Harley Davidson Patent Konvoi und GPS Harley-Davidson
Harley Davidson Patent Konvoi und GPS
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Harley Davidson Patent Konvoi und GPS 4 Bilder

Patent: Harley will adaptiv im Konvoi fahren

In Formation mit Harley Mit neuen Sensoren und GPS sicher im Konvoi fahren

Adaptive Tempomaten werden immer öfter in Serie eingesetzt. Harley-Davidson hat sich ein nun solches System patentieren lassen, dass per Radar und GPS die Geschwindigkeiten und Abstände auch der Nebenfahrer überwacht und auch das in den USA so beliebte Konvoi fahren einschließt.

Die hohe Kunst des Fahrens im Konvoi bedarf enorm viel Übung und viel Kraft sowie Konzentration. Das ständige Kontrollieren der eigenen Geschwindigkeit, den Abstand zum Vordermann und zum seitlich versetzt fahrenden Krad, bringen die menschlichen Sensoren schnell an Grenzen. Aber auch die Radartechnik, die bei entsprechenden Fahrzeugen immer öfter in Serie Einzug hält scheint hier an Grenzen zu stoßen. Das führt zumindest Harley-Davidson so in einer aktuellen Patentschrift an: Die aktuellen Systeme könnten nur den direkten Vordermann interpretieren, ein seitlich versetzt fahrendes würde entweder nicht oder falsch erkannt und der eingestellte Abstand würde am "neuen" Objekt ausgerichtet, was das beliebte Gruppenfahren technisch unterbinden würde.

Sicher in Gruppe fahren mit GPS und Radar

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Beim Überholen reagiert das System mit einer schnellen Anpassung der Geschwindigkeit, um nach dem Überholen wieder die alten Abstände einzuhalten.

Wie so oft bei Patenten, die sich mit adaptiven Systemen befassen, hält der Hersteller sich sehr lange offen wie die Umgebung registriert werden sollen. Radar scheint sich heute erstmal durchgesetzt zu haben, aber in der Beschreibung von Harley wird explizit eine Kamera mit Stereovision, also 3D, erwähnt. In der Einführung der Schrift wird die Nutzung von Funkwellen (Radar), Laser (Lidar) oder Ultraschall indes nicht ausgeschlossen. Egal wie: In Kombination mit einem weiteren neuen Patent von Harley, welches eine absolut genaue Geschwindigkeitsanpassung des Tempomat per GPS ermöglicht, möchte die Company wohl das so beliebte Konvoiing stark automatisieren und Fahrern viel Arbeit abnehmen. Einzig das Lenken müsste er noch übernehmen – vorerst.

Was und wie erkennt das das System?

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Harleys Patent für ein Adaptives Konvoiing-System per Radar kann sich auf mehrere Bezugsfahrzeuge einstellen und regelt entsprechend.

Das System welches Harley sich hat schützen lassen erkennt die Fahrsituation vor, neben unter hinter sich. Sind die bestehenden Systeme bisher wohl nur in der Lage andere Verkehrteilnehmer direkt voraus zu interpretieren und die Geschwindigkeit sowie den Abstand anzupassen, plant Harley in die Entscheidungen des Systems auch die Fahrer neben sich einzubeziehen. Dazu sollen dem Fahrer auf dem Display andere Motorräder vor und neben sich angezeigt bekommen und er kann quasi einen Follow-Mode je Fahrzeug aktivieren. Das kann er laut Harley-Patent per Knopf, Joystick oder gar Spracheingabe. Im Konvoi entsprechend das Motorrad vor einem und eben links oder rechts versetzt. Ob das System Warnungen anzeigt wenn das Nachbar-Fahrzeug sich langsam aber stetig seitlich im Abstand nähert wird nicht beschrieben, allerdings eine Überholsituation. Hier registiert das System den Überholversuch des Vordermannes und sichert sich selbst erstmal ab, in dem es die aktuellen Geschwindigkeit der des zu überholenden Fahrzeugs anpasst. Nach dem eigenen Überholen schließt das System wieder zum Vordermann auf und hält den Abstand weiter ein.

Was hat das alles mit GPS zu tun?

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Per GPS-Ortung soll Motorräder mit adaptiven Tempomaten genauere Geschwindigkeitensangaben erhalten, was Toleranzen unterschiedlicher Systeme ausgleichen soll.

In dem zweiten neuen Patent von Harley wird ein GPS-basiertes Geschwindigkeitsregelsystem beschrieben, ein adaptiver Tempomat der die Geschwindigkeit nicht vom Motorrad bekommt, sondern vom Satelliten. Das ist deutlich genauer, gleicht Toleranzen unterschiedlicher Reifengrößen oder Tuningmaßnahmen aus und kann vor allem die Berechnungsunterschiede verschiedener Abstandsysteme ausgleichen und ist so auch Motorräder nutzbar, die nicht über den erforderlichen Bauraum für Radarsysteme oder ähnliches verfügen. Sprich: Die schlanke Street Bob könnte sich dann im Konvoi genauso adaptiv verhalten wie die Road Kings untereinander. Im Kombination mit dem Patent zum Konvoiing oder Platooning öffnet sich Harley wohl ein Stück weit auch den aktuellen Maßnahmen in der V2X-Kommunikation. Also dem Datenaustausch zu Position und Geschwindigkeit von Fahrzeugen, die sich noch gar nicht sehen. Dazu braucht es aber nicht nur eine GPS-Antenne, das Motorrad müsste quasi an jedem Ende und Seite mit einer Antenne ausgerüstet sein. Nur so ist eine korrekte Positionsbestimmung möglich.

Fazit

Abstandsysteme, Radar, Lidar, Ultraschall, V2X. Das alles greift immer weiter um sich zu Erhöhung der Fahrsicherheit und den Komforts. Woher der Impuls kommt? Henne und Ei. Was war zuerst da? Ein Hersteller der damit anfängt oder die Erkenntnis aller Hersteller hier noch Potenzial zu haben. So wie viele Hersteller auf dem Feld derzeit agieren, ist es mir als stark Unfall Geschädigtem herzlich egal woher es kommt. Es soll nur kommen.

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