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Möglicher Ducati-Verkauf

VW sondiert angeblich Markt

Auf der VW-Hauptversammlung im September 2020 hatte VW-Konzernchef Herbert Diess Gerüchte über einen möglichen Verkauf von Ducati noch zurückgewiesen. Jetzt sondiert der Autobauer angeblich den Markt nach einem Käufer.

Wie die Nachrichtenagentur Reuters mit Bezug auf Insider berichtet, spricht VW mit potenziellen Bietern über seine Motorradmarke Ducati. Der Autobauer wolle vor seiner November-Planungsrunde ausloten, ob es Interesse an der Motorradmarke gebe. Ein tatsächlicher Verkauf sei aber noch nicht beschlossen.

Die Zukunftsplanung für Ducati sowie die beiden Konzern-Sportwagenmarken Lamborghini und Bugatti könnte demnach auch in Technologiepartnerschaften, Restrukturierungen und andere Optionen bis hin zu einem Börsengang oder eben einem Verkauf münden.

Diess steht noch vor Ducati

Herbert Diess, Vorstandsvorsitzender des VW-Konzerns, entkräftet Ende September 2020 Gerüchte über einen möglichen Verkauf unterschiedlicher Konzernmarken, insbesondere von Ducati und Lamborghini. Nicht nur wies Diess die Verkaufsgerüchte zurück, er lobte die folgenden Marken und sprach sein Vertrauen für das Sport- und Luxussegment aus: "Unsere Luxusmodelle Bentley, Lamborghini und Bugatti meistern die Krise sehr gut." Im Zusammenhang mit Ducati, erwähnte er das stetige und kontinuierliche Wachstum der Produkte des Unternehmens mit Sitz in Borgo Panigale.

Ducati gehört seit April 2012 zum VW-Konzern. Der Umsatz lag 2012 bei 606 Millionen Euro und die weltweiten Neuzulassungen bei 44.102 Einheiten. Aktuell sprechen wir bei Ducati von 716 Millionen Umsatz und 53.183 Neuzulassungen.

Verkauf bereits 2018 und 2017 Thema

Bereits 2018 und auch schon 2017 war der Verkauf von Ducati ein Thema im VW-Konzern. 2018 dachte der damals neue VW-Konzernchef Diess laut über einen Verkauf der Audi-Tochter nach. Von "Randgeschäften" werde sich der VW-Konzern möglicherweise trennen, sagte Herbert Diess Anfang Mai 2018 auf der VW-Hauptversammlung vor Aktionären in Berlin. Aktuell werden "belastbare Zukunftsperspektiven" erarbeitet, so Diess damals. Auch eine Ausgliederung sei eine Option. Dem Handelsblatt sagte Diess in einem Interview im August 2018: "Ducati braucht einen Plan für die Zukunft, eine Perspektive. Wie stellt sich etwa die Marke technologisch in Richtung Elektroantrieb auf? Wie wird weiteres Wachstum möglich? Da kann ich mir auch einen Zusammenschluss oder eine Partnerschaft mit anderen Marken vorstellen. Ducati einfach als Motorrad-Ikone im VW-Konzern zu haben reicht unternehmerisch jedenfalls nicht aus." Der VW-Boss kennt sich übrigens bestens mit Motorrädern aus. Der Manager war von 2003 bis 2007 Leiter der Motorradsparte von BMW.

Ducati-Verkaufsgerüchte 2017

Im Jahr 2017 soll es einige Unternehmen gegeben haben, die an einer Übernahme lebhaftes Interesse zeigten. Harley-Davidson, Royal Enfield, Benetton, der frühere Ducati-Eigner Bonomi, dazu mehrere Investmentfonds sollen Interesse bekundet haben. Doch zunächst schien das Thema vom Tisch zu sein. Zuerst hatte sich der VW-Betriebsrat vehement gegen den Verkauf von Ducati ausgesprochen. Und betriebsinternen Streit wegen der kleinen und finanziell unbedeutenden Tochterfirma anzufangen, kam für den damaligen VW-Boss Matthias Müller mitten im Abgasskandal nicht in Frage.

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Das gemeinsame Logistikzentrum von Ducati und Lamborghini befindet sich nahe des Flughafens Bologna.

Ende 2017 hatte Audi-Chef Rupert Stadler in einem internen Schreiben an Ducati-Boss Claudio Domenicali offenbar versichert, dass alles beim Alten bleibe. Sowohl Ducati als auch Audi hatten zuvor jeden Kommentar zum Thema verweigert. Auch aufgrund des neuen gemeinsamen Logistikzentrums (Computergrafik oben), welches für Ducati und die ebenfalls zu Audi gehörende Edelmarke Lamborghini in Bologna gebaut wurde, wurde ein Verkauf Ducatis in Frage gestellt.

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