Honda Riding Assist 2.0 Honda
Honda Riding Assist 2.0
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Honda Riding Assist 2.0 13 Bilder

Honda Riding Assist 2.0: Umfallen unmöglich

Honda Riding Assist 2.0 Umfallen unmöglich dank Selbststabilisierung

Honda hat sein Selbststabilisierungskonzept für Zweiräder weiterentwickelt. Ein Video zeigt die beeindruckenden Möglichkeiten.

Ein Motorrad, das nicht umfallen kann. Oder ein Roller, der nicht kippt. Solche Konzepte gibt es bislang nur, wenn sie auf drei Räder setzen. Der japanische Zweiradgigant Honda arbeitet allerdings an einer Technik, die ein Zweirad in jeder Situation selbständig ausbalanciert ohne ein weiteres Stützrad nutzen zu müssen. In einer ersten Version wurde der Honda Riding Assist bereits 2017 auf der Tokyo Motor Show vorgestellt. Kurz vor Weihnachten 2021 präsentierten die Japaner dann die Version 2.0 des Riding Assist.

Zu sehen gibt es die neue Anti-Umfall-Technik nur in einem Video. Auf eine begleitende Information zur Funktion oder Technik des Systems verzichtet Honda leider bislang. Dennoch sind die Bilder beeindruckend und geben erste Hinweise auf die Funktion, die in der Version 2.0 deutlich von der Ur-Version abweicht. Version 1.0 war in einer Honda NC 750 implementiert, verfügte über einen in Längsrichtung variablen Lenkkopfwinkel und wohl eine versteckt verbaute gyroskopische Steuerung, die das Bike automatisch ausbalancierte.

Elektro

Hinterrad schwenkt aus

Der Riding Assist 2.0 liefert zwar das gleiche Ergebnis – das Zweirad fällt nie um – geht dazu aber offensichtlich einen völlig anderen Weg. An der Honda MN4 Vultus, die in dieser Version als Technologieträger fungiert, ist eine komplexe Hinterradschwinge zu erkennen. Dort wo normalerweise die Umlenkung für das Zentralfederbein sitzt hat Honda zwei in Fahrtrichtung parallel zueinander angeordnete elektrisch angesteuerte Aktuatoren angeordnet. Von denen gehen, angeordnet als Parallelogramm, zwei Streben aufwärts, die wiederum mit den eigentlichen Schwingenarmen drehbar verbunden sind. Die komplette Konstruktion ermöglicht es, das Hinterrad aus der senkrechten Mittelachse durch das Zweirad leicht gekippt herauszuschwenken. Die Verschiebung schätzen wir auf bis zu 20 Zentimeter. Diese Verlagerung der Achse gleicht die Einflüsse des Fahrers aus – das Motorrad bleibt so stets in der absoluten Balance und kann nicht umfallen. Mit welcher Sensorik das System arbeitet lässt sich nicht erkennen.

Honda Riding Assist 2.0
Honda
Die Verschiebung schätzen wir auf bis zu 20 Zentimeter.

Wie gut das System funktioniert zeigt das Video. Der Fahrer sitzt entspannt im Sattel, ohne dass Hände oder Füße mit den Bedienelementen oder dem Boden in Berührung kommen. Dabei bleibt die Honda in jeder gezeigten Fahrsituation perfekt im Gleichgewicht – der Demonstrator kann sogar rückwärts fahren. Demonstriert werden allerdings nur Low-Speed-Fahrten. Wer selber Motorrad fährt weiß, dass gewisse Schräglagen zum Motorradalltag gehören. Ohne Schräglage funktioniert die Fahrdynamik eines Zweirads nicht. Wie Honda gedenkt den Übergang zwischen "bloß nicht umfallen im Stand oder bei langsamer Fahrt" und dem "normalen Fahrbetrieb mit Schräglage" zu steuern ist nicht bekannt. Hier wären eine manuelle Umschaltung oder eine geschwindigkeitsabhängige Automatik denkbar.

Enduro

Ebenfalls offen bleibt die Gestaltung des Endantriebs bei so einer variablen Schwingenkonstruktion. Der Demonstrator setzt hier auf eine elektrische Antriebseinheit am linken Schwingenarm. Kardan, Kette oder Zahnriemen können wir uns in diesem Umfeld kaum vorstellen. Sollte das System tatsächlich irgendwann Einzug in den Serienmotorradbau finden, erscheint ein Einsatz an einem Elektrozweirad für den urbanen Einsatz am wahrscheinlichsten. Wir bleiben gespannt.

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Fazit

Honda arbeitet an einer Technik, die Zweiräder vor dem Umfallen schützt. Klingt toll. Kurzbeinige müssten sich keine Sorgen mehr darüber machen, ob sie mit den Füßen auf den Boden kommen. Enge Kehren verlieren ihren Schrecken. Die Beine können auch bei Ampelstopps hinter der schützenden Verkleidung oder bei Rollern unter einem Wetterschutz auf den Trittbretter bleiben. Ob und wann diese Technik kommt lässt Honda derzeit allerdings völlig offen. Spektakulär anzusehen ist sie aber bereits jetzt.

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