Husqvarna Svartpilen 701 im Fahrbericht

Geht entspannter ums Eck

Husqvarna Svartpilen 701. Husqvarna Svartpilen 701. Husqvarna Svartpilen 701. Husqvarna Svartpilen 701. 12 Bilder

Nein, überraschend trat die Svartpilen 701 nicht auf die Bühne. Mit schöner Regelmäßigkeit stellte Husqvarna auf den letzten EICMAs „Concept Bikes“ der Pilen-Linie vor, die nur wenig später und nur wenig modifiziert als Serienmodell beim Händler standen. Genauso erwartbar: nur wenig später haben wir den aktuellsten Schwedenpfeil zur Erstbefahrung unterm Tester-Hintern.

Ganz in der Tradition der Modellfamilie gibt es auch beim Schwarzpfeil bis ins letzte durchdesignte Formensprache inklusive feiner Details und massenhaft Markenlogos. Neu ist die Modellpositionierung als leichter Scrambler. Oder eher Flat Tracker? Das weiß Husqvarna auch nicht so genau, zitiert aber freundlich in beiden Lagern. An der Front gibt es eine breite Lenkstange für den aufrechten Ritt, am Heck ein knackig (ab-)geschnittenes Ende samt Heckspoiler und Startnummertafel, an beidem leicht rustikalisierte MT60-Gummis von Pirelli.

Fahrverhalten deutlich entspannter

Eine Tourenschaukel ist auch der schwarze Pfeil nicht, das ist angesichts bisheriger Erfahrungen mit den Pilens keine Überraschung. Dafür ist der Lenker zu flach, das Fahrwerk zu straff, die Sitzbank zu dünn. Und der Motor zu brutal. Trotz aller Befriedungsmaßnahmen der letzten Jahre puncht auch die aktuelle Evolutionsstufe des 690er-Singles mit geradezu überfallartiger Macht nach vorne, allerdings erst ab ca. 5.000/min. Ist aber nicht so schlimm, weil er unter 3.500 Touren eh nur beleidigt rumbockt. Und weil das exakt schaltbare Getriebe samt gut funktionierendem Quickshifter die Vermeidung des Drehzahlsouterrains zu einer vergnüglichen Angelegenheit macht. So weit, so bekannt.

Husqvarna Svartpilen 701. Foto: Husqvarna
Die neue Husqvarna Svartpilen 701 ist ab sofort erhältlich. Kostenpunkt: 10.195 Euro.

Eine neue Geschmacksnuance im Pilen-Menü liefert aber das Fahrverhalten. Deutlich entspannter geht es nun ums Eck: Gut 160 Kilo Lebendgewicht und eine breite Segelstange lassen auch nichts anderes erwarten. Ein bißchen Arbeit muss man aber auch hier leisten. Das 18 Zoll-Vorderrad benötigt einen klaren Einlenkimpuls und möchte in Schräglage mit sanftem, aber bestimmten Druck auf Kurs gehalten werden. Und wer sich vom garstig anreißendem Motor zur vollen Attacke animieren lässt, sieht sich zudem in der Kurve mit einem lebhaften Heck und nach der Kurve mit einer leichten Front konfrontiert. Bei eingeschalteter Traktionskontrolle und wachem Geist ist das aber eher unterhaltsam als störend.

Apropos stören, eine Überraschung gibt es noch. Im Gegensatz zur Vitpilen ist der Kupplungshebel der Svartpilen nicht mehr nur für Kinderhände dimensioniert. Wer den schwarzen Pfeil abschießen möchte, kann bereits seinen Husqvarna-Dealer des Vertrauens konsultieren, er sollte allerdings 10.195 Euro dabei haben.

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