roadbook oder Smartphone sollen auch noch Platz finden.
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Auf der EICMA 2018 wird sie endlich präsentiert, die neue Yamaha Ténéré 700. Wird auch Zeit, denn seit die Studie T7 vor zwei Jahren in Mailand präsentiert wurde, läuft uns das Wasser im Mund zusammen.

1976 wurde die XT 500 vorgestellt, die dann 14 erfolgreiche Jahre lang produziert wurde. 1983 folgte die XT 600 Z – wie die 500er ein Einzylinder. Ende der 1989er-Jahre wurde die Ténéré-Baureihe um den Zweizylinder XTZ 750 Super Ténéré erweitert, die bis 1997 produziert wurde, Anfang der 90er-Jahre kam die XTZ 660 Ténéré dazu. Die seit 2008 produzierte XT 660 Z Ténéré mit dem flüssigkeitsgekühlten Einzylinder verabschiedete sich zum Modelljahr 2016 aus dem Yamaha-Portfolio.

Auf der EICMA 2018 wird sie endlich präsentiert, die neue Yamaha Ténéré 700. Wird auch Zeit, denn seit die Studie T7 vor zwei Jahren in Mailand präsentiert wurde, läuft uns das Wasser im Mund zusammen.

Markstart und voraussichtlicher Preis

Und jetzt, im Herbst 2018 ist es nun endlich so weit: Die Nachfolgerin Yamaha Ténéré 700 steht in den Startlöchern für die Serienproduktion. Anfang der zweiten Jahreshälfte 2019 soll sie zu den Händlern rollen. Und zwar in den Farben Ceramic Ice, Competition White und Power Black. Zum Preis gab Yamaha noch keine Info raus, wir gehen aber von einer Summe zwischen 10.000 und 11.500 Euro aus.

Motor und Leistung

Für die Leistung sorgt der 689 cm³ große Reihentwin aus der MT-07. Wie im Naked Bike soll der Crossplane-Motor sein maximales Drehmoment bei 6.500/min bereitstellen. Deshalb gehen wir davon aus, dass sich die Leistungsdaten der Ténéré 700 mit denen der MT-07 decken: 75 PS und 68 Nm maximales Drehmoment bei 6.500/min.

Im Video: Fahrbericht des Prototypen der Yamaha Ténéré 700

Yamaha T7: das puristische Reiseenduro Prototyp auf MT-07 Basis mit extrem sportlicher Auslegung

Rahmen und Gewicht

Ganz neu entwickelt wurde für die Yamaha Ténéré 700 der Doppelschleifen-Stahlrohrrahmen, der besonders leicht sein soll. Zum Gewicht des neuen Adventure Bikes hat Yamaha allerdings noch keine konkreten Zahlen kommuniziert. Der Prototyp, den wir 2017 Probe fahren durften, wog 185 Kilo. Wir schätzen aber, dass die Serienmaschine irgendwo zwischen 210 und 220 Kilo zusammenbringen wird.

Foto: Jörg Künstle
Auf der EICMA stehen Ténéré 700 und der Prototyp T7 nebeneinander auf dem Yamaha-Stand.
Auf der EICMA stehen Ténéré 700 und der Prototyp T7 nebeneinander auf dem Yamaha-Stand.

Fahrwerk und Räder

Die 43 Millimeter starke Telegabel der Yamaha Ténéré 700 bietet einen Federweg von 210 Millimeter, hinten sind es 200 Millimeter. Die Rally-erprobte Federung mit Umlenkhebel soll für Kontrolle und Komfort sorgen, die Alu-Schwinge für geringes Gewicht auf Seiten der ungefederten Massen. Die Vorspannungseinstellungen kann der Pilot während der Fahrt per Ferneinstellung feinjustieren.

21 Zoll sind es vorn, 18 Zoll hinten – das unterstreicht die Geländeambitionen der neuen Yamaha Ténéré 700. Serienmäßig sind Pirelli Scorpion Rally STR aufgezogen.

Cockpit, Optik und Funktionalität

Ganz nah am Prototypen und an den Yamaha Rallye-Bikes liegt die neue Ténéré 700 mit ihren Frontscheinwerfern: vier LED-Scheinwerfer sorgen hier für klare Sichtverhältnisse, zusätzlich sind noch zwei LED-Positionsleuchten angebracht. Ebenfalls im Rallye-Look hält sich das Cockpit mit LC-Display, das unter anderem über den eingelegten Gang, Kraftstoffvorrat, Reichweite und Durchschnittsverbrauch informiert, während der konifizierte Lenker für eine entspannte Sitz- und auch Stehposition sorgen soll.

Die Sitzbank ist flach und bettet den Piloten auf 880 Millimeter Höhe. Die Bodenfreiheit gibt Yamaha mit 240 Millimeter an. Der Tank ist schön schmal, fasst 16 Liter und soll damit für über 350 Kilometer Reichweite sorgen. Das ABS ist für den Geländeeinsatz abschaltbar, Verkleidungsscheibe und Handprotektoren sind serienmäßig an Bord.

Zusätzlich bietet Yamaha jede Menge Original-Zubehör an, so dass jeder Interessierte sich seine ganz eigene Ténéré 700 konfigurieren kann.

Technische Daten

  • Reihen-Twin mit 689 cm³ Hubraum (der 4-Takt-CP2-Motor leistet in der MT-07 75 PS)
  • Bohrung x Hub: 80,0 x 68,6 mm
  • Verdichtung: 11,5:1
  • Leistung 73,4 PS (54 kW) bei 9.000/min
  • maximales Drehmoment: 68 Nm bei 6.500/min
  • Doppelrohrrahmen aus Stahl
  • einstellbare 43 mm Upside-Down-Gabel mit 210 mm Federweg
  • Schwinge mit Umlenkhebel und 200 mm Federweg
  • Ferneinstellung für das Federbein
  • 282 mm Bremsscheiben vorn, 245 mm Bremsscheibe hinten
  • abschaltbares ABS für Fahrten im Gelände
  • Speichenräder: 21-Zoll vorn, 18-Zoll hinten mit Enduro-Bereifung Pirelli Scorpion Rally STR
  • schlanker Langstrecken-Tank mit 16 Litern Fassungsvermögen
  • Reichweite: mindestens 350 km
  • kompakte Multifunktionsinstrumente im Rallyestil
  • vier LED-Scheinwerfer und zwei LED-Positionslichter vorne
  • Verkleidungsscheibe und Handprotektoren
  • konifizierter Lenker
  • Radstand: 1.590 mm
  • Bodenfreiheit: 240 mm
  • Sitzhöhe: 880 mm
  • Länge x Breite x Höhe: 2.365 mm x 915 mm x 1.455 mm

Yamaha T7 Konzept auf der EICMA 2016

Yamaha T7 - eine wilde, hochbeinige Studie, die auf der EICMA 2016 präsentiert wurde. Das Concept-Bike ähnelte mit Alutank, Vierfach-LED-Scheinwerfer und Karbonverkleidung in mancher Beziehung noch eher einer reinen Wettbewerbs- denn einer reisetauglichen Allzweck-Enduro.

Foto: Dentges
Fotograf Markus Jahn, Redakteur Markus Biebricher und Karlheinz Vetter, PR-Leiter bei Yamaha Deutschland (v. l. n. r.), der das Conceptbike Yamaha T7 betankt. Den Fahrbericht der weltexklusiven Testfahrt lest ihr in MOTORRAD 14, ab 23. Juni im Handel.
Fotograf Markus Jahn, Redakteur Markus Biebricher und Karlheinz Vetter, PR-Leiter bei Yamaha Deutschland (v. l. n. r.), der das Conceptbike Yamaha T7 betankt. Den Fahrbericht der weltexklusiven Testfahrt lest ihr in MOTORRAD 14, ab 23. Juni im Handel.

Vielleicht ganz gut so, denn die Yamaha T7 Konzept startete Anfang 2017 bei der Dakar-Rallye, allerdings außer Konkurrenz, stattdessen als Werbeträger für die Enduro Yamaha Ténéré 700 die zur Saison 2019 auf den Markt rollt.

Das Fahrwerk des in Europa für Yamaha entwickelten Rallye-Prototypen stammte mit Upside-down-Gabel mit 310 Millimetern Federweg und über ein Hebelsystem angelenktem Federbein auch weitgehend aus der Enduro WR 450.

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