Im Kontext des etwas erzwungenen Versuchs von BMW mit den G-Modellen in der 48-PS-Klasse Fuß zu fassen, ist die neue 450er-Klasse die Maximal-Version. Gerade die neue F 450 R wird bei Naked Bikes in dieser der Klasse Staub aufwirbeln. Denn mit 48 PS bei nur 175 Kilo, hochwertiger Ausstattung ab Werk und im BMW-Kontext günstigen Preis, wird es schwer, an ihr vorbeizukommen. MOTORRAD zeigt die Konkurrenz der neuen BMW F 450 R.
Steckbrief BMW F 450 R
Die neue BMW F 450 R basiert auf der bekannten F 450 GS. Der Twin mit 135-Grad-Hubzapfenversatz misst 420 Kubik, erzeigt 43 Nm bei 6.750/min und leistet 48 PS bei 8.750/min. Exakt 175 Kilo fahrfertig sind, wie auch die Leistung, exakt an der erlaubten A2-Grenze.
Schräglagen-sensible Systeme für ABS und Traktionskontrolle, 6,5-Zoll-TFT mit Connectivity, Heizgriffe, optionales Sportfahrwerk, Quickshifter und automatischer Kupplung ab Werk oder gegen Aufpreis sind in der Klasse einzigartig. Mit Preisen ab 6.490 Euro ein attraktives Grundpaket. Hergestellt wird die BMW in Indien.
Alternativen zur BMW F 450 R
Aprilia Tuono 457 – schick in Alu
Nicht nur wegen des Alphabets steht die Aprilia Tuono 457 hier direkt ganz oben. Der Twin der kleinen Tuono generiert aus 457 Kubik exakt 48 PS, also genau so viel Leistung wie die F 450 R. Allerdings trotz mehr Hubraum erst bei 9.400/min, während das Drehmoment von 43,5 Nm bei 6.700/min sogar etwas früher anliegt.
Komplett verdreht sind die Chassisbauweisen von Aprilia und BMW: Die F 450 R basiert auf Stahlrahmen und Aluschwinge, die Aprilia auf Alurahmen und Stahlschwinge. Trotzdem Beide Modelle bringen das Mindestgewicht von 175 Kilogramm bei 48 PS Leistung auf die Waage.
Technisch steht die Tuono etwas hinter der BMW F 450 R: ABS und Traktionskontrolle sind nicht schräglagen-sensibel, das TFT-Display misst 5-Zoll in der Diagonale und das Fahrwerk ist ab Werk nicht aufrüstbar. Ebenfalls fehlt der Tuono die Option der automatischen Kupplung.
Aprilia bietet die Tuono 457 im Modelljahr 2026 laut Liste ab 6.700 Euro an. Hergestellt wird die Tuono in Indien.
Honda CB 500 Hornet – sieht erwachsen aus
Ebenfalls ganz oben in der 48-PS-Klasse fährt die Honda CB 500 Hornet. Ihr Twin mit 471 Kubik leistet die maximal erlaubten 48 PS bei 8.500/min und erzeugt 43 Nm bei 6.500/min. Allerdings ist Leichtbau keine Stärke der Hornet, denn mit 191 Kilo fahrfertig wirkt sie schwer. Vorteil: Sie tritt recht erwachsen auf und wirkt deutlich größer als eine 500er.
Das Gewicht relativiert der rechte große Tank von 17,1 Liter nur teilweise. Ebenfalls gut 2 Kilo schlägt die serienmäßige E-Clutch-Kupplungsautomatik hinzu.
ABS und Traktionskontrolle sind nicht schräglagensensibel, dafür ist das TFT-Display mit Connectivity ausgestattet und zur Pfeil-Navigation fähig.
Der Preis startet ab 6.890 Euro. Hergestellt wird die CB 500 Hornet von Honda in Thailand.
Kawasaki Z 500 – leichter Feger
Zwar nur 45 PS stark, dafür aber auch 168 Kilo leicht: Die Kawasaki Z 500 SE. Ihr Twin mit 451 Kubik erzeugt 43 Nm bei 6.000/min und bringt 45 PS bei 9.000/min. Der Vorteil an 7 Kilo weniger Gewicht als BMW und Aprilia dürfte bei der Z 500 SE hauptsächlich durch Verzicht kommen. Zum einen an Baugröße, denn die Kawa wirkt zierlich. Zum anderen durch das Weglassen von Ausstattung. TFT, Connectivity, Anti-Hopping-Kupplung und ABS sind die wesentlichen Features an Bord der A2-Kawa.
Auf der Straße dürfte das hohe Drehmoment bei niedrigerem Gewicht für einige Sprint-Erlebnisse sorgen, während der Grundpreis von knackigen 6.445 Euro Aha-Erlebnisse bei allen hervorrufen könnte, die die Bikes der Klasse direkt vergleichen. Produziert wird die Kawasaki Z 500 SE in Thailand.
KTM 390 Duke – Bestseller mit Einzylinder
Im Kontext der A2-Naked-Bikes überrascht die KTM 390 Duke auf mehreren Ebenen. Zunächst über den Preis, denn sie kostet aktuell ab 5.399 Euro mit 4 Jahren Garantie. Ebenso mit dem Motor: der Einyzlinder misst 399 Kubik, erzeugt 39 Nm und leistet 45 PS, die nur 165 Kilo beschleunigen müssen. Die Gabel ist ab Werk schon einstellbar, ABS und Traktionskontrolle erkennen Schräglage und eine Launch-Control ist ebenfalls zu haben.
Durch ihre Optik, Preis und Image ist die 390 Duke seit Jahren ein Verkaufshit bei KTM. Hergestellt wird die KTM 390 Duke in Indien.












