8 Motorradnavis & Co. im Test

Von A nach B über Schön

Garmin Zumo 390 LM, 449 Euro - Kauftipp in MOTORRAD 18/2015: Bis auf das magere Navigationsergebnis auf der kniffligen Teststrecke sammelte das ­angenehm kompakte und sehr bedienungsfreundliche Garmin Zumo 390 viele Sympathiepunkte – klasse Planungssoftware, robuste Hardware, fairer Preis.TomTom Rider 400 (Premium Pack), 449,95 Euro, Testsieger in MOTORRAD 18/2015: Beste Navigationsleistung, deshalb Testsieg. Der TomTom Rider 400 gefällt zudem mit Top-Ausstattung (Premium Pack), brillantem Touchscreen sowie einer zeitgemäßen Menüführung wie bei einem Smartphone. Funktioniert super auf dem Motorrad.Go Rider Excalibur XL: ab 249,99 Euro. Sehr viel Display für sehr 
wenig Geld, damit kann das Excalibur XL wirklich auf sich aufmerksam machen. Vor allem unterbietet das Kingsize-Navi sogar noch viele Restposten-Angebote von Auslaufmodellen. ­Allerdings muss das Gefühl fürs Handling gefallen. Deshalb nicht blind kaufen.Blaupunkt Moto Pilot 43, 249 Euro: Der Preis ist heiß. Vor allem, weil beim Blaupunkt Moto Pilot 43 auch ein lebenslanges Karten-Update inklusive ist. Bei Vorgänger-Modellen waren die Bedienung und das 
Handling mit der Halterung gewöhnungsbedürftig. Am besten einmal einen Vorführer testen.15 Bilder

Die Entwicklung und Optimierung motorradtauglicher Navigationsgeräte schreitet zügig voran. Doch kümmern sich die Hersteller tatsächlich um die echten Probleme aus der Praxis - oder überladen sie ihre Programme einfach nur mit immer abwegigeren Funktionen?

Diese Marktübersicht von Motorrad-Navigationssystemen und Touren-Apps beginnt mit einem Geständnis: Um schöne Touren für unsere Test- und Fotofahrten zu planen, nutzen wir immer noch Landkarten aus Papier - gern die orange Regional-Serie von Michelin im Maßstab 1:200.000.

Digitale Navigation ist allerdings unschlagbar, wenn man zügig eine Tankstelle finden oder am Ende einer Tagesetappe zur gebuchten Unterkunft gelangen möchte. Die echten Motorradnavis haben sich über die Jahre mächtig gemausert und ihre anfänglichen Probleme weitgehend gelöst.

Der Anforderung stabile Montage am Motorrad widmen die führenden Hersteller inzwischen die nötige Aufmerksamkeit.

Das Problem Wetterschutz kann man guten Gewissens als erledigt betrachten: Ein Motorradnavi muss ganz einfach den Elek­tronik-Standard IPX7 erfüllen: Schutz gegen zeitweiliges Untertauchen, damit absolviert man auch eine stundenlange Regenetappe.

Die Akkulaufzeiten sind mit rund fünf Stunden immer noch verhältnismäßig überschaubar. Deshalb das Navi einfach ans Bordnetz anschließen und sorgenfrei lostouren.

Auch beim digitalen Kartenmaterial muss man sich inzwischen kaum noch Sorgen machen. Im Anschaffungspreis ist meist eine (auf das Gerät bezogene!) lebenslange Update-Funktion inklusive.

Ganz groß im Fokus steht derzeit der Wunsch nach Kurven- und Bergstrecken. Die sollen sich bei der Tourenplanung nun automatisch besonders finden lassen. Ein solches Feature gibt mittlerweile jeder Hersteller seinem Navi mit auf den Weg.

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Smartphone-Apps für Motorrad-Touren

Wie lange Motorrad-Navigationsgeräte wohl noch ein Thema sind? App-Lösungen für Smartphones boomen! Zwar ist das Smartphone an sich noch nicht wirklich motorradtauglich, doch Software-Lösungen fürs Touren und Tracken gibt es zuhauf. Und wer nicht mehrere Hundert Euro in eine Extrakiste investieren möchte, dem reicht eventuell die kostenlose Basis- oder Testversion einer Motorrad-Touren-App. Probieren Sie es doch einfach mal aus!

Die App-Navigation ist noch extrem jung und extrem ­dynamisch. Gut ist, dass man bei allen Anbietern – anders als beim Neukauf  eines Endgeräts – kein finanzielles Risiko eingehen muss und mit kostenlosen Probe- oder Basisversionen erst mal in Ruhe ausprobieren kann. Und genau das sollte man tun! Wichtig ist, dass die Apps auf eine gute Sprachausgabe setzen. Denn das wirkliche Problem ist die solide Unterbringung des Smartphones am Motorrad – und das löst keine App!

Die schwierige Ablesbarkeit von spiegelnden Displays ist genauso ein Thema wie der mangelhafte Wetterschutz oder Geräte mordende Vibrationen – das war in der Frühzeit der klassischen Navis ein echtes Thema. Interessant sind vor allem die Apps, in denen sich Motorradfahrer untereinander vernetzen und ihre Kurvenhighlights verraten.

Motorrad-Navis als Restposten

Nicht alle Anbieter, die verheißungsvoll in die Motorradnavigation hineingesteuert sind, konnten erfolgreich auf Kurs bleiben. Meist lag es daran, dass man nicht wirklich die Bedürfnisse der Zielgruppe erfasst hat. E-Pfadfinder fürs Bike zu bauen, ist schon sehr speziell. Selbst renommierte Hersteller scheitern.

So konnte sich das Becker Mamba.4+ nicht durchsetzen, obwohl das Navi im letzten Vergleichstest (MOTORRAD 18/2015) durchweg gute Ergebnisse zeigte. Aber mit 479 Euro bewegte sich das Mamba im Umfeld der bestens etablierten Konkurrenz (Garmin, TomTom) – da wird es schwer, Kunden zu gewinnen.

Restbestände werden derzeit über Onlineshops ab rund 300 Euro angeboten. Digital-Versandhändler Pearl hat bei seiner Eigenmarke Navgear von Anfang an auf niedrige Preise gesetzt, das Tourmate N4 (im MOTORRAD-Test "befriedigend") war einst für schlanke 270 Euro zu bekommen. Inzwischen bewirbt der Versender das Gerät mit umfangreicher Zusatzausstattung (Software, diverse Halterungen) ab 179,90 Euro (Deutschland-Abdeckung, mit Europa-Kartenset 219,90 Euro).

Preisfüchse könnten jetzt also das ein oder andere Schnäppchen machen, sollten aber bedenken, dass nun auch die Entwicklung auf Eis liegt. Software- oder Karten-Updates sind dann nicht mehr selbstverständlich, was schließlich den Nutzen erheblich einschränken kann.

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