Actibump Schlagloch gegen Schnellfahrer Hersteller

Elektronische Schlaglöcher gegen Raser

Gefahrenpotenzial für Zweiradfahrer?

Actibump – das sind künstliche Schlaglöcher, die entwickelt wurden, um zu schnelle Autofahrer an Geschwindigkeitsbegrenzungen zu erinnern. Aber was ist mit den Zweiradfahrern?

Im Vergleich zu festen Bremsschwellen soll das künstliche Schlagloch den Verkehrsfluss nicht komplett beeinflussen, sondern nur diejenigen treffen, die zu schnell fahren. Aktuell wird es in Schweden und in Kanada eingesetzt. In Deutschland will die Stadt Hanau mit diesem System Schnellfahrer disziplinieren. Das System sei bereits bestellt und werde im Spätsommer verbaut. Wie die Stadt das Gefahrenpotential für Zweiradfahrer (auch Fahrrad- und E-Bike-Fahrer) – vor allem bei Nässe – einschätzt und in welchen Tempozonen das System eingesetzt wird, haben wir angefragt. Sobald wir eine Stellungnahme dazu bekommen, lest ihr sie hier.

Rutschgefahr bei Nässe auch ohne 60 mm „Schlagloch“

Elektronische Schlaglöcher gegen Raser

Im Video werden auch Fahrrad- sowie Motorradfahrer gezeigt. Der Fahrradfahrer fährt seitlich am „Actibump“ vorbei. Da stellt sich uns die Frage: Gerade bei auf der Straße fahrenden Rennradfahrern – haben die Radler eine Chance, die Klappeneinheit rechtzeitig zu sehen? Wie viel Platz ist rechts und links von dem System innerhalb einer Fahrbahn? In Schweden wird vor jedem elektronischen Schlagloch gewarnt, sodass Fahrradfahrer der Metallfläche rechtzeitig ausweichen können.

Bei Motorradfahrern: Die Rutschgefahr auf dem Metalldeckel bei Nässe besteht unserer Meinung nach auch wenn sich der Motorradfahrer an die Geschwindigkeitsbegrenzung hält. Hierzu haben wir eine Stellungnahme beim schwedischen Hersteller Edeva angefragt, die wir an dieser Stelle publizieren, sobald sie eingegangen ist.

So funktionieren die künstlichen Schlaglöcher

Eine in die Fahrbahn eingelassene Klappeneinheit ist über ein Steuergerät mit Induktionsschleifen oder einer Radar-Einheit gekoppelt. Letztere ermitteln die Geschwindigkeit des Autos. Ist der Fahrer zu schnell, öffnet sich die in der Fahrbahn ebenerdig eingelassen Klappe und es entsteht eine rund 60 mm tiefe Kante. Bei Überfahren ist das künstliche Schlagloch deutlich wahrnehmbar und soll damit den Fahrer an das geltende Tempolimit „erinnern“.

Edeva Actibump
Edeva

Freie Fahrt für Rettungsfahrzeuge und Busse

Actibump könnte von Rettungsfahrzeugen über einen Transponder deaktiviert werden und auch längere Fahrzeuge wie zum Beispiel Nahverkehrsbusse sind erkennbar und lassen das System inaktiv bleiben. Mithilfe entsprechender Schilderanlagen lassen sich auch ganze Fahrstreifen zum Beispiel für Busse freigeben.

Des Weiteren sei Actibump, so der schwedische Hersteller Edeva, auch vor Maut- oder Zollstationen sowie in Bereichen, wo viel Fußgänger zwischen Fahrzeugen laufen einsetzbar. Dazu weist das Unternehmen noch darauf hin, dass die Straßenreinigung und auch die Schneeräumung nicht wie bei Bodenwellen behindert werden.

Die Kosten für Actibump belaufen sich für zwei Fahrspuren auf rund 45.000 Euro, die Lebensdauer bei jährlicher Wartung veranschlagt das schwedische Unternehmen mit zehn bis zwölf Jahren. Schäden durch Actibump am Fahrzeug seien, vorausgesetzt das Auto ist technisch in Ordnung, nicht zu befürchten.

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