Motorrad Navis und Apps im Test

Navigationsgeräte für Motorradfahrer

Garmin Zumo 390 LM, 449 Euro - Kauftipp in MOTORRAD 18/2015: Bis auf das magere Navigationsergebnis auf der kniffligen Teststrecke sammelte das ­angenehm kompakte und sehr bedienungsfreundliche Garmin Zumo 390 viele Sympathiepunkte – klasse Planungssoftware, robuste Hardware, fairer Preis.TomTom Rider 400 (Premium Pack), 449,95 Euro, Testsieger in MOTORRAD 18/2015: Beste Navigationsleistung, deshalb Testsieg. Der TomTom Rider 400 gefällt zudem mit Top-Ausstattung (Premium Pack), brillantem Touchscreen sowie einer zeitgemäßen Menüführung wie bei einem Smartphone. Funktioniert super auf dem Motorrad.Go Rider Excalibur XL: ab 249,99 Euro. Sehr viel Display für sehr 
wenig Geld, damit kann das Excalibur XL wirklich auf sich aufmerksam machen. Vor allem unterbietet das Kingsize-Navi sogar noch viele Restposten-Angebote von Auslaufmodellen. ­Allerdings muss das Gefühl fürs Handling gefallen. Deshalb nicht blind kaufen.Blaupunkt Moto Pilot 43, 249 Euro: Der Preis ist heiß. Vor allem, weil beim Blaupunkt Moto Pilot 43 auch ein lebenslanges Karten-Update inklusive ist. Bei Vorgänger-Modellen waren die Bedienung und das 
Handling mit der Halterung gewöhnungsbedürftig. Am besten einmal einen Vorführer testen.
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Motorrad Navis werden immer besser. Auch Apps für die Navigation mit dem Motorrad werden immer beliebter. Wir haben uns umgesehen und zeigen die besten Navigationsgeräte für Motorradfahrer.

Diese Marktübersicht von Motorrad-Navigationssystemen und Touren-Apps beginnt mit einem Geständnis: Um schöne Touren für unsere Test- und Fotofahrten zu planen, nutzen wir immer noch Landkarten aus Papier - gern die orange Regional-Serie von Michelin im Maßstab 1:200.000. Digitale Navigation ist allerdings unschlagbar, wenn man zügig eine Tankstelle finden oder am Ende einer Tagesetappe zur gebuchten Unterkunft gelangen möchte. Die echten Motorradnavis haben sich über die Jahre mächtig gemausert und ihre anfänglichen Probleme weitgehend gelöst. Der Anforderung stabile Montage am Motorrad widmen die führenden Hersteller inzwischen die nötige Aufmerksamkeit.

Das Problem Wetterschutz kann man guten Gewissens als erledigt betrachten: Ein Motorradnavi muss ganz einfach den Elek­tronik-Standard IPX7 erfüllen: Schutz gegen zeitweiliges Untertauchen, damit absolviert man auch eine stundenlange Regenetappe. Die Akkulaufzeiten sind mit rund fünf Stunden immer noch verhältnismäßig überschaubar. Deshalb das Navi einfach ans Bordnetz anschließen und sorgenfrei lostouren. Auch beim digitalen Kartenmaterial muss man sich inzwischen kaum noch Sorgen machen. Im Anschaffungspreis ist meist eine (auf das Gerät bezogene!) lebenslange Update-Funktion inklusive. Ganz groß im Fokus steht derzeit der Wunsch nach Kurven- und Bergstrecken. Die sollen sich bei der Tourenplanung nun automatisch besonders finden lassen. Ein solches Feature gibt mittlerweile jeder Hersteller seinem Navi mit auf den Weg.

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Go Rider Excalibur XL (Navi)

Ein neuer Name unter den E-Pfadfindern? Nicht ganz. Die niederländische Firma ist schon seit etlichen Jahren mit einem 4,3-Zoll-Motorradnavi im Geschäft und will mit einem engagierten deutschen Vertriebspartner auch hierzulande durchstarten. Das kann interessant werden. Die Eckdaten zum neuen Go Rider Excalibur XL lesen sich jedenfalls sehr lecker. Zum Preis von attraktiven 249,95 Euro gibt es ein Gerät in der Fünf-Zoll-Klasse, damit fordert man schon einmal die ganz Großen (Garmin Zumo 596, BMW Navigator VI) heraus.

Foto: Go Rider
Go Rider Excalibur XL.
Go Rider Excalibur XL.

Trotz des scharf kalkulierten Preises ist nicht nur das inzwischen übliche lebenslange Karten-Update für Europa inklusive, wahlweise lassen sich auch Karten für den Einsatz in aller Welt gratis downloaden. Optional bietet Go ­Rider auch einen Reifensensoren-Kit zur Koppelung an (99,95 Euro). Die übrigen Features folgen den Standardanforderungen bei Motorradnavis: wasserdichtes Gehäuse nach IPX7-Standard, Halterung mit Bordstromversorgung, Bluetooth-Verbindung (Headset optional erhältlich).

Bezuginfos: www.acewell.de

MOTORRAD-Tipp: Sehr viel Display für sehr wenig Geld, damit kann das Go Rider Excalibur XL wirklich auf sich aufmerksam machen. Vor allem unterbietet das Kingsize-Navi sogar noch viele Restposten-Angebote von Auslaufmodellen. ­Allerdings muss das Gefühl fürs Handling gefallen. Deshalb nicht blind kaufen.

Blaupunkt Moto Pilot 43 (Navi)

Der Name hat Renommee, doch das Motorradnavi Blaupunkt Moto Pilot 43 (249 Euro) hat historisch betrachtet wenig mit den Gerätschaften zu tun, an deren Knöpfen wir in Papas Ascona oder Opas Passat rumgespielt haben. Nach der Blaupunkt-Insolvenz 2016 wird der Markenname nun als ­Lizenz genutzt. Entwickelt wurde das Navi bei Baros, die Jahre zuvor bereits ein Motorradgerät unter dem Namen A-rival vertrieben haben. Auf der Basis ist nun der aktuelle Moto Pilot 43 gereift. Das Display spielt in der gängigen 4,3-Zoll-Liga, lässt sich aber nur im Querformat nutzen.

Foto: Blaupunkt
Blaupunkt Moto Pilot 43.
Blaupunkt Moto Pilot 43.

Beim Kartenmaterial (43 Länder in Europa plus Russland) vertraut man auf TomTom-Daten, mit einer speziellen Planungssoftware sollen sich auch beim Blaupunkt Moto Pilot 43 besondere Präferenzen in Sachen Kurven und Berge ­setzen lassen. Drumherum bietet auch der Moto Pilot die typische Ausstattung wie Reality-View und Fahrspur­assistent und speziell für den Motorradeinsatz die Sprachansage für Helm-Headsets via Bluetooth oder die Lenkerhalterung mit Zwölf-Volt-Stromversorgung.

Bezuginfos: www.blaupunkt.com

MOTORRAD-Tipp: Der Preis ist heiß. Vor allem, weil beim Blaupunkt Moto Pilot 43 auch ein lebenslanges Karten-Update inklusive ist. Bei Vorgänger-Modellen waren die Bedienung und das Handling mit der Halterung gewöhnungsbedürftig. Am besten einmal einen Vorführer testen.

BMW Navigator VI / Connectivity (Navi)

Technisch betrachtet handelt es sich bei den bekannten BMW-Navigatoren um Garmin-Geräte, die für die Bayern-Bikes feingetunt wurden. Vorteil dieser direkten Vernetzung: Fahrzeugdaten wie z. B. Reifenfülldruck und Tankdaten werden direkt ins Gerät eingespeist und tauchen dann als großer Warnhinweis auf dem Display auf bzw. bieten gleich die passende Lösung an – wie z. B. die nächste Tankstelle im Umkreis. Aktuelles Spitzenprodukt: der BMW Navigator VI (ab 795 Euro), der in großen Teilen mit dem Garmin Zumo 595 LM identisch ist.

Foto: BMW
BMW Navigator VI/ Connectivity.
BMW Navigator VI/ Connectivity.

BMW Connectivity: In eine komplett andere Richtung geht es ab Modelljahr 2018 dagegen mit der neuen Ausstattung "Connectivity", bei der ein multifunktionales Instrument als Extraausstattung geordert werden kann – zunächst bei R 1200 GS und Adventure, andere Modelle sollen folgen. Mittels der Connected App lassen sich dann auf dem 6,5-Zoll-Display die bekannten Navi-Funktionen inklusive Tracking der gefahrenen Strecke oder POI-Routing nutzen, dies aber noch ausschließlich in Pfeildarstellung.

Bezuginfos: www.bmw-motorrad.de

MOTORRAD-Tipp: Wer bei seiner neuen BMW ohnehin ein Navi einplant, kann gleich ab Werk ordern. Der BMW Navigator VI ist etwas teurer als das vergleichbare Garmin-Gerät, dafür aber gleich fürs Motorrad passend verkabelt. Für echte Navi-Freaks bietet das Connectivity-Extra bislang noch zu wenig Funktion

Garmin Zumo 345/595 LM (Navi)

Die Pioniere der GPS-Navigation (1989 in Kansas/USA gegründet, 11.000 Mitarbeiter) haben ihre robusten Outdoor- und Marine-Geräte bereits frühzeitig auf den Motorradeinsatz abgestimmt. In der aktuellen Zweirad-Range gibt es neben dem Garmin Zumo 345 LM (499,99 Euro) und Garmin ­Zumo 395 LM (599,95 Euro, inklusive Kfz-Halterung) mit dem inzwischen üblichen 4,3-Zoll-
Display auch das XXL-Format: das Garmin Zumo 595 LM (749,99 Euro) mit üppigem Fünf-Zoll-Bildschirm – das ist Breitwand-Navigation im Panorama-Modus. Üblicherweise sind die Oberklasse-Hersteller inzwischen dazu übergegangen, dass ein lebenslanges Karten-Update im Anschaffungspreis mit enthalten ist. Je nach Zumo umfasst das die Regionen Zentral- oder Komplett-Europa

Foto: Garmin
Garmin Zumo 345/595 LM.
Garmin Zumo 345/595 LM.

Daneben versucht man auch bei Garmin, dem neuen Trend der Connectivity zu folgen. Was bedeutet, dass die Navis sich in der Regel mit dem Smartphone, einer Actioncam oder sogar Reifendruck-Kontrollsystemen verbinden lassen. Dazu ist Musikstreaming über MP3-Player (beim Garmin Zumo 595 LM sogar über Spotify) möglich, aber auch Wetter und Verkehrsinfos können eingeblendet werden. Unterm Strich also nette Extra-Spielereien. Wichtig aber ist vor allem, dass die eigentliche Funktion stimmt. In dieser Hinsicht haben die Geräte der 300er- und der 500er-Generation in unseren Tests bislang sehr gut überzeugen können: robuste Ram-Mount-Lenker­halterung, stabiles und wetterfestes Gehäuse, hohe Displaygüte, bedienerfreundliche Oberflächen. Mit dem Planungstool "Touren Routing" können bei der individuellen Reiseplanung Vorgaben wie bergige oder kurvige Strecken eingebunden werden.

­Bezuginfos: www.garmin.de

MOTORRAD-Tipp: Der Preis ist wirklich, wirklich heftig, aber dafür gibt es mit dem Garmin Zumo 595 LM eine Darstellung in Cinemascope. Wer das einmal lieb gewonnen hat, wird es nicht mehr missen wollen. Wer das nicht braucht: In der reinen Funktion muss man bei den 300ern keine Abstriche machen.

TomTom Rider 450 (Navi)

Mit dem neu entwickelten Rider 400 errang der Platzhirsch aus den Niederlanden (1991 gegründet, 4700 Mitarbeiter weltweit) im letzten MOTORRAD-Vergleichstest 2015 den Testsieg. Vor allem im Gerätedesign hat TomTom mit der ausgefeilten Drehgelenkhalterung einen entscheidenden Schritt voran gemacht. So lässt sich das Navi mit einem Handgriff im Hoch- oder Querformat einsetzen. Auf dieser Basis wurde nun der aktuelle Jahrgang weiter verfeinert. Grundsätzlich satteln alle Navis der 400er-Reihe auf einer gemeinsamen Geräteplattform auf, Unterschiede ergeben sich vor allem über die Installation verschiedener Funktionen. Highlight ist das vollausgestattete Rider 450, auf dem sich lebenslang (bezogen auf das Gerät!) Karten aus aller Welt installieren lassen.

Foto: TomTom
TomTom Rider 450.
TomTom Rider 450.

Wer will, kann sich auf 150 vorinstallierten Routen auf die Reise begeben und spezielle Motorrad-POIs (Treffpunkte, Museen, Biker-Hotels) anfahren. Wer seine Tour selbst planen will, kann dazu Präferenzen wie besonders kurvenreiche oder bergige Strecken definieren. Über die Traffic-Funktion lassen sich Verkehrsinfos in Echtzeit berücksichtigen, auch Radarwarnungen können auf Wunsch eingeblendet werden. Die Standard-Version des 450ers kostet 399 Euro, der Premium Pack u. a. mit Extra-Autohalterung 499 Euro. Die Einstiegsmodelle Rider 42 bzw. 420 gibt es ab 349 bzw. 399 Euro.

TomTom Vio (Navi)

Deutlich preiswerter geht es mit dem Roller-Navi Vio (169 Euro) ans Ziel. Navigiert wird hier mittels einer TomTom-Smart­phone-App, die Routendarstellung erfolgt dann per Bluetooth auf dem wetterfesten Vio-Display. Im Prinzip fehlt es nur noch an einer robusteren Halterung, um das kompakte Gerät auch motorradtauglich zu machen.

Foto: TomTom
TomTom Vio.
TomTom Vio.

Bezuginfos: www.tomtom.com

MOTORRAD-Tipp: Wer auf Autohalterung und Tasche verzichten kann, ist mit der bereits top ausgestatteten Standardversion des TomTom Rider 400 bes­tens beraten. Will man das Navi nur im urbanen Dschungel nutzen, reicht auch ein gut verschraubtes TomTom Vio – selbst auf dem Motorrad.

Calimoto (Smartphone-App)

Ganz frisch aus der Pipeline des begeisterten MOTORRAD-Lesers Sebastian Dambeck steht nun sein Motorrad-Navigator Calimoto zum Download bereit – bislang allerdings nur für Android-Smartphones, eine Version für iPhones soll in Kürze aber auch veröffentlicht werden. Die Touren-App gibt es als Gratisversion inklusive eines Bundeslands nach Wahl, für größere Touren muss das entsprechende Kartenmaterial dazugebucht werden und kostet: 17,99 Euro pro Land, 49,99 Euro pro Region (z. B. Alpenraum), 69,99 Euro Europa/alle Länder – alles aber ohne zeitliche Beschränkung.

Foto: Calimoto
Calimoto.
Calimoto.

Zum Planen reizvoller Motorradtouren setzt auch die Calimoto-App auf einen speziellen Kurvenalgorithmus, zudem sind interessante Strecken extra hinterlegt. Zusätzlich zur App können die Strecken auch in einem kostenlos nutzbaren Webportal vorge­plant werden. Auch hier gilt das Sharing-Prinzip: Motorradfahrer empfehlen Motorradfahrern die schönsten Strecken. Fürs anschließende Navigieren per App kann neben der Streckenansicht auch eine Sprachansage genutzt werden, sodass das Smartphone auch wetterfest in der Jackentasche verstaut werden kann.

Bezuginfos: www.calimoto.eu

Motocompano (Smartphone-App)

Wo finden Motorradfahrer die schönsten Strecken, und wie kann man sie am besten planen? Mit diesem Arbeitsauftrag machte sich das Stuttgarter Start-up-Unternehmen Geomeister an die Arbeit, einen Tourenplaner fürs Smartphone zu entwickeln. Noch recht frisch steht jetzt die App Motocompano zum Download für iOS und Android-Smartphones in den Onlinestores zum Download bereit. Als Basis-Paket kostenlos, mit speziellen Tourenfunktionen kostet die App 8,99 Euro. Über Präferenzen wie "guter Straßenbelag", "schöne Landschaft" oder "geringe Verkehrsdichte" werden die gewünschten Eckdaten per Regler definiert, um eine Strecke von A nach B oder eine Rundtour zu berechnen.

Foto: Motocompano
Motocompano.
Motocompano.

Die App setzt auch auf Interaktivität: Haben andere Nutzer eine Strecke mit hohem Spaßfaktor bewertet, kann Motocompano das bei der Planung einbinden. Per Home-Button geht’s ohne Umwege auf schnellstem Weg zurück in die heimische Garage. Wer sein Datenvolumen nicht unnötig strapazieren will, kann über In-App-Käufe auch eine Offline-Karte der gewünschten Region (ab 1,09 Euro) herunterladen. Sprachanweisungen sind in Planung, sollen in Kürze aber auch als Update verfügbar sein. Über ein entsprechendes Webportal kann man sich am PC oder übers Tablet in der Community vernetzen, Fotos von tollen Strecken teilen und schließlich die Streckenplanung in Angriff nehmen.

Bezuginfos: www.motocompano.com

Navigon Cruiser (Smartphone-App)

Gerätschaften unter dem Markennamen Navigon sind seit Langem bekannt, schließlich kniet sich die Würzburger Firma seit 1991 in die Straßennavigation hinein. Inzwischen ist Navigon ein Teil von Garmin, die bei mobilen Endgeräten fürs Motorrad bereits top aufgestellt sind. Interessant nun der Ansatz, mit dem eigenen ­Wissensschatz eine App-Lösung für Smartphone-affine Motorradfahrer zu entwickeln. ­Voilà, hier nun die Software-Applikation namens Navigon Cruiser, die es als Abo-Modell (3,99 Euro/Monat, 19,99 Euro/Jahr) und als Europa-Komplettversion (59,99 Euro) für iOS- oder Android-­Mobiltelefone gibt.

Foto: Navigon
Navigon Cruiser.
Navigon Cruiser.

Möglichst simpel können Nutzer über zwei Schieberegler die Kurvigkeit und den Radius bzw. die Länge der gewünschten Tour berechnen lassen. Kommt man unterwegs an einer Stelle vorbei, die man nicht vergessen will, kann man den Ort mit einem Wow-Button markieren. Ein interessantes Feature für Fernreisende: Dank des flexiblen Abo­modells von Navigon Cruiser lässt sich die Karte der Wunschregion (z. B. Nordamerika, Australien oder Neuseeland) für den benötigten Zeitraum einfach dazubuchen. Wer es nicht ­riskieren will, sein Smartphone am Lenker zu montieren, kann sich die Routenansagen per Bluetooth oder Kabel auf ein geeignetes Helm-Headset spielen lassen.

Bezuginfos: cruiser.navigon.com

Smartphone-Apps für Motorrad-Touren

Wie lange Motorrad-Navigationsgeräte wohl noch ein Thema sind? App-Lösungen für Smartphones boomen! Zwar ist das Smartphone an sich noch nicht wirklich motorradtauglich, doch Software-Lösungen fürs Touren und Tracken gibt es zuhauf. Und wer nicht mehrere Hundert Euro in eine Extrakiste investieren möchte, dem reicht eventuell die kostenlose Basis- oder Testversion einer Motorrad-Touren-App. Probieren Sie es doch einfach mal aus!

Foto: Touratech
Diese Lösung von Touratech soll das Smartphone bei Wind und Wetter schützen.
Diese Lösung von Touratech soll das Smartphone bei Wind und Wetter schützen.

Die App-Navigation ist noch extrem jung und extrem ­dynamisch. Gut ist, dass man bei allen Anbietern – anders als beim Neukauf  eines Endgeräts – kein finanzielles Risiko eingehen muss und mit kostenlosen Probe- oder Basisversionen erst mal in Ruhe ausprobieren kann. Und genau das sollte man tun! Wichtig ist, dass die Apps auf eine gute Sprachausgabe setzen. Denn das wirkliche Problem ist die solide Unterbringung des Smartphones am Motorrad – und das löst keine App!

Die schwierige Ablesbarkeit von spiegelnden Displays ist genauso ein Thema wie der mangelhafte Wetterschutz oder Geräte mordende Vibrationen – das war in der Frühzeit der klassischen Navis ein echtes Thema. Interessant sind vor allem die Apps, in denen sich Motorradfahrer untereinander vernetzen und ihre Kurvenhighlights verraten.

Motorrad-Navis als Restposten

Nicht alle Anbieter, die verheißungsvoll in die Motorradnavigation hineingesteuert sind, konnten erfolgreich auf Kurs bleiben. Meist lag es daran, dass man nicht wirklich die Bedürfnisse der Zielgruppe erfasst hat. E-Pfadfinder fürs Bike zu bauen, ist schon sehr speziell. Selbst renommierte Hersteller scheitern. So konnte sich das Becker Mamba.4+ nicht durchsetzen, obwohl das Navi im letzten Vergleichstest im Jahr 2015 durchweg gute Ergebnisse zeigte. Aber mit 479 Euro bewegte sich das Mamba im Umfeld der bestens etablierten Konkurrenz (Garmin, TomTom) – da wird es schwer, Kunden zu gewinnen.

Foto: jkuenstle.de, Hersteller
Auch ältere Geräte eignen sich teilweise weiterhin hervorragend für die Motorrad-Navigation.
Auch ältere Geräte eignen sich teilweise weiterhin hervorragend für die Motorrad-Navigation.

Restbestände werden derzeit über Onlineshops ab rund 300 Euro angeboten. Digital-Versandhändler Pearl hat bei seiner Eigenmarke Navgear von Anfang an auf niedrige Preise gesetzt, das Tourmate N4 (im MOTORRAD-Test "befriedigend") war einst für schlanke 270 Euro zu bekommen. Inzwischen bewirbt der Versender das Gerät mit umfangreicher Zusatzausstattung (Software, diverse Halterungen) ab 179,90 Euro (Deutschland-Abdeckung, mit Europa-Kartenset 219,90 Euro). Preisfüchse könnten jetzt also das ein oder andere Schnäppchen machen, sollten aber bedenken, dass nun auch die Entwicklung auf Eis liegt. Software- oder Karten-Updates sind dann nicht mehr selbstverständlich, was schließlich den Nutzen erheblich einschränken kann.

Nachfolgend gibt es für alle Schnäppchenjäger, die auf ein älteres Modell zurückgreifen wollen, die beiden vor einigen Jahren durchgeführten Motorrad-Navi-Tests.

Motorrad-Navis des Jahrgangs 2015 im Test

An einem seltsam klingenden Ort gäbe es einen urigen Biergarten in ländlicher Atmosphäre. Ausflugstipp. „Findet das Navi schon“, hieß es. Nun gut, versuchen wir es. Würde auch gut in die geplante Testrunde für die fünf hier getesten Motorrad-Navis des Jahrgangs 2015 passen. Also Ziel eingeben uuund … nichts. ­Besagte Ortschaft kennt keines der Geräte. Da der Tippgeber zum Glück zuvor noch den Nachbarort erwähnt hatte, versuchen wir es damit. Dort findet sich der Name als Ortsteil sichtbar auf dem Kartenmaterial im Navi, aber für die Adresssuche nicht erkennbar.

So weit, so schlecht. Doch fahren wir mal dorthin. Erst aber geht es durch dichten Stadtverkehr. Für die Prüfung haben wir uns in Stuttgart ein paar gemeine Kreuzungen mit vielen Fahrspuren, Kreis­verkehr-Durchfahrten, Tunneln, blöd gelegenen Abbiegern und Wohngebieten mit Einbahnstraßen-Labyrinthen ausgesucht. Schön zu sehen, wie clever oder doof sich die am Lenker installierten elektronischen Tourguides anstellen. Ein Navi ermittelt eine Ankunft falsch, weil die Zieladresse Luftlinie nur wenige Meter entfernt liegt. Aber ein privates Gartentor versperrt den freien Fußweg, den erforderlichen Slalom durchs Wohngebiet erkennt das System erst bei Weiterfahrt. Ein anderes Navi will uns mitten im Tunnel links gegen die Wand leiten. Häh, was soll das, Lady-Di-Modus?

Doch genug gelästert, fairerweise muss man sagen, dass sich im unbarmherzigen MOTORRAD-Navitest mit bewusst gestellten Fallen und schweren Aufgaben für die Navisysteme alle fünf Kandidaten von Becker, Garmin, TomTom und NavGear sehr wacker geschlagen haben.

Becker mamba.4+

Anbieter: Becker, Telefon 0 63 31/2 23 75 01, www.mybecker.com

Preis: 479 Euro (für Ausstattung „plus“)

Ausstattung: 4,3“-TFT-Touchscreen, wechselbarer Lithium-Ionen-Akku (Laufzeit lt. Hersteller: k. A., Kapazität: 1150 mAh), RAM-Lenkerhalterungen, Motorradhalterung, Saugnapf-Autohalterung, USB-Kabel, Bordstromanschluss, Kurzanleitung, 12/24-V-Ladegerät, Schutztasche, integr. Lautsprecher

Foto: mps-Fotostudio
Becker mamba.4+.
Becker mamba.4+.

Kartenmaterial: Kartenmaterial zu 47 europäischen Ländern (Basis: Nokia here; unbefristete Möglichkeit zum kostenlosen Kartenupdate), vorinstallierte Motorradtouren, Marco-Polo-Reiseführer, ADAC Camping- und Stellplatzführer.

Funktionalität: sehr einfache und intuitive Bedienung, komfortables Zoomen bei Kartenansicht, Adresseingaben sehr bequem durch großzügige Schaltflächen und ausgezeichnetes Ansprechverhalten. Gerät ist schnell betriebsbereit und findet flott die Satelliten.

Navigationspraxis: Großes Manko ist die Akku-Laufzeit. Im MOTORRAD-Test stieg das Gerät bereits nach etwa 100 Minuten aus, schlechtester Wert im Vergleich. Bei der City-Testrunde konnte es jedoch gut punkten: flinke Berechnung, klare Ansagen, präzise und mit einem sehr dienlichen Fahrspurassistenten sowie übersichtlicher Kreuzungsansicht. Außerdem Trackaufzeichnung und Überspringen von Wegpunkten möglich. Chapeau! Zudem gute Aufteilung von Kartenansicht und Infoflächen. Die Navigation durch einen Tunnel sowie eine ländliche (knifflige) Zieladresse überforderten jedoch das Gerät.

Routenplanung: Tourenplanungen am PC über den freien Onlinedienst Motoplaner. Für den GPS-Export ist dort das Gerät als Menüpunkt hinterlegt. Hilfreich: Höhenprofil für die geplante Tour. (Eigentlich) gut: mehrstufiger Algorithmus zur Berechnung kurvenreicher Streckenführung. In der Testpraxis deckte sich die vorgeschlagene Route jedoch weitestgehend mit der unattraktiven Strecke über Schnellstraßen.

Motorradtauglichkeit: Die klobige Gerätehalterung mit fummeliger Rändelschraube zur Sicherung wirkt zwar etwas altbacken, aber auch wertig und erfüllt ihren Zweck. Handschuhbedienung: tadellos

Fazit: Das jüngste Motorradnavi im Test funktioniert prima und ist klasse ausgestattet. Aber das Becker mamba.4+ ist kein Preiskracher und tut sich schwer gegen gleich gut navigierende etablierte Mitbewerber. Trotzdem: Der Gegenwert passt.

MOTORRAD-Urteil: gut


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Garmin Zumo 390 LM

Anbieter: Garmin, Telefon 0 89/8 58 36 48 80, www.garmin.de

Preis: 449 Euro

Ausstattung: 4,3“-TFT-Touchscreen, fest eingebauter Lithium-Ionen-Akku (Laufzeit lt. Hersteller: 7 Std., Kapazität: k. A.), RAM-Lenkerhalterungen, Motorradhalterung, Saugnapf-Autohalterung, USB-Kabel, Bordstromanschluss, Kurzanleitung, 12-V-Ladegerät, Konnektivität mit Garmin-VIRB-Actioncam und Reifendruckmessern (separat erhältlich), integr. Lautsprecher

Foto: mps-Fotostudio
Garmin Zumo 390 LM.
Garmin Zumo 390 LM.

Kartenmaterial: Kartenmaterial zu 41 europäischen Ländern in Vollabdeckung und vier Ländern in Teilabdeckung (Basis: Nokia here; unbefristete Möglichkeit zum kostenlosen Kartenupdate).

Funktionalität: Die Eingabe von Zieladressen ist im Vergleich etwas umständlich, weil man sich durch aufgeteilte Buchstabengruppen klicken muss. Ansonsten intuitive Menüführung und schnelle Autovervollständigung bei Eingaben. Gutes Display-Ansprechverhalten. Trackaufzeichnung möglich, einzelne Wegpunkte können sinnvollerweise übersprungen werden.

Navigationspraxis: Der Fahrspurassistent leistet bei unübersichtlicher Verkehrsführung in Ballungsgebieten durch klare Pfeilanzeigen beste Dienste, und eine geteilte Bildschirmansicht sorgt für zusätzliche Übersicht. Sehr durchdacht! Bei einer städtischen Zieladresse strauchelte das Navi, als der Tester mutwillig falsch fuhr. In einem Tunnel verlor sich die Routenführung komplett. Auch beim Routing zur ländlichen Zieladresse patzte das Garmin Zumo 390 LM grob und wollte partout über einen gesperrten Wirtschaftsweg leiten, obwohl der Fahrer bereits den richtigen (und legalen) Weg eingeschlagen hatte. Schwach.

Routenplanung: Die Funktion „Kurvenreiche Straßen“ führte zumindest im Test zu einem passablen Ergebnis und spuckte einen netten „Umweg“ aus – abseits der schnellen Hauptroute. Die Planungssoftware „Basecamp“ ermöglicht eine manierliche Tourvorbereitung.

Motorradtauglichkeit: stabile Halterungen, ein dezenter Anschluss an den Bordstrom und insgesamt kompaktes Gerät, passt wunderbar ins Motorrad-Cockpit! Eingaben stellen selbst mit dickeren Handschuhen kein größeres Problem dar.

Fazit: Bis auf das magere Navigationsergebnis auf der kniffligen Teststrecke sammelte das angenehm kompakte und sehr bedienungsfreundliche Garmin Zumo 390 LM viele Sympathiepunkte – klasse Planungssoftware, robuste Hardware, fairer Preis.

MOTORRAD-Urteil: gut


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Garmin Zumo 590 LM

Anbieter: Garmin, Telefon 0 89/8 58 36 48 80, www.garmin.de

Preis: 649 Euro

Ausstattung: 5“-TFT-Touchscreen, wechselbarer Lithium-Ionen-Akku (Laufzeit lt. Hersteller: 4 Std., Kapazität: k. A.), RAM-Lenkerhalterungen, Motorradhalterung, Saugnapf-Autohalterung, USB-Kabel, Bordstromanschluss, Kurzanleitung, 12-V-Ladegerät, integrierter MP3-Player, Konnektivität mit Garmin-VIRB-Actioncam und Reifendruckmessern (separat erhältlich)

Foto: mps-Fotostudio
Garmin Zumo 590 LM.
Garmin Zumo 590 LM.

Kartenmaterial: Kartenmaterial zu 45 europäischen Ländern, davon bei vier Ländern nur Teilabdeckung (Basis: Nokia here; unbefristete Möglichkeit zum kostenlosen Kartenupdate), kostenlose Smartphone-Link-App, Verkehrswarndienst, Wetterradar

Funktionalität: Initialisierung des Gerätes bis zum Auffinden der Satelliten hat im Test mitunter recht lange gedauert (über eine Minute). Zieladresseingabe über aufgeteilte Buchstabengruppen zwar von den Bedienflächen her großzügig gestaltet, umständliches Blättern stört aber. Display gut zu bedienen, Menüaufbau insgesamt gut verständlich, Hochformat möglich. Trackaufzeichnung möglich.

Navigationspraxis: leitet sicher und übersichtlich auch durch schwierigste Verkehrsführungen mit mehreren Spuren, Kartenansicht groß genug, sodass sehr vorausschauendes Fahren möglich ist. Findet schnell und präzise den besten Weg zu den städtischen Test-Zieladressen, auch trotz spontaner Umleitung durch einen Tunnel. Patzt aber beim Routing zur abgelegenen Kleinstort-Adresse auf dem Land. Die gemessene Akku-Laufzeit betrug knapp über drei Stunden, nach 90 Minuten zeigte das Gerät aber bereits Akku-Schwäche an. Irritierend.

Routenplanung: Planen mit der Basecamp-Software bietet nach einiger Eingewöhnung viele gute Möglichkeiten, Routenimport und das Erstellen einer Tour am PC funktionieren im Vergleich sehr ordentlich. Funktionierte auf Testfahrt gut: „Kurvenreiche Straßen“ und die Vorschläge zu Rundtouren.

Motorradtauglichkeit: Handschuhbedienung auf dem großen Display einwandfrei, Halterungen solide, aber der dicke Kabelstrang lässt sich bei manchen Maschinen schlecht unterbringen.

Fazit: Fett ausgestattet mit zahlreichen Funktionen und mit dem größten Display im Vergleich. Dazu erstklassig verarbeitet und grundsolide. Das teure Garmin Zumo 590 LM ist ein Top-Gerät, leistete sich in der Navigationspraxis aber ein paar Schnitzer.

MOTORRAD-Urteil: gut


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TomTom Rider 400

Anbieter: TomTom, Telefon 00 31/20/7 57 50 00 (Niederlande), www.tomtom.com

Preis: 499,95 Euro (Premium Pack)

Ausstattung: kapazitiver 4,3“-TFT-Touchscreen, fest eingebauter Lithium-Ionen-Akku (Laufzeit lt. Hersteller: 6 Std., Kapazität: 3220 mAh), RAM-Lenkerhalterungen, Drehgelenk-Motorradhalterung, Saugnapf-Autohalterung, Ladekabel, Diebstahlschutz, Schutzhülle, USB-Kabel, Bordstromanschluss, Kurzanleitung, 12-V-Ladegerät, integr. Lautsprecher

Foto: mps-Fotostudio
TomTom Rider 400.
TomTom Rider 400.

Kartenmaterial: TomTom-Kartenmaterial zu 45 europäischen Ländern (unbefristete Möglichkeit zum kostenlosen Kartenupdate), TomTom-Verkehrswarndienst, TomTom-Radarwarner

Funktionalität: Touchscreen reagiert unmittelbar auf Berührungen, Bilddarstellungen lassen sich mit zwei Fingern einfach größer ziehen. Intuitive Menüführung, einzelne Menüpunkte lassen sich wie bei einer Smartphone-Benutzeroberfläche per Wischgesten ansteuern. Trackaufzeichnung möglich.

Navigationspraxis: innerstädtisch absolut präzise und genaue Navigation, klar ersichtliche Streckenführung durch Fahrspurassistent, auch an kniffligen Kreuzungen narrensichere Führung und sehr verständliche Kartendarstellung. Bis auf eine Zieladresse auf der MOTORRAD-Testrunde Aufgabe mit Bravour erledigt. Auch bei bewusstem Falschabbiegen in einen Tunnel findet der TomTom Rider 400 recht schnell eine passende Alternativroute. Akku hielt im Test über fünf Stunden.

Routenplanung: Bei der Planung am PC mit der „Tyre Pro“-Software müssen sich Anfänger in die Materie hineinfuchsen. Die Funktion „Spannende Tour planen“ erwies sich unterwegs nur bedingt als guter Tourguide. Auf der Testrunde bot der TomTom Rider 400 eine nur wenig spannende, mit Ortsdurchfahrten gespickte Alternative zum schnellsten Weg an. Je bergiger, desto besser spricht die mehrstufige Funktion an und findet schöne Strecken. Gut: Rundtour-Funktion

Motorradtauglichkeit: Der Drehgelenk-Halter und das kontrastreiche Display überzeugen voll. Mit dicken Handschuhen lassen sich manche Schaltflächen nur schlecht bedienen.

Fazit: Beste Navigationsleistung, deshalb Testsieg. Der TomTom Rider 400 gefällt zudem mit Top-Ausstattung (Premium Pack), brillantem Touchscreen sowie einer zeitgemäßen Menüführung wie bei einem Smartphone. Funktioniert super auf dem Motorrad.

MOTORRAD-Urteil: gut


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NavGear Tourmate N4

Anbieter: Pearl, Telefon 0 76 31/36 03 50, www.pearl.de

Preis: 269,90 Euro

Ausstattung: 4,3“-TFT-Touchscreen, fest eingebauter Lithium-Ionen-Akku (Laufzeit lt. Hersteller: k. A., Kapazität: 1500 mAh), Lenker- und Motorradhalterung (mit Sonnenblende), Saugnapf-Autohalterung, USB-Kabel, Bordstromanschluss, 12/24-V-Ladegerät, integrierter MP3-Player, Pinzette (für SD-Speicherkarte), integr. Lautsprecher

Foto: mps-Fotostudio
NavGear Tourmate N4.
NavGear Tourmate N4.

Kartenmaterial: Kartenmaterial zu 47 europäischen Ländern (Basis: Nokia here; zwei kostenlose jährliche Kartenupdates innerhalb der ersten zwei Jahre), Zugang zur Software „POI-Base“ mit über 1500 motorradspezifischen POIs (z.B. Bikertreffs, Shops) und vielen Routen.

Funktionalität: Das Ansprechverhalten des Displays ist mäßig, Zieleingaben dauern im Vergleich lange und gestalten sich umständlich. Die Initialisierungszeit des Geräts geht in Ordnung.

Navigationspraxis: Die Akku-Laufzeit im Test lag bei fast sechs Stunden, allerdings schaltete das Gerät bereits nach 2,5 Std. unabänderlich in einen Stromsparmodus mit geringer Bildschirmhelligkeit und wurde dadurch mehr oder minder unbrauchbar. Beim Navigieren in der Stadt mit vielen kurz aufeinanderfolgenden Abbiegevorgängen reagierte das System recht träge, fand aber die eingegebenen Adressen und ließ sich auch durch die Tunnel-Umleitung im Test nicht aus der Fassung bringen. Gut. Allerdings scheiterte es beim ländlichen Ziel.

Routenplanung: Attraktive Motorradrouten können als Datei importiert werden und lassen sich dann im Gerät leicht abrufen. Einen speziellen Algorithmus, der unterwegs kurvige und/oder bergige Strecken empfiehlt, gibt es im Gegensatz zu den anderen Geräten im Test nicht. Für die Planung am PC muss die Software von Fremdanbietern (z.B. Motoplaner) genutzt werden.

Motorradtauglichkeit: wenig belastbare, wackelige Halterungen, weiches Plastikmaterial, Schraube für Kugelkopf muss mit extrem viel Kraft geschlossen und geöffnet werden, damit alles fest sitzt. Mit Handschuhen lassen sich einige kleine Schaltflächen kaum aktivieren. Gerät ließ sich im Test nicht mit Bluetooth-Headset koppeln. Kaum ablesbar bei Sonnenlicht.

Fazit: In diesem starken Testfeld kann sich das NavGear Tourmate N4 nur über den günstigsten Preis behaupten. Es navigiert ordentlich, und für die Tourenplanung gibt es nette Features. Aber Fehlfunktionen und billige Anmutung stören. Nur zweite Liga.

MOTORRAD-Urteil: befriedigend


NavGear TourMate N4

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So testet MOTORRAD

Für Käufer und Nutzer der Geräte zählt vor allem der Praxiswert bei der Motorrad-Navigation unterwegs. Außerdem haben wir aber auch noch andere Testkriterien.

Navigationspraxis: Eine definierte Testrunde wird als Route eingegeben. Wie präzise und schnell navigiert das System? Außerdem relevant: die Akku-Laufzeit.

Motorradtauglichkeit: Übersichtlichkeit des Displays (auch bei starker Sonneneinstrahlung), Bedienung mit Handschuhen, Handhabung der Halterungen, Sprachübertragung in Fahrt. Wie verhält sich das Navi auf dem Motorrad?

Funktionalität: Findet das Navi schnell eine Satellitenverbindung? Gut auch, wenn Menüführung, Zieleingabe und Be­dienkomfort dem Nutzer entgegenkommen. Wie umfangreich ist das Kartenmaterial?

Routenplanung: Routenimport, Umplanen auf Tour und spezielle Routing-Funktionen (kurvenreiche Strecken suchen etc.) für Motorradfahrer sind für die Wertung relevant. 

Ausstattung/Verarbeitung: Was beinhaltet der Lieferumfang? Wie sauber sind Gerät und Halterungen verarbeitet?

MOTORRAD
Endwertung.
Endwertung.

Endwertung

Bis die Geräte in der Praxis zur vollsten Zufriedenheit laufen, kostet es viel Zeit, Geduld und meis­tens einen Anruf bei der Service-Hotline. Hard- und Software müssen dauernd aktualisiert werden und harmonieren oftmals nicht gut miteinander. Bei den mitunter hohen Anschaffungspreisen fällt es schwer, auch nur ein System mit „sehr gut“ zu adeln. Das NavGear Tourmate N4 fällt qualitativ ­etwas ab, aber robust und haltbar sind alle Geräte und Halterungen. Sie eignen sich gut zum Motorradfahren. Aber beim Kernthema Navigation: fern ab von Perfektion. Der TomTom Rider 400 macht es noch am besten.

Motorrad-Navis des Jahrgangs 2013 im Test

Dass die Motorrad-Navigation nicht einfach zu stemmen ist, musste auch jüngst Blaupunkt feststellen. Auf der Internationalen Funkausstellung (IFA) im August vergangenen Jahres stellte das Unternehmen stolz sein Produkt Moto Pilot vor und kommunizierte in der Pressemitteilung, dass die wasserdichte Navigationslösung für Motorradfahrer ab Januar 2013 die hauseigene Travel Pilot-Serie ergänzen werde. Die Anfragen für ein Testgerät wurden jedoch immer wieder nach hinten verschoben mit dem Hinweis, dass sich nach der IFA noch diverse Änderungswünsche ergeben hätten, die noch berücksichtigt werden müssten. Geplanter Verkaufsstart derzeit: Ende Mai 2013.

So bleibt es beim 2013er-Navi-Test unterm Strich bei einer überschaubaren Anzahl von bereits hinlänglich bekannten Marken. Und doch hat sich seit dem letzten großen Vergleichstest vor drei Jahren etliches getan.

Garmin Montana 600 Moto-Bundle

Anbieter: Garmin, Telefon 0 89/8 58 36 40, www.garmin.de

Preis: 599 Euro

Ausstattung: Vier-Zoll-TFT-Touchscreen, austauschbarer Lithium-Ionen-Akku (2.000 mAh), Micro-SD-Kartenschacht, Lautsprecher, Motorradhalterung mit integriertem Bordnetzanschluss, USB-Kabel, 220-Volt-Ladekabel, selbstklebende Anti-Reflex-Folien, Kurzanleitung

Kartenmaterial: Garmin City Navigator NT „Europa“ auf Micro-SD-Karte beigelegt

Foto: mps-Fotostudio
Garmin Montana 600 Moto-Bundle.
Garmin Montana 600 Moto-Bundle.

Funktionalität: große Tastflächen, klare Piktogramme, sauberes Ansprechen. Das Montana 600 lässt sich einfach und intuitiv bedienen. Allerdings sollte man das GPS-Gerät über das umfangreiche Menü exakt auf die eigenen Bedürfnisse abgestimmt haben, um die klassischen Navigationsfunktionen auch unterwegs schnell anwählen zu können. Im Test überzeugt das Gerät mit über 8,5 Stunden Akkulaufzeit und der Möglichkeit, auch über herkömmliche Batterien vom Typ AA betrieben werden zu können

Navigationspraxis: Auf der MOTORRAD-Testrunde lieferte das Montana 600 bis auf einen Patzer, bei dem das Ziel über einen (für Fahrzeuge gesperrten) Wirtschaftsweg angefahren werden sollte, insgesamt eine solide Vorstellung. Besonderer Clou des Montana: die Möglichkeit der reinen Luftlinien-Navigation für entdeckungsfreudige Biker und umfangreiche Möglichkeiten zur Streckenaufzeichnung

Motorradtauglichkeit: Das wasserdichte Outdoor-Gerät lässt sich wahlweise im Hoch- oder Querformat einsetzen, was der Unterbringung in engen Cockpits sehr entgegenkommt. Routen werden in auffälligen Farben und mit gut sichtbaren Pfeilen auf dem hellen Display angezeigt. Die Dockingstation mit Bordnetzverkabelung wird mit der ultrastabilen RAM Mount-Halterung am Motorrad verschraubt. Was fehlt, ist die Möglichkeit der Bluetooth-Vernetzung

Fazit: Die teure, aber (fast) perfekte Lösung für Motorradfahrer, die mehr als ein klassisches Straßen-Navi erwarten. Mit dem Montana 600 ist zwar auch die Routenführung von A nach B möglich, die besonderen Stärken des ursprünglich reinen GPS-Gerätes sind aber die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten - etwa bei der reinen Offroad- oder Luftlinien-Navigation - sowie die umfangreichen Tracking-Funktionen. Durch das optional erhältliche Kartenmaterial lässt sich das Montana weltweit einsetzen.

MOTORRAD-Urteil: gut

Garmin Zumo 340 LM CE

Anbieter: Garmin, Telefon 0 89/8 58 36 40, www.garmin.de

Preis: 449 Euro

Ausstattung: 4,3-Zoll-TFT-Touchscreen, fest eingebauter Lithium-Ionen-Akku (Kapazität k. A.), Micro-SD-Kartenschacht, Lautsprecher, Motorradhalterung, integrierbarer Bordnetzanschluss, USB-Kabel, Kurzanleitung

Kartenmaterial: Garmin City Navigator NT „Mitteleuropa“ vorinstalliert. Nach Online-Registrierung zeitlich unbefristete Möglichkeit zum kostenlosen Karten-Updaten

Foto:
Garmin Zumo 340 LM CE.
Garmin Zumo 340 LM CE.

Funktionalität: Auch das neueste Gerät der Zumo-Reihe folgt dem Garmin-typischen Layout und lässt sich selbst mit dicken Motorradhandschuhen sicher bedienen. Einsteiger finden sich in den logisch und übersichtlich aufgebauten Menüs schnell zurecht, und auch Navi-Profis finden beim 340er noch reichlich Möglichkeiten zur Feinabstimmung wie Luftlinien-Navigation oder Möglichkeiten zur Routenerstellung. Mit knapp sechs Stunden Akkulaufzeit muss sich das Garmin 340 dem Rider von TomTom knapp geschlagen geben

Navigationspraxis: gleiches Kartenmaterial, gleicher Fehler beim Anfahren einer Adresse auf der MOTORRAD-Testrunde. Dafür überzeugt das Zumo 340 mit rasanten Streckenaktualisierungen beim Verlassen geplanter Routen, einer brillanten Anzeige mit Spurassistent und Kreuzungsansicht sowie klar verständlichen Sprachansagen. Beim Planen langer Routen (1.000 Kilometer) mit vielen Vorgaben (kürzere Strecke, keine Autobahnen) geht das Garmin aber schnell in die Knie, berechnet nur Teilstücke oder bricht komplett ab

Motorradtauglichkeit: wasserdichtes Gehäuse, stabile Dockingstation, Kugelkopf-Halter von RAM Mount. Auch beim „kleinen“ Zumo muss auf nichts verzichtet werden. Per Bluetooth werden Sprachansagen zu Helm-Headsets übertragen

Fazit: Mit dem Zumo 340 rüstet Garmin nach dem 660er in der 4,3-Zoll-Klasse auf. Das Einsteiger-Navi für Motorradfahrer punktet vor allem durch die exzellente Routendarstellung, klar verständliche Ansagen und robuste Hardware - vom Gerät selbst bis zur Motorradhalterung. Ein echter Pluspunkt ist das im Kaufpreis enthaltene Karten-Update ohne zeitliches Limit. Garmin-Fans werden aber einige vom 660er bekannte Features wie das Koppeln mit dem Mobiltelefon vermissen.

MOTORRAD-Urteil: sehr gut

Garmin Zumo 660 LM

Anbieter: Garmin, Telefon 0 89/8 58 36 40, www.garmin.de

Preis: 599 Euro

Ausstattung: 4,3-Zoll-TFT-Touchscreen, austauschbarer Lithium-Ionen-Akku (1800 mAh), Micro-SD-Kartenschacht, Lautsprecher, -Motorradhalterung mit integriertem Bordnetzanschluss und Schutz-abdeckung, Saugnapfhalterung, Klebeplatten, USB-Kabel, 220- und Zwölf-Volt-Ladekabel, Tasche, Ersatzakku, Kurzanleitung

Kartenmaterial: Garmin City Navigator NT „Europa“ vorinstalliert. Nach Online-Registrierung zeitlich unbefristete Möglichkeit zum kostenlosen Karten-Updaten

Foto: mps-Fotostudio
Garmin Zumo 660 LM.
Garmin Zumo 660 LM.

Funktionalität: Display-Aufbau und Menüpunkte folgen der -typischen Garmin-Optik. Das heißt vor allem, dass sich auch Navi-Einsteiger schnell und unkompliziert durch das Menü klicken können. Erfahrene Navi-Anwender schätzen das unkomplizierte Aufzeichnen gefahrener Strecken oder das Laden selbst erstellter Routen. Mit rund vier Stunden Akkulaufzeit gerät das 660er schnell an seine Grenzen, weshalb ein Bordnetzanschluss sehr zu empfehlen ist

Navigationspraxis: Mit dem Fahrspurassistenten und der fotorealistischen Kreuzungsansicht punktet das mittlerweile leicht angegraute Navi immerhin noch bei der sicheren Streckenführung von A nach B, unterstützt von präzisen, gut verständlichen Sprachansagen. Wie die Schwestermodelle Montana und Zumo 340 scheitert es aber bei der korrekten Anfahrt auf ein Ziel der MOTORRAD-Testrunde. Beim Abweichen von geplanten Routen reagiert das 660er inzwischen spürbar träger als Geräte der aktuellen Motorrad-Navi-Generation (v. a. Zumo 340 und Rider)

Motorradtauglichkeit: Neben der stabilen Halterung punktet das Zumo 660 mit sehr guter Ablesbarkeit im Widescreen-Format und übersichtlicher Aufteilung. Besonderer Pluspunkt: die Vernetzung mit dem Mobiltelefon

Fazit: Das Zumo 660 ist nicht schlechter geworden, muss sich aber dem allgemeinen Trend elektronischer Geräte beugen, dass die Konkurrenz immer schneller auf- und sogar überholt: Vor allem beim Navigieren reagiert das große Garmin inzwischen leicht träge, angefangen beim Hochfahren bis hin zur Streckenaktualisierung. Allerdings punktet das Gerät in Sachen Ausstattung mit reichhaltigem Zubehör, dem kostenlosen Karten-Update sowie Features wie einem integrierten Media Player.

MOTORRAD-Urteil: gut

Navgear Tourmate SLX-350

Anbieter: Pearl, Telefon 0 76 31/36 03 50, www.pearl.de

Preis: 189,90 Euro (aktueller Angebotspreis, sonst 319,90 Euro)

Ausstattung: 3,5-Zoll-TFT-Touchscreen, austauschbarer Lithium-Ionen-Akku (1300 mAh), SD- und Mikro-SD-Kartenschacht, Lautsprecher, Motorradhalterung, integrierbarer Bordnetzanschluss, Saugnapfhalterung, USB-Kabel, 220- und Zwölf-Volt-Ladekabel, Helm-Bluetooth-Headset, Kurzanleitung

Kartenmaterial: Navgear „Westeuropa“ auf Mikro-SD-Karte beigelegt

Foto: mps-Fotostudio
Navgear Tourmate SLX-350.
Navgear Tourmate SLX-350.

Funktionalität: Der Touchscreen mit Gestensteuerung will mit Nachdruck bedient werden, um die einzelnen Menüpunkte zum -Navigieren aufzurufen oder die Einstellungen zu konfigurieren. Dabei lassen sich Icons sowohl mit der bloßen Hand, vor allem aber mit Handschuhen nicht immer sicher treffen. Obwohl das Menü sehr übersichtlich aufgebaut ist, hat es nicht die intuitive Logik, die Konkurrenzmodelle bieten. Die Akkulaufzeit fällt mit knapp drei Stunden im Test sehr bescheiden aus, die Initialisierung des Gerätes bis zum Auffinden der Satelliten dauert vergleichsweise lange (über eine Minute)

Navigationspraxis: Da der Kartensatz vom gleichen Anbieter wie für Garmin-Geräte kommt (Navteq), scheitert auch das Tourmate an einem Zielpunkt auf der MOTORRAD-Testrunde. Bei Abweichungen von der geplanten Route oder Abriss des Satellitensignals nimmt die Streckenaktualisierung zum Teil sehr viel Zeit in Anspruch. Gut im Blick dagegen: die 3D-Ansicht mit Spurassistent und Einblendung von fotorealistischen Gebäuden und Wegweisern

Motorradtauglichkeit: auf der Habenseite mit wasserdichtem Gehäuse, Bordnetzanschluss und Bluetooth-Headset fürs Motorrad gut gerüstet. Weniger gefällt die nur unzureichende Verschraubung der Halterung ohne echte Sicherung

Fazit: Das einzige 3,5-Zoll-Gerät im Test lockt vor allem mit einem extrem günstigen Preis, aber auch durch Inklusivleistungen, die für Motorrad-Navigatoren dringend zu empfehlen sind - so zum Beispiel ein Headset für den Helm zur Übertragung der Sprachanweisungen. Die Bedienung selbst, sowohl das Konfigurieren von Routen wie auch die Nutzung während der Fahrt, gerät bisweilen zur Geduldsprobe. Hier bieten die Konkurrenzmodelle mehr Komfort und sprechen sauberer an.

MOTORRAD-Urteil: befriedigend

TomTom Rider - Testsieger

Anbieter: TomTom, Telefon 00 31/20/7 57 50 00, www.tomtom.com

Preis: 399 Euro

Ausstattung: 4,3-Zoll-TFT-Touchscreen, fest eingebauter Lithium-Ionen-Akku (Kapazität k. A.), Motorradhalterung, integrierbarer Bordnetzanschluss, USB-Kabel, 220-Volt-Ladestecker, Kurzanleitung

Kartenmaterial: Teleatlas „Europa“ vorinstalliert. Nach Online-Registrierung zeitlich unbefristete Möglichkeit zum kostenlosen Karten-Updaten

Foto: TomTom
TomTom Rider.
TomTom Rider.

Funktionalität: Ein sauber strukturiertes, logisch durchdachtes Menü mit großen, klar erkennbaren Piktogrammen macht die Bedienung des neuen Rider selbst mit dicken Motorradhandschuhen und auch während der Fahrt zum Kinderspiel. Im Akkubetrieb warnt das TomTom rechtzeitig und mit langem Vorlauf (über eine Stunde) vor niedrigem Ladestand; die Laufzeit ist mit knapp über sechs Stunden im Testbetrieb sehr zufriedenstellend. Darüber hinaus zeichnet sich das Rider durch Menüpunkte wie eine Simulation geplanter Routen im frei skalierbaren Zeitraffer oder die Anbindung eines Telefons aus

Navigationspraxis: Auf der MOTORRAD-Testrunde patzt das TomTom bei einer Zielanfahrt, die in einer Sackgasse endet und zu Fuß fortgesetzt werden muss. Ansonsten reagiert das Rider bei Routenabweichungen mit ultraschnellen Streckenaktualisierungen. Das extrem helle Display geht auch bei direktem Lichteinfall nicht in die Knie und überzeugt mit seiner aufgeräumten Darstellung, über die alle relevanten Informationen während der Fahrt mit einem Blick wahrgenommen werden können - garniert mit Spurassistent und fotorealistischer Kreuzungsansicht. Nur die Routenplanung am Gerät braucht Zeit

Motorradtauglichkeit: Wie die Vorgänger glänzt das neueste Rider mit wasserdichtem Gehäuse, stabiler Dockingstation, Bordnetzanschluss und frei schwenkbarer RAM Mount-Verschraubung

Fazit: Mit Menüpunkten wie „Planen kurvenreicher Routen“, der Streckenaufzeichnung und dem Austausch mit anderen Geräten via Bluetooth kommt TomTom den Ansprüchen von Tourenfans an ihr Navi noch einmal deutlich entgegen. Aber auch in der simplen Streckenführung von A nach B glänzt das neue Rider mit großem und hellem Bildschirm, klarer 3D-Darstellung und verständlichen Ansagen. Via Bluetooth können nicht nur Headsets, sondern auch Telefone mit dem Rider verbunden werden.

MOTORRAD-Urteil: sehr gut

Alternativen: Outdoor-GPS-Geräte?

Mittlerweile können auch wetterfeste Outdoor-GPS-Geräte für Radfahrer und Wanderer mit entsprechender Software als Straßennavi eingesetzt werden. Taugen sie fürs Motorrad?

Foto: mps-Fotostudio
Falk Ibex Cross 30.
Falk Ibex Cross 30.

Falk Ibex Cross 30

Das GPS-Gerät ist für Wanderer und Radfahrer gedacht, die nicht nur über die Aufsicht auf topografische Karten navigieren, sondern sich auch im Gelände - wie beim Navigieren auf der Straße - mit Abbiegehinweisen zum Ziel leiten lassen. Beim Cross 30 ist eine routingfähige Straßenkarte inklusive, die aber nur die D-A-CH-Region umfasst.

Das Gerät mit dem 3,5-Zoll großen Display erfüllt den IPX7-Standard (wasserdicht), hat aber keine Bluetooth-Schnitt-stelle. Ein Tipp für Offroad-Wanderer in den Alpen.

Preis 449,95 Euro, Bezug: www.falk-outdoor.com

Foto: mps-Fotostudio
Takwak TW 700.
Takwak TW 700.

Takwak TW 700

Das wasserdichte, staubgeschützte Gerät (IP57) kombiniert ein Outdoor-Navi für Wanderer und Radfahrer mit Smartphone (inklusive Bluetooth-Schnittstelle und Fünf-Megapixel-Kamera) und Walkie-Talkie. Neben der Offroad- ist auch eine Straßennavigation integriert.

Wahlweise lassen sich Open Street Maps (OSM) kostenlos laden oder topografische Karten beziehen. Die D-A-CH-Region ist auf dem Gerät mit druckempfindlichem 3,5-Zoll-Display installiert. Unser Tipp als motorradtaugliche Smartphone-Alternative.

Preis 549 Euro, SIM-Karte erforderlich, Bezug www.takwak.com

Foto: mps-Fotostudio
VDO GP2 MTB.
VDO GP2 MTB.

VDO GP2 MTB

Der wasserdichte Navigator für Radler ist dank einer Navteq-Straßenkarte für die D-A-CH-Region auch auf dem Motorrad voll routingfähig. Beim Berechnen von Touren ist für -Motorradfahrer neben „kurz“ oder „schnell“ auch die Präferenz „Rennrad“ interessant, um über Nebenstrecken geführt zu werden.

Für Reisen in andere Länder lassen sich über eine entsprechende App auf dem VDO mit 3,5-Zoll-Display kostenlos erhältliche OSM-Karten installieren. Da sich über die PC-Software Tracks in eine Tour mit Abbiegesymbolen umwandeln lassen, ist der GP7 ein heißer Tipp für Tourenplaner.

Preis 399,95 Euro, Bezug www.cycleparts.de

So testet MOTORRAD

Von A wie Akkuleistung bis Z wie Zielführung. Beim Navi-Test zählt vor allem der Praxisnutzen der Pfadfinder. Ein Blick auf das MOTORRAD-Testprotokoll.

Ausstattung (10 Punkte):
der (teils ernüchternde) Blick in den Karton. Was gibt es fürs Geld? Auf jeden Fall das Navigationsgerät. Doch wie sieht es mit dem notwendigen Zubehör aus? Sind zum Beispiel alle Ladekabel vorhanden, gibt es Extras wie eine Kfz-Halterung oder PC-Software zur Geräteverwaltung?

Funktionalität (20 Punkte):
Nun aber ran ans Gerät! Wie lange dauert es, bis es nach dem Einschalten den Satellitenkontakt aufgenommen hat und betriebsbereit ist? Ist das Menü verständlich aufgebaut, wie leicht (und schnell) lassen sich Routen planen? Wie lange hält der Akku durch?

Navigationspraxis (40 Punkte):
die Paradedisziplin im Test. Werden alle Ziele auf der MOTORRAD-Test-runde korrekt angefahren, reagiert das Navi schnell und präzise auf Abweichungen?

Motorradtauglichkeit (30 Punkte):
schrauben, schauen, lauschen. Von der Display-Güte über die Bedienung während der Fahrt bis hin zur Sprachübertragung. Wie gut funktioniert das Navi auf dem Motorrad?

Foto: mps-Fotostudio
Die Endwertung.
Die Endwertung.

Endwertung - welches Navi holt den 2013er-Testsieg?

Auch wenn sich das Rider von TomTom in der Schlussbilanz etwas vom Garmin Zumo 340 absetzen kann, hat jedes Gerät seine Eigenschaften, die dem ein oder anderen Nutzer besser zusagen: das Rider für alle, die ein schnelles, komfortabel zu handhabendes Straßen-Navi suchen.

Das Zumo 340 für diejenigen, die mit dem Gerät tiefer in die klassische GPS-Navigation einsteigen wollen. Das ist vor allem die Stärke des Montana 600, leider fehlt es an der für Motorradfahrer wichtigen Bluetooth-Schnittstelle.

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